Lokalanästhetika-Intoxikation (LAST): Lipid-Rescue
Hintergrund
Die systemische Lokalanästhetika-Intoxikation (LAST) ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation in der Regionalanästhesie. Sie entsteht durch unerwünschte systemische Wirkungen lipophiler Lokalanästhetika auf das zentrale Nervensystem und das Herz.
Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen laut AWMF-Leitlinie extreme Altersgruppen (unter 16 und über 60 Jahre), geringe Muskelmasse sowie kardiale, hepatische oder metabolische Vorerkrankungen. Auch die Verwendung hochlipophiler Substanzen wie Bupivacain erhöht das Risiko einer Intoxikation.
Die Inzidenz von LAST-Ereignissen ist in den letzten Jahren gesunken. Dies wird unter anderem auf die zunehmende Verbreitung ultraschallgestützter Punktionstechniken und die damit verbundene Dosisreduktion zurückgeführt.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie betrifft die Reanimation bei einem LAST-induzierten Herzkreislaufstillstand. Im Gegensatz zu einigen internationalen Empfehlungen wird ausdrücklich geraten, die Epinephrin-Dosis nicht zu reduzieren, sondern strikt nach den gültigen ERC-Leitlinien (1 mg beim Erwachsenen) zu reanimieren. Zudem wird betont, dass Propofol aufgrund seiner kardiodepressiven Eigenschaften keinesfalls als Ersatz für die spezifische Lipidtherapie verwendet werden darf.
Häufig gestellte Fragen
Initiale Warnzeichen sind oft zentralnervöser Natur, wie periorale Taubheit, metallischer Geschmack, Tinnitus oder Schwindel. Laut Leitlinie können kardiale Symptome wie Tachykardie und Blutdruckanstieg ebenfalls früh auftreten, bevor es zu einer schweren Myokarddepression kommt.
Die Leitlinie empfiehlt die rasche intravenöse Gabe einer 20%igen Lipidlösung. Es wird bewusst keine spezifische Marke empfohlen, da es keine eindeutige Evidenz für die Überlegenheit eines bestimmten Präparats gibt.
Nach einem zentralnervösen LAST-Ereignis (z. B. Krampfanfall) wird eine Überwachung von mindestens 2 Stunden empfohlen. Bei einer kardialen Intoxikation sollte die Überwachung gemäß Leitlinie für mindestens 4 bis 6 Stunden erfolgen.
Propofol kann zur Durchbrechung von Krampfanfällen eingesetzt werden, ist aber kein Ersatz für das Antidot. Die Leitlinie warnt davor, Propofol als Lipid-Ersatz zu nutzen, da es die kardiale Situation durch Vasodilatation und negative Inotropie verschlechtern kann.
Nein, die Leitlinie empfiehlt weiterhin die Epinephringabe gemäß den aktuell gültigen ERC-Leitlinien. Für Erwachsene entspricht dies der Standarddosis von 1 mg, da es für eine Dosisreduktion derzeit keine ausreichende klinische Evidenz gibt.
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Quelle: Prävention und Therapie der systemischen Lokalanästhetika-Intoxikation (LAST) (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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