Loiasis: Diagnostik, Stufentherapie und Komplikationen
Hintergrund
Die Loiasis ist eine durch den Fadenwurm Loa loa verursachte Infektionskrankheit, die in Zentral- und Westafrika endemisch ist. Die Übertragung erfolgt durch den Stich tagaktiver Bremsen der Gattung Chrysops.
Lange Zeit galt die Erkrankung als benigne, jedoch zeigen neuere Daten eine erhebliche Krankheitslast und Übersterblichkeit in Hochendemiegebieten. Bei Reisenden aus Nicht-Endemiegebieten verläuft die Infektion oft mit einer ausgeprägteren klinischen Symptomatik als bei der einheimischen Bevölkerung.
Die klinische Präsentation reicht von asymptomatischen Verläufen über die klassische Augenwurmwanderung und Calabar-Schwellungen bis hin zu unspezifischen Beschwerden wie Pruritus und Fatigue. Seltene, aber lebensbedrohliche Komplikationen umfassen Enzephalopathien und Endomyokardfibrosen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt eindringlich davor, eine Therapie mit Diethylcarbamazin (DEC) oder Ivermectin ohne vorherige Quantifizierung der Mikrofilarienlast zu beginnen. Bei Personen mit einer unentdeckten Hypermikrofilarämie kann die rasche medikamentöse Abtötung der Erreger eine letale Enzephalopathie auslösen. Es wird daher empfohlen, die Therapieeinleitung bei nachgewiesener Mikrofilarämie unter stationären Bedingungen durchzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Blutentnahme um die Mittagszeit zwischen 10 und 16 Uhr. In diesem Zeitraum ist die Mikrofilarienlast im peripheren Blut am höchsten, was die Sensitivität der Diagnostik deutlich verbessert.
Laut Leitlinie handelt es sich dabei um ein transientes, nicht eindrückbares Angioödem, das durch eine allergisch-immunologische Reaktion auf wandernde adulte Würmer entsteht. Es tritt bevorzugt an den Extremitäten auf und heilt in der Regel ohne bleibende Schäden ab.
Eine operative Extraktion ist während der konjunktivalen Augenwanderung möglich und wird empfohlen. Bei Reiserückkehrern mit nur einem Wurm kann dies kurativ sein, bei Infizierten aus Endemiegebieten mit multiplen Würmern dient es jedoch meist nur der Symptomkontrolle.
Die Leitlinie warnt vor dem Einsatz von DEC bei einer Ko-Infektion mit Onchocerca volvulus. Die rasche Abtötung dieser Mikrofilarien kann schwere Entzündungsreaktionen auslösen, die zu irreversiblen Augenschäden oder einer systemischen Mazzotti-Reaktion führen.
Bei der okkulten Form fehlen Mikrofilarien im peripheren Blut. Die Diagnose stützt sich laut Leitlinie auf die klinische Symptomatik, die Expositionsanamnese sowie indirekte Laborparameter wie eine ausgeprägte Eosinophilie und stark erhöhte IgE-Werte.
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Quelle: Diagnostik und Therapie der Loiasis (Afrikanischer Augenwurm) (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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