Lisinopril und Nierenversagen: BfArM-Entwarnung
Hintergrund
Im Jahr 2006 kam es in Panama zu einer Häufung von teilweise tödlich verlaufenden Fällen von akutem Nierenversagen. Zunächst stand das in Spanien hergestellte Arzneimittel Lisinopril Normon® im Verdacht, diese Epidemie ausgelöst zu haben.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde im Oktober 2006 von den spanischen Gesundheitsbehörden über diesen Verdacht informiert. Daraufhin wurden entsprechende Laboruntersuchungen eingeleitet, um die Sicherheit des ACE-Hemmers zu überprüfen.
Diese Zusammenfassung basiert auf einer kurzen Sicherheitsinformation des BfArM.
Empfehlungen
Die Mitteilung des BfArM fasst folgende Erkenntnisse und Konsequenzen zusammen:
Untersuchungsergebnisse und Ursachenfindung
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Laboruntersuchungen der spanischen Behörden schlossen das Lisinopril-haltige Arzneimittel als Ursache für die Nierenversagen-Fälle aus.
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Als tatsächlicher Auslöser wurde ein Hustensirup identifiziert, der ausschließlich für den panamesischen Markt hergestellt wurde.
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Dieser Sirup enthielt Diethylenglykol, eine für Niere und Leber hochtoxische Substanz.
Historischer Kontext zu Diethylenglykol
Laut BfArM kam es in der Vergangenheit bereits mehrfach zu ähnlichen Vergiftungsfällen durch gefälschte Arzneimittel mit Diethylenglykol. Betroffen waren unter anderem die USA (1938), Südafrika (1969) und Indien (1998).
Konsequenzen für die Patientenversorgung
Das Gesundheitsministerium in Panama hob die Ruhensanordnung für das betroffene Lisinopril-Präparat wieder auf.
Das BfArM betont, dass für Patienten in Deutschland keine Gefährdung durch dieses Ereignis besteht. Die verordnete Einnahme von Lisinopril-haltigen Arzneimitteln kann laut Behörde unverändert fortgesetzt werden.
💡Praxis-Tipp
Das BfArM weist darauf hin, dass bei unklaren Häufungen von akutem Nierenversagen auch an Intoxikationen durch verunreinigte Arzneimittel, wie beispielsweise mit Diethylenglykol, gedacht werden sollte. Für in Deutschland zugelassene Lisinopril-Präparate besteht in diesem Zusammenhang jedoch keine Gefahr, sodass laufende Therapien nicht unterbrochen werden müssen.
Häufig gestellte Fragen
Nein, laut BfArM haben Laboruntersuchungen Lisinopril als Ursache ausgeschlossen. Der tatsächliche Auslöser war ein mit Diethylenglykol verunreinigter Hustensirup.
Das BfArM stellt klar, dass für Patienten in Deutschland keine Gefahr besteht. Die Einnahme von Lisinopril kann wie ärztlich verordnet fortgeführt werden.
Diethylenglykol ist eine hochtoxische Substanz, die schwere Schäden an Niere und Leber verursacht. Laut BfArM führte diese Verunreinigung in der Vergangenheit weltweit bereits mehrfach zu tödlichen Vergiftungen.
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Quelle: Lisinopril nicht Auslöser der Epidemie in Panama (BfArM, 2006). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.