RKI/STIKOInfektiologie

Leptospirose: Diagnostik, Verlauf und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Leptospirose ist eine Zoonose, die durch korkenzieherartige Bakterien der Gattung Leptospira verursacht wird. Das natürliche Reservoir bilden vor allem Kleinsäuger wie Nagetiere, aber auch Hunde und Nutztiere, die den Erreger über den Urin ausscheiden.

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch direkten oder indirekten Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Schlamm. Die Erreger dringen dabei über kleine Hautverletzungen oder Schleimhäute in den Organismus ein.

In Deutschland treten Infektionen gehäuft im Sommer und Frühherbst auf. Sie sind oft assoziiert mit Erntearbeiten oder Wassersportveranstaltungen wie Triathlons nach Starkregen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 7 bis 14 Tage.

Klinischer Kontext

Leptospirose ist eine weltweit verbreitete Zoonose, die durch Bakterien der Gattung Leptospira verursacht wird. In Deutschland treten Infektionen vor allem in den späten Sommer- und Herbstmonaten auf, häufig assoziiert mit beruflicher Exposition oder Freizeitaktivitäten in Süßwasser.

Die Erreger dringen über kleinste Hautverletzungen oder intakte Schleimhäute in den menschlichen Körper ein. Nach einer primären Bakteriämie kommt es zur Dissemination in verschiedene Organe, wobei insbesondere Leber, Nieren und das zentrale Nervensystem betroffen sein können.

Das klinische Bild reicht von milden, grippeähnlichen Symptomen bis hin zu schweren Verläufen wie dem Morbus Weil, der mit Nierenversagen, Ikterus und Hämorrhagien einhergeht. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, da schwere Formen mit einer hohen Letalität verbunden sind.

Die Diagnose stützt sich in der Frühphase auf den direkten Erregernachweis mittels PCR aus Blut oder Liquor. Im weiteren Verlauf gewinnt die Serologie, insbesondere der Mikroagglutinationstest (MAT), zur Bestätigung der Infektion an Bedeutung.

Wissenswertes

Die Inkubationszeit der Leptospirose beträgt in der Regel zwischen sieben und vierzehn Tagen. In Ausnahmefällen kann sie jedoch auch nur zwei Tage oder bis zu vier Wochen dauern.

In der initialen Phase zeigt sich meist ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, Schüttelfrost, starken Kopf- und Myalgien. Charakteristisch, aber nicht immer vorhanden, sind stark gerötete Bindehäute ohne eitrige Sekretion.

Der Morbus Weil stellt die schwerste Verlaufsform der Leptospirose dar. Er ist klassischerweise durch die Trias aus akutem Nierenversagen, Ikterus und Blutungsneigung gekennzeichnet.

In der ersten Krankheitswoche ist der Erreger am besten mittels PCR im Blut oder Liquor nachweisbar. Ab der zweiten Woche erfolgt die Ausscheidung über die Nieren, sodass dann eine PCR aus dem Urin sowie serologische Antikörpernachweise sinnvoll sind.

Bei milden Verläufen kommen häufig orale Antibiotika wie Doxycyclin oder Amoxicillin zum Einsatz. Schwere Krankheitsbilder erfordern in der Regel eine intravenöse Therapie, beispielsweise mit Penicillin G oder Cephalosporinen der dritten Generation.

In Deutschland besteht eine namentliche Meldepflicht bei direktem oder indirektem Erregernachweis, sofern dieser auf eine akute Infektion hinweist. Auch der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an einer behandlungsbedürftigen Leptospirose sind meldepflichtig.

Ärzte fragen zu diesem Thema

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Differenzialdiagnostik eines akuten Nierenversagens zeichnet sich die Leptospirose laut Leitlinie durch eine Besonderheit aus. Betroffene entwickeln eher eine Hypokaliämie und ein polyurisches Nierenversagen, während eine Oligurie als wichtiges negatives prognostisches Kriterium gewertet wird. Zudem wird bei der Dunkelfeldmikroskopie von Blutproben zur Vorsicht geraten, da Zellmembranen von Erythrozyten leicht mit Leptospiren verwechselt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können Leptospiren in den ersten zwei Wochen nach Infektionsbeginn mit dem Urin ausgeschieden werden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist jedoch äußerst selten, weshalb keine Isolationspflicht besteht.

Es wird im Blutbild regelmäßig eine Thrombozytopenie beschrieben, die von einer Leukozytose und Neutrophilie mit Linksverschiebung begleitet wird. Bei Leberbeteiligung zeigt sich typischerweise eine Hyperbilirubinämie ohne oder mit nur geringem Anstieg der Transaminasen.

Es wird beschrieben, dass sich noch mehrere Jahre nach der Primärinfektion eine ein- oder beidseitige Uveitis manifestieren kann. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um eine autoimmune Folgeerkrankung handelt, die gut auf Steroide anspricht.

In Deutschland steht laut Leitlinie kein zugelassener Impfstoff für den Menschen zur Verfügung. Für Hunde werden hingegen regelmäßige Impfungen mit tetravalenten Impfstoffen empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: RKI-Ratgeber: Leptospirose (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.