IQWiG2020Onkologie

Larotrectinib (NTRK-Genfusion): Indikation und Nutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Wirkstoff Larotrectinib in einer frühen Nutzenbewertung untersucht. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene und pädiatrische Personen mit soliden Tumoren, die eine neurotrophe Tyrosin-Rezeptor-Kinase (NTRK)-Genfusion aufweisen.

Voraussetzung für die Anwendung ist eine lokal fortgeschrittene oder metastasierte Erkrankung. Alternativ kann eine Erkrankung vorliegen, bei der eine chirurgische Resektion wahrscheinlich zu schwerer Morbidität führt und für die keine zufriedenstellenden Therapieoptionen zur Verfügung stehen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Der Bericht stützt sich auf Daten aus drei einarmigen Zulassungsstudien (LOXO-TRK-14001, NAVIGATE und SCOUT).

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Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Larotrectinib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie (Best Supportive Care) nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte zur Bewertung ausschließlich Daten aus einarmigen, nicht kontrollierten Studien vor.

Ein direkter Vergleich mit Best Supportive Care war auf Basis der eingereichten Unterlagen nicht möglich. Die vom Hersteller ergänzend herangezogenen historischen Vergleichsdaten ließen laut Bericht keinen hinreichend großen Effekt erkennen, der eine systematische Verzerrung ausschließen könnte.

Studiendaten und Endpunkte

Die Bewertung berücksichtigt Ergebnisse zu folgenden patientenrelevanten Endpunkten:

  • Gesamtüberleben

  • Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs) und schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3-4)

  • Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse

Aufgrund der Heterogenität der eingeschlossenen Tumorentitäten (unter anderem Weichteilsarkom, Speicheldrüsenkarzinom, infantiles Fibrosarkom) erachtet das IQWiG eine getrennte Betrachtung nach Tumorart als zwingend notwendig. Eine vom Hersteller vorgenommene gepoolte Auswertung über alle Tumorhistologien hinweg wird als methodisch nicht sachgerecht eingestuft.

Dosierung

Der Bericht nennt folgende Dosierungen für Larotrectinib, die der Fachinformation entsprechen:

PatientengruppeDosierungAnmerkung
Erwachsene100 mg 2-mal täglichBis zur Krankheitsprogression oder inakzeptabler Toxizität
Kinder und Jugendliche100 mg/m² Körperoberfläche 2-mal täglichMaximaldosis: 100 mg pro Einzeldosis

Bei Auftreten von Nebenwirkungen des Grades 3 oder 4 wird ein Aussetzen der Therapie empfohlen, bis die Nebenwirkung auf den Ausgangsstatus oder Grad 1 zurückgegangen ist.

Kontraindikationen

Laut Bericht gelten folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Die gleichzeitige Verabreichung von starken und mäßigen CYP3A4-/P-gp-Induktoren ist zu vermeiden, da das Risiko einer verminderten Exposition besteht.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist bei der Interpretation der Studiendaten zu Larotrectinib Vorsicht geboten, da die Zulassung auf einarmigen Studien ohne Kontrollgruppe basiert. Es wird betont, dass aufgrund der stark unterschiedlichen Prognosen der verschiedenen Tumorentitäten eine pauschale, tumorunabhängige Wirksamkeitsaussage methodisch stark limitiert ist.

Häufig gestellte Fragen

Larotrectinib wird bei soliden Tumoren mit einer NTRK-Genfusion eingesetzt. Dies gilt für lokal fortgeschrittene oder metastasierte Stadien, für die keine zufriedenstellenden Therapieoptionen mehr zur Verfügung stehen.

Laut Bericht beträgt die empfohlene Dosis für Kinder und Jugendliche 100 mg/m² Körperoberfläche zweimal täglich. Die maximale Einzeldosis ist dabei auf 100 mg begrenzt.

Das IQWiG sieht den Zusatznutzen von Larotrectinib gegenüber Best Supportive Care als nicht belegt an. Begründet wird dies mit dem Fehlen vergleichender Studiendaten und der methodischen Schwäche historischer Vergleiche.

Der Bericht verweist auf validierte Testmethoden wie Next-Generation-Sequencing (NGS), Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) oder RT-PCR. Der Nachweis muss vor Einleitung der Therapie durch ein zertifiziertes Labor erfolgen.

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Quelle: IQWiG A19-90: Larotrectinib (solide Tumore) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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