NICE

Langwirksame reversible Kontrazeption (LARC): Anwendung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Etwa 30 % der Schwangerschaften sind ungeplant. Die Wirksamkeit von Barrieremethoden und oralen Kontrazeptiva hängt stark von der korrekten und konsistenten Anwendung ab.

Langwirksame reversible Kontrazeptiva (LARC) bieten den Vorteil, dass ihre Zuverlässigkeit nicht von der täglichen Compliance abhängt. Zu den LARC-Methoden zählen Kupfer-Intrauterinpessare (IUD), Gestagen-Intrauterinsysteme (IUS), Gestagen-Injektionen und subdermale Implantate.

Die NICE-Leitlinie CG30 zielt darauf ab, die Aufklärung und Versorgung von Frauen zu verbessern, die LARC-Methoden in Betracht ziehen. Eine fundierte Entscheidungsfindung und die Berücksichtigung individueller Präferenzen stehen dabei im Vordergrund.

Empfehlungen

Aufklärung und Beratung

Es wird empfohlen, Frauen über alle verfügbaren Kontrazeptionsmethoden einschließlich LARC aufzuklären. Es wird geraten, detaillierte mündliche und schriftliche Informationen bereitzustellen, um eine informierte Entscheidung zu ermöglichen.

Folgende Aspekte sollten zwingend besprochen werden:

  • Kontrazeptive Wirksamkeit und Anwendungsdauer

  • Risiken und mögliche Nebenwirkungen

  • Nicht-kontrazeptive Vorteile

  • Ablauf von Einlage und Entfernung

  • Kriterien, wann ärztliche Hilfe aufgesucht werden sollte

Diagnostik und Verordnung

Vor der Einleitung einer Methode wird eine ausführliche Anamnese (Familien-, Menstruations-, Verhütungs- und Sexualanamnese) empfohlen. Zudem muss eine bestehende Schwangerschaft vor Beginn jeglicher Kontrazeption sicher ausgeschlossen werden.

Bei Bedarf sollte beim ersten Termin eine Übergangsverhütung angeboten werden. Wenn eine LARC-Methode außerhalb der Zulassung (Off-Label-Use) angewendet wird, wird die Einholung und Dokumentation einer informierten Einwilligung empfohlen.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von Safer Sex und rät, das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen (STI) zu evaluieren. Bei entsprechender Indikation sollte eine Testung angeraten und über lokale STI-Einrichtungen informiert werden.

Spezielle Patientengruppen

Für Frauen mit Lern- oder Körperbehinderungen wird gefordert, sie bei der eigenständigen Entscheidungsfindung bestmöglich zu unterstützen. Wenn eine Patientin die Tragweite der Entscheidung nicht erfassen kann, wird ein interdisziplinäres Treffen zur Erstellung eines Versorgungsplans empfohlen.

Bei Patientinnen unter 16 Jahren wird auf die Beachtung von Kinderschutzrichtlinien und rechtlichen Vorgaben hingewiesen.

Anforderungen an Behandler

Es wird festgelegt, dass IUDs und IUS nur von geschultem Personal gelegt werden dürfen. Es wird eine kontinuierliche Praxis von mindestens einer Einlage pro Monat gefordert.

Auch für das Einsetzen und Entfernen von Implantaten wird eine spezifische Schulung vorausgesetzt. Praxen ohne eigenes LARC-Angebot sollten über fest etablierte Überweisungswege verfügen.

Kontraindikationen

Frauen mit einer akuten venösen Thromboembolie (VTE), die während der VTE-Therapie eine hormonelle Kontrazeption benötigen, sollten an einen Spezialisten für Kontrazeption überwiesen werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist die Anforderung an die Routine: Für das Legen von Intrauterinpessaren und -systemen wird eine kontinuierliche Praxis von mindestens einer Einlage pro Monat vorausgesetzt, um die fachliche Kompetenz zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Zu den langwirksamen reversiblen Kontrazeptiva zählen Kupfer-IUDs, Gestagen-IUS, Gestagen-Injektionen und subdermale Implantate.

Es wird eine umfassende Erhebung der Familien-, Menstruations-, Verhütungs- und Sexualanamnese empfohlen. Zudem muss eine Schwangerschaft sicher ausgeschlossen werden.

Wenn unter einer VTE-Therapie eine hormonelle Kontrazeption benötigt wird, wird eine Überweisung an einen Spezialisten für Kontrazeption empfohlen.

Bei einer Anwendung außerhalb der Zulassung wird die Einholung und genaue Dokumentation einer informierten Einwilligung in der Patientenakte empfohlen.

Das Einsetzen darf nur durch geschultes Personal erfolgen. Es wird eine Praxis von mindestens einer Einlage pro Monat gefordert.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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