HIV 1+2 Immunoblot (Western Blot): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das humane Immundefizienz-Virus (HIV) schädigt das Immunsystem durch die Zerstörung von T-Helferlymphozyten (CD4-Zellen). Unbehandelt kann die Infektion mit der Zeit zum Acquired Immune Deficiency Syndrome (AIDS) führen.
Die Übertragung erfolgt primär durch ungeschützte Sexualkontakte, intravenösen Drogenkonsum oder von einer infizierten Mutter auf das Kind. Auch Blut und Blutprodukte können infektiös sein, wobei Personen, die zwischen 1978 und 1985 Bluttransfusionen erhielten, ein erhöhtes Risiko aufweisen.
Weltweit ist der Typ HIV-1 am häufigsten verbreitet. Der Typ HIV-2 findet sich überwiegend in Westafrika. Die korrekte Diagnostik und Stadieneinteilung sind essenziell für die Prognose und Therapieplanung.
Empfehlungen
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) beschreibt ein mehrstufiges Vorgehen zur Abklärung einer HIV-Infektion.
Stufendiagnostik
Zur Diagnosestellung wird folgendes Vorgehen beschrieben:
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Screening mittels hochsensitivem ELISA-Test auf HIV-Antikörper.
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Bestätigungstest durch den hochspezifischen HIV-Immunoblot (Westernblot).
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Nachweis der Virusmenge im Blut (Viruslast) mittels quantitativer PCR.
Interpretation des Immunoblots
Der Immunoblot wird zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Infektion nach einem positiven Suchtest eingesetzt. Der Referenzwert ist für alle Altersgruppen und Geschlechter negativ.
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Positives Screening und positiver Immunoblot: Die HIV-Infektion gilt als gesichert.
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Positives Screening und negativer Immunoblot: Es handelt sich höchstwahrscheinlich um ein falsch-positives Screening-Ergebnis.
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Falsch-positive Suchtests können laut Leitlinie bei anderen Infektionskrankheiten wie einer Lungenentzündung auftreten.
Weiterführende Diagnostik
Zur Beurteilung des Verlaufs und der Prognose werden weitere Laborparameter herangezogen. Dazu zählen die Bestimmung der CD4-Lymphozyten, die Viruslast (PCR) sowie eine HIV-Resistenzbestimmung zur Therapieplanung.
Klinische und immunologische Stadieneinteilung
Die HIV-Infektion wird in klinische Kategorien (A bis C) und immunologische Subkategorien (1 bis 3) unterteilt.
| Kategorie | Klinisches Stadium | Beispiele |
|---|---|---|
| A | Symptomlose oder akute HIV-Infektion | Keine spezifischen Symptome |
| B | Symptomatische HIV-Infektion | Symptome, die nicht unter A oder C fallen |
| C | AIDS-definierende Erkrankung | Opportunistische Infektionen, Kaposi-Sarkom |
Die immunologische Unterteilung erfolgt anhand der CD4-Zellzahl:
| Subkategorie | CD4-Zellen pro Mikroliter |
|---|---|
| 1 | > 500 |
| 2 | 200 - 499 |
| 3 | < 200 |
Therapieansätze
Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen klinischen Stadium. Zu den Optionen zählen eine gesunde Lebensführung, die antiretrovirale Therapie (ART), die Prophylaxe und Therapie opportunistischer Infektionen sowie psychosoziale Hilfe.
💡Praxis-Tipp
Ein positiver HIV-Antikörper-Suchtest (ELISA) ist nicht beweisend für eine HIV-Infektion und erfordert zwingend eine Bestätigung durch den spezifischeren HIV-Immunoblot. Falsch-positive Screening-Ergebnisse können unter anderem durch andere akute Infektionskrankheiten wie Pneumonien ausgelöst werden.
Häufig gestellte Fragen
Der Test dient als Bestätigungsverfahren nach einem positiven HIV-Antikörper-Screening im Blut. Laut Leitlinie wird er eingesetzt, um falsch-positive Ergebnisse des initialen Suchtests auszuschließen.
Diese Konstellation spricht stark für ein falsch-positives Ergebnis im initialen Suchtest. Die Leitlinie nennt andere Infektionskrankheiten, wie beispielsweise eine Lungenentzündung, als mögliche Ursache für solche Kreuzreaktionen.
Zur Verlaufs- und Prognosebeurteilung werden primär die Viruslast mittels PCR und die Anzahl der CD4-Lymphozyten bestimmt. Zusätzlich wird eine HIV-Resistenzbestimmung zur optimalen Therapieplanung herangezogen.
Die Einteilung erfolgt in die klinischen Kategorien A (asymptomatisch), B (symptomatisch) und C (AIDS-definierende Erkrankungen). Diese werden zusätzlich anhand der CD4-Zellzahl in die immunologischen Subkategorien 1 bis 3 unterteilt.
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Quelle: Laborwert: HIV 1+2 Immunoblot (HIVIB) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.