Laborwert HDV-AK IgM: Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Informationsangebot von Gesundheit.gv.at beschreibt die Bedeutung des Laborwerts HDV-AK IgM (Hepatitis-D-Virus-Antikörper IgM). Das Hepatitis-D-Virus (HDV) ist ein unvollständiges RNA-Virus, das für seine Vermehrung zwingend das HBs-Antigen des Hepatitis-B-Virus (HBV) benötigt.

Eine HDV-Infektion tritt daher ausschließlich in Kombination mit einer HBV-Infektion auf. Dies kann entweder als gleichzeitige Koinfektion oder als Superinfektion bei chronischen HBV-Trägern geschehen.

Die Übertragung erfolgt parenteral über Blut und Blutprodukte sowie durch sexuelle Kontakte. Risikogebiete für HDV-Infektionen umfassen unter anderem den Mittelmeerraum, den Nahen Osten sowie Teile Afrikas und Südamerikas.

Empfehlungen

Diagnostisches Vorgehen

Laut Quelle basiert die Diagnostik einer HDV-Infektion auf der Anamnese, dem klinischen Verlauf und spezifischen Laboruntersuchungen. Bei fulminanten Leberentzündungen oder einem zweiphasigen Anstieg der Lebertransaminasen wird an eine HDV-Beteiligung gedacht.

Serologische und molekulare Laborwerte

Für den Nachweis einer Infektion werden folgende Laborparameter herangezogen:

  • HDV-AK IgM: Ein positiver Nachweis deutet auf eine akute HDV-Infektion hin.

  • HDV-AK IgG: Diese Antikörper treten in späteren Phasen auf. Ein zwei- bis vierfacher Titeranstieg innerhalb von zwei Wochen spricht für eine akute Infektion.

  • HDV-RNA-PCR: Der direkte Nachweis der viralen RNA gilt als wichtigstes Verfahren zum Beweis der Infektion.

Differenzierung von Ko- und Superinfektion

Zur Unterscheidung zwischen einer gleichzeitigen HBV/HDV-Koinfektion und einer HDV-Superinfektion bei bestehender chronischer Hepatitis B wird die HBV-Serologie herangezogen.

HBsAg-StatusHepatitis-B-c-Antikörper (Anti-HBc)Interpretation
PositivPositivEher HDV-Koinfektion
PositivNegativHDV-Superinfektion

Referenzbereiche

Die Referenzwerte für den Antikörpernachweis sind alters- und geschlechtsunabhängig einheitlich definiert.

PersonengruppeReferenzwert HDV-AK IgM
Frauen (alle Altersgruppen)Negativ
Männer (alle Altersgruppen)Negativ

Prävention

Da HDV zwingend HBV benötigt, schützt die aktive Hepatitis-B-Impfung auch vor Hepatitis D. Als weitere Maßnahmen werden die Vermeidung ungeschützter sexueller Kontakte und Vorsicht bei spitzen Gegenständen genannt.

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💡Praxis-Tipp

Der Text weist darauf hin, dass ein negativer HDV-Antikörpernachweis eine Erkrankung nicht mit absoluter Sicherheit ausschließt. Es wird betont, dass bei einem zweiphasigen Transaminasenanstieg im Rahmen einer Hepatitis B stets an eine zusätzliche HDV-Koinfektion gedacht werden sollte. Zudem ist bei einer Superinfektion mit einer hohen Chronifizierungsrate und einem erhöhten Risiko für Leberzirrhose sowie hepatozelluläre Karzinome zu rechnen.

Häufig gestellte Fragen

Ein positiver Nachweis von IgM-Antikörpern gegen das Hepatitis-D-Virus ist laut Quelle ein Hinweis auf eine akute HDV-Infektion. Zur endgültigen Bestätigung wird meist eine HDV-RNA-PCR herangezogen.

Der Referenzwert für HDV-AK IgM ist bei Männern und Frauen aller Altersklassen negativ. Ein negativer Wert schließt eine Infektion jedoch nicht in jedem Fall zu 100 Prozent aus.

Das HDV ist ein unvollständiges Virus. Es benötigt für seine eigene Vermehrung zwingend die Hüllproteine (HBsAg) des Hepatitis-B-Virus.

Die Unterscheidung erfolgt über die Hepatitis-B-Serologie. Sind bei einem HBsAg-Träger die Hepatitis-B-c-Antikörper negativ, spricht dies laut Text für eine Superinfektion, bei positiven Werten eher für eine Koinfektion.

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