Laborwert HDV-AK IgG: Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das Hepatitis-D-Virus (HDV) ist ein unvollständiges RNA-Virus, das für seine Vermehrung zwingend Eiweißbestandteile des Hepatitis-B-Virus (HBV) benötigt. Daher tritt eine HDV-Infektion ausschließlich in Kombination mit einer HBV-Infektion auf.
Die Bestimmung der Hepatitis-D-Virus-Antikörper vom Typ IgG (HDV-AK IgG) dient der diagnostischen Abklärung einer solchen Infektion. Antikörper sind vom Körper gebildete Eiweißstoffe, die als indirektes Nachweisverfahren die immunologische Reaktion auf den Erreger anzeigen.
Laut der Leitlinie von Gesundheit.gv.at kommt es bei einer gleichzeitigen Infektion meist zu einer schweren, aber ausheilenden akuten Hepatitis. Tritt die HDV-Infektion jedoch als Superinfektion bei chronischen HBV-Trägern auf, drohen schwere Verläufe mit hoher Chronifizierungsrate und dem Risiko für Leberzirrhose oder hepatozelluläre Karzinome.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik einer HDV-Infektion:
Anamnese und Klinik
Es wird empfohlen, gezielt nach Reisen oder potenziellen Kontakten in Risikogebieten sowie nach einer bereits bestehenden chronischen HBV-Infektion zu fragen. Laut Leitlinie ist klinisch auf fulminante Verlaufsformen einer Leberentzündung zu achten.
Ein zweiphasiger Krankheitsverlauf mit einem doppelten Anstieg der Lebertransaminasen ist laut Quelle typisch für eine gleichzeitige HBV/HDV-Infektion. Dabei ist der erste Anstieg auf HBV und der zweite auf HDV zurückzuführen.
Serologische und molekulare Diagnostik
Für den Nachweis einer HDV-Infektion werden verschiedene Laborverfahren beschrieben:
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HDV-AK IgM: Der Nachweis gilt als Hinweis auf eine akute HDV-Infektion.
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HDV-AK IgG: Diese Antikörper werden in späteren Phasen gebildet. Ein zwei- bis vierfacher Anstieg innerhalb von zwei Wochen spricht für eine akute Infektion.
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HDV-RNA-PCR: Der direkte Erregernachweis im Blut wird als eines der wichtigsten Verfahren zum Beweis der Infektion eingestuft.
Die Antikörperbestimmung erfolgt meist mittels ELISA-Verfahren. Deren Ergebnisse werden qualitativ oder quantitativ (z.B. in U/L) ausgewiesen.
Differenzierung von Ko- und Superinfektion
Da HDV stets an HBV gekoppelt ist, muss die HBV-Serologie zur genauen Einordnung herangezogen werden. Die Leitlinie beschreibt folgende Konstellationen bei HBsAg-Trägern:
| HBV-Serologie (HBc-AK) | Interpretation der HDV-Infektion |
|---|---|
| Positiv | Eher HDV-Koinfektion |
| Negativ | HDV-Superinfektion |
Referenzwerte
Für die Interpretation der Laborergebnisse gelten laut Quelle folgende Referenzwerte:
| Patientengruppe | Referenzwert HDV-AK IgG |
|---|---|
| Männer (alle Altersgruppen) | Negativ |
| Frauen (alle Altersgruppen) | Negativ |
Prophylaxe
Zur Vermeidung einer Infektion verweist das Dokument auf die aktive HBV-Schutzimpfung sowie allgemeine Hygienemaßnahmen. Bei Nadelstichverletzungen oder Neugeborenen von HBV-positiven Müttern wird eine passive Immunisierung mit Hepatitis-B-Immunglobulin beschrieben.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass eine HDV-Infektion aufgrund negativer serologischer Ergebnisse nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Bei einem zweiphasigen Anstieg der Lebertransaminasen im Blut wird geraten, stets an eine mögliche HBV/HDV-Koinfektion zu denken. In solchen unklaren Fällen stellt die HDV-RNA-PCR das wichtigste Verfahren zum direkten Erregernachweis dar.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie werden IgG-Antikörper erst in späteren Phasen einer akuten HDV-Infektion gebildet. Ein zwei- bis vierfacher Anstieg der Werte innerhalb von zwei Wochen spricht für eine akute Infektion.
Die Unterscheidung erfolgt über die Hepatitis-B-c-Antikörper (HBc-AK). Sind diese bei einem HBsAg-Träger negativ, spricht dies laut Quelle für eine Superinfektion, während positive Werte auf eine Koinfektion hindeuten.
Der Referenzwert für HDV-AK IgG ist bei Männern und Frauen aller Altersgruppen negativ. Die Leitlinie weist darauf hin, dass die genauen quantitativen Grenzwerte je nach eingesetztem Laborverfahren variieren können.
Als eines der wichtigsten Laborverfahren zum direkten Beweis einer HDV-Infektion wird die HDV-RNA-PCR genannt. Sie weist das virale Erbgut direkt im Blut nach.
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Quelle: Laborwert: HDV-AK IgG (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.