Gesamtcholesterin (CHOL): Gesundheit.gv.at Leitlinie
Hintergrund
Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at (2026) beschreibt Cholesterin als eine essenzielle fettartige Substanz. Es wird zu einem Drittel über die Nahrung aufgenommen und zu zwei Dritteln endogen, vorwiegend in der Leber und Darmwand, synthetisiert.
Im menschlichen Organismus dient Cholesterin als wichtiger Baustein für Zellmembranen und Lipoproteine. Zudem ist es ein zentraler Ausgangsstoff für die Bildung von Steroidhormonen wie Östrogen und Testosteron, Vitamin D sowie Gallensäuren.
Da Fette im Blut nicht wasserlöslich sind, erfolgt der Transport über spezielle Transportproteine, die Lipoproteine. Diese verhindern die lebensgefährliche Bildung von Fetttropfen in der Blutbahn.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaussagen zur Diagnostik und Interpretation des Gesamtcholesterins:
Diagnostik und Transportproteine
Laut Leitlinie wird Cholesterin im Blut über spezifische Lipoproteine transportiert, deren Unterscheidung klinisch relevant ist:
-
LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein): Transportiert Cholesterin zu den Geweben. Es gilt als "schlechtes" Cholesterin, da erhöhte Werte mit einem gesteigerten Atheroskleroserisiko einhergehen.
-
HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein): Transportiert überschüssiges Cholesterin zur Ausscheidung in die Leber zurück. Es stellt einen Schutzfaktor vor Arterienverkalkung dar.
Weiterführende Abklärung
Bei der Messung des Gesamtcholesterins werden sowohl LDL als auch HDL erfasst. Wenn der Messwert des Gesamtcholesterins erhöht ist, wird laut Leitlinie eine weitere Abklärung empfohlen.
Diese weiterführende Diagnostik umfasst die spezifische Messung des HDL- und LDL-Cholesterins. Alternativ kann das LDL-Cholesterin über die Friedewald-Formel berechnet werden.
Ursachen einer Hypercholesterinämie
Ein erhöhtes Gesamtcholesterin kann verschiedene Ursachen haben. Die Leitlinie nennt hierbei:
-
Angeborene Fettstoffwechselerkrankungen (familiäre Hypercholesterinämie)
-
Diabetes mellitus und Adipositas
-
Alkoholismus und Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
Referenzwerte
Die Leitlinie definiert Zielwerte für das Gesamtcholesterin, die für Nüchternblut und Personen mit geringem kardiovaskulären Risiko gelten.
| Patientengruppe | Alter | Referenzwert Gesamtcholesterin |
|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | < 190 mg/dL |
| Männer | über 18 Jahre | < 190 mg/dL |
| Frauen | bis 18 Jahre | < 190 mg/dL |
| Frauen | über 18 Jahre | < 190 mg/dL |
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie erfasst die alleinige Messung des Gesamtcholesterins sowohl die protektiven HDL- als auch die atherogenen LDL-Fraktionen. Es wird daher betont, dass bei einem erhöhten Gesamtcholesterinwert zwingend eine differenzierte Bestimmung von HDL und LDL erfolgen muss, um das tatsächliche kardiovaskuläre Risiko beurteilen zu können.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann das LDL-Cholesterin mit der Friedewald-Formel berechnet werden. Dabei wird vom Gesamtcholesterin ein Fünftel der Triglyzeride sowie das HDL-Cholesterin abgezogen.
Die Leitlinie beschreibt, dass HDL-Lipoproteine nicht mehr benötigtes Cholesterin zur Ausscheidung in die Leber zurücktransportieren. Erhöhte HDL-Spiegel stellen somit einen Schutzfaktor vor Arterienverkalkung dar.
Ein erhöhter Wert kann laut Leitlinie durch angeborene Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus oder Adipositas bedingt sein. Auch Alkoholismus und eine Schilddrüsenunterfunktion werden als mögliche Ursachen genannt.
Die in der Leitlinie angegebenen Referenzwerte von unter 190 mg/dL beziehen sich explizit auf Nüchternblut. Zudem gelten diese Werte für Personen mit einem geringen kardiovaskulären Risiko.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: Laborwert: Cholesterin (CHOL) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.