Laborwert Barbiturate im Urin: Gesundheit.gv.at

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Gesundheit.gv.at (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Barbiturate sind sedativ und hypnotisch wirkende Substanzen, die in der Vergangenheit häufig als Schlaf- und Narkosemittel eingesetzt wurden. Wegen schwerer Nebenwirkungen, insbesondere der Gefahr einer Atemdepression, wurden sie in der Medizin weitgehend durch Benzodiazepine verdrängt.

Heute werden Barbiturate teilweise von Abhängigen als illegale Rauschmittel missbraucht. Das Drogenscreening im Urin ist eine etablierte und weitverbreitete Methode, um diese Substanzen im Körper nachzuweisen.

Die Leitlinie von Gesundheit.gv.at beschreibt die laborchemische Bestimmung von Barbituraten im Urin (BARBU). Sie liefert wichtige Hinweise zur Methodik, zur Vermeidung von Präanalytik-Fehlern und zur korrekten Interpretation der Testergebnisse.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zum Drogenscreening auf Barbiturate:

Indikationen

Laut Leitlinie ist der Nachweis von Rauschmitteln in der Medizin bei spezifischen Fragestellungen erforderlich. Dazu zählen insbesondere:

  • Akute Vergiftungen zur raschen Identifizierung der Substanz (kann überlebenswichtig sein)

  • Der Nachweis einer bestehenden Suchterkrankung

  • Die Überwachung im Rahmen einer Entzugsbehandlung

Präanalytik und Probengewinnung

Als Untersuchungsmaterial wird Urin verwendet, da die Substanzen hier in hoher Konzentration vorliegen und keine Blutentnahme nötig ist. Es wird die Verwendung des ersten Morgenharns empfohlen, um Verdünnungseffekte zu minimieren.

Um vorsätzliche Probenmanipulationen (beispielsweise durch hohe Flüssigkeitszufuhr) auszuschließen, sollte das Labor laut Leitlinie folgende Parameter mitbestimmen:

  • Kreatinin im Urin

  • pH-Wert und Osmolalität

  • Spezifisches Gewicht und Temperatur

Testverfahren und Bestätigungsdiagnostik

Für das initiale Screening werden üblicherweise Immunoassays eingesetzt. Da diese auf Antikörpern basieren, kann es zu unerwünschten Kreuzreaktionen mit nicht relevanten Substanzen kommen.

Die Leitlinie fordert zwingend eine Bestätigung positiver Screening-Ergebnisse:

  • Bei sensiblen oder rechtsmedizinischen Fragestellungen

  • Mittels einer analytisch korrekten Referenzmethode

  • Bevorzugt durch Gas-Chromatographie/Massenspektrometrie (GC/MS)

Interpretation und Referenzwerte

Ein Test gilt als positiv, wenn der festgelegte Schwellenwert (Cut-off) überschritten wird. Für Barbiturate liegt dieser üblicherweise bei 200 ng/mL.

Es wird darauf hingewiesen, dass bestimmte Antiepileptika in hohen Dosierungen zu falsch-positiven Ergebnissen führen können. Zudem bleiben stark fettlösliche Barbiturate oft noch Wochen nach der Einnahme im Urin nachweisbar.

Die Leitlinie definiert folgende Referenzwerte für ein unauffälliges Screening:

PatientengruppeReferenzwertEinheit
Männer bis 18 Jahrenegativng/mL
Männer über 18 Jahrenegativng/mL
Frauen bis 18 Jahrenegativng/mL
Frauen über 18 Jahrenegativng/mL
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💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie liefern Immunoassays aufgrund möglicher Kreuzreaktionen nur ein vorläufiges Ergebnis. Es wird dringend darauf hingewiesen, dass hohe Dosierungen bestimmter Antiepileptika zu einem falsch-positiven Barbiturat-Test führen können. Bei rechtsmedizinischen oder sensiblen Fragestellungen ist daher immer eine Bestätigung mittels GC/MS erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Die Konzentration von Spontanharn unterliegt starken Schwankungen und kann durch hohe Flüssigkeitsaufnahme verfälscht werden. Daher wird laut Leitlinie der erste Morgenharn bevorzugt, um zuverlässigere Ergebnisse zu erzielen.

Die Testsysteme arbeiten mit festgelegten Schwellenwerten, sogenannten Cut-offs. Für Barbiturate ist dieser Wert üblicherweise auf 200 ng/mL eingestellt.

Die Nachweisdauer hängt vom Grad der Fettlöslichkeit der jeweiligen Substanz ab. Besonders fettlösliche Barbiturate können laut Leitlinie noch Wochen nach der letzten Einnahme im Urin nachgewiesen werden.

Bestimmte Medikamente zur Behandlung der Epilepsie (Antiepileptika) können in hohen Dosierungen zu einem positiven Testergebnis führen. Dies liegt an Kreuzreaktionen bei den verwendeten Immunoassays.

Ein positives Ergebnis im Immunoassay muss mit einem direkten Nachweisverfahren bestätigt werden. Die Leitlinie empfiehlt hierfür die Gas-Chromatographie/Massenspektrometrie (GC/MS), um die Substanzen exakt zu quantifizieren.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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