IQWiG2020Onkologie

Kopf-Hals-Karzinom: Pembrolizumab und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung von Pembrolizumab beauftragt. Die Bewertung untersucht den Einsatz in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie und 5-Fluorouracil (5-FU).

Die Zielpopulation umfasst Erwachsene mit metastasierendem oder nicht resezierbarem rezidivierendem Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region. Voraussetzung für die Erstlinienbehandlung ist eine PD-L1-Expression des Tumors mit einem Combined Positive Score (CPS) von ≥ 1.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA die Kombination aus Cetuximab und einer platinbasierten Chemotherapie (Carboplatin oder Cisplatin) plus 5-FU festgelegt. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, offene Phase-3-Studie KEYNOTE-048.

Empfehlungen

Das IQWiG formuliert basierend auf der Studie KEYNOTE-048 folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich für das Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Pembrolizumab plus Chemotherapie. Daraus wird ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen mit dem Ausmaß erheblich abgeleitet.

Morbidität und Lebensqualität

In den Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigen sich laut Bewertung für verschiedene Subgruppen ausschließlich negative Effekte. Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen bei:

  • Erschöpfung, Krankheitsgefühl und kognitiver Funktion (bei Frauen)

  • Schmerzen (bei metastasierendem Krankheitsstatus)

  • Körperlicher Funktion und Problemen beim Essen in der Öffentlichkeit (bei Patienten unter 65 Jahren)

Nebenwirkungen

Die Bewertung der Nebenwirkungen zeigt ein gemischtes Bild. Es wird ein Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden (Vorteil für Pembrolizumab) bei folgenden Endpunkten gesehen:

  • Immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)

  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes

  • Paronychie

Demgegenüber stehen Anhaltspunkte für einen höheren Schaden (Nachteil für Pembrolizumab) bei:

  • Schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUEs) insgesamt

  • Spezifischen schweren Ereignissen wie Anämie, Stomatitis, Schleimhautentzündung und Atemwegserkrankungen

Gesamtaussage

In der Gesamtschau leitet das IQWiG für Erwachsene mit PD-L1-exprimierendem (CPS ≥ 1) Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab. Die negativen Effekte bei Morbidität und Nebenwirkungen führen zu einer Herabstufung des Gesamtausmaßes.

Dosierung

MedikamentDosisIndikation / Dauer
Pembrolizumab200 mg i.v. alle 3 WochenMaximal 24 Monate
Cisplatin100 mg/m2 KOF i.v. alle 3 WochenMaximal 6 Zyklen
Carboplatin (alternativ zu Cisplatin)AUC 5 i.v. alle 3 WochenMaximal 6 Zyklen
5-Fluorouracil (5-FU)1000 mg/m2 KOF/Tag i.v. Dauerinfusion an Tag 1-4Maximal 6 Zyklen

Kontraindikationen

Laut Fachinformation ist Pembrolizumab bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile kontraindiziert.

Es wird darauf hingewiesen, dass eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn vermieden werden sollte. Diese können die pharmakodynamische Aktivität und Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Pembrolizumab ein atypisches Ansprechen auftreten kann. Es wird beschrieben, dass es initial zu einem vorübergehenden Tumorwachstum oder dem Auftreten kleiner neuer Läsionen kommen kann, bevor eine Tumorregression einsetzt. Laut Dokument wird daher empfohlen, klinisch stabile Patienten bei einem initialen Befund einer Krankheitsprogression bis zur definitiven Bestätigung weiterzubehandeln.

Häufig gestellte Fragen

Laut Zulassung und IQWiG-Bewertung wird ein Combined Positive Score (CPS) von ≥ 1 vorausgesetzt. Die Therapie ist für Erwachsene mit metastasierendem oder nicht resezierbarem rezidivierendem Plattenepithelkarzinom zugelassen.

Die Studiendaten und Vorgaben sehen eine maximale Behandlungsdauer von 24 Monaten vor. Die begleitende Chemotherapie wird für maximal 6 Zyklen verabreicht.

Die Kombinationstherapie besteht aus Pembrolizumab sowie einer platinbasierten Chemotherapie (Cisplatin oder Carboplatin) und 5-Fluorouracil (5-FU).

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Der erhebliche Vorteil im Gesamtüberleben wird durch negative Effekte bei bestimmten Nebenwirkungen und der Lebensqualität leicht herabgestuft.

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Quelle: IQWiG A19-101: Pembrolizumab (Plattenepithelkarzinom der Kopf-Hals-Region, Kombinationstherapie) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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