WHO2021

Klimawandel-Vulnerabilität: Checklisten zur Bewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie "Checklists to Assess vulnerabilities in Health Care Facilities in the Context of Climate Change" (2021) bietet ein Instrumentarium zur Bewertung der Klimaresilienz von Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist es, eine Ausgangsbasis zu schaffen, um gezielte Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel planen zu können.

Laut Leitlinie werden vier grundlegende Anforderungen für eine sichere Gesundheitsversorgung definiert. Dazu gehören das Gesundheitspersonal, die Wasser-, Sanitär- und Hygieneversorgung (WASH) inklusive Abfallmanagement, die Energieversorgung sowie die Infrastruktur und Technologien.

Das Dokument beschreibt das Klimarisiko als eine Funktion aus der Intensität einer Klimagefahr, dem Grad der Exposition der Einrichtung und der bestehenden Vulnerabilität. Es wird ein dreistufiger Ansatz zur Bewertung empfohlen, der die Identifikation von Gefahren, die Bewertung aktueller Schwachstellen und das Verständnis potenzieller Auswirkungen umfasst.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert einen dreistufigen Prozess zur Bewertung der Klimaresilienz von Gesundheitseinrichtungen.

Identifikation von Klimagefahren

Es wird empfohlen, zunächst die spezifischen Klimagefahren zu identifizieren, denen eine Gesundheitseinrichtung ausgesetzt ist. Die Leitlinie kategorisiert diese in hydrometeorologische, klimatologische, umweltbedingte und biologische Gefahren.

Zu den primären Gefahren zählen laut Dokument:

  • Überschwemmungen und Stürme

  • Extreme Temperaturen (Hitzewellen und Kältewellen)

  • Dürren und Waldbrände

  • Meeresspiegelanstieg

Die folgende Tabelle fasst die Klassifikation der Klimagefahren und Expositionswege zusammen:

GefahrengruppeGefahrenartBeispiele für Expositionswege
HydrologischÜberschwemmungenKontamination von Wasser, Stromausfall, überflutete Einrichtungen
MeteorologischStürmeGebäudeschäden, eingeschränkter Zugang, Stromausfall
KlimatologischDürren, WaldbrändeWasserknappheit, Luftverschmutzung (Rauch), Ernteausfälle
UmweltbedingtMeeresspiegelanstiegVersalzung von Süßwasser, permanente Küstenerosion

Bewertung der Vulnerabilität

Gemäß der Leitlinie soll die Vulnerabilität in vier Kernbereichen der Einrichtung systematisch anhand von Checklisten bewertet werden. Dabei wird der Vorbereitungsgrad als hoch, mittel oder niedrig eingestuft.

Die Bewertung umfasst folgende Bereiche:

  • Gesundheitspersonal: Überprüfung von Schulungen, Notfallplänen, Arbeitsschutz und Kommunikationssystemen

  • WASH und Abfallmanagement: Kontrolle der Wassersicherheit, Sanitäranlagen und der sicheren Lagerung von medizinischem Abfall

  • Energieversorgung: Bewertung von Notstromaggregaten, erneuerbaren Energien und Plänen für Stromausfälle

  • Infrastruktur und Technologien: Inspektion der Gebäudesubstanz, der Lieferketten und der Frühwarnsysteme

Analyse der Auswirkungen

Die Leitlinie empfiehlt, die potenziellen Auswirkungen der identifizierten Gefahren auf die Funktionsfähigkeit der Einrichtung zu analysieren. Dabei wird zwischen leichten, moderaten und schweren Auswirkungen unterschieden.

Es wird betont, dass auch indirekte Folgen in die Kapazitätsplanung einbezogen werden müssen. Dazu zählen klimasensible Infektionskrankheiten wie vektorübertragene Krankheiten oder eine Zunahme von nicht übertragbaren Krankheiten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist nachdrücklich darauf hin, dass Klimagefahren häufig als Multigefahren-Ereignisse auftreten, wie beispielsweise Dürren, die zu Waldbränden führen, oder Stürme, die Überschwemmungen nach sich ziehen. Es wird empfohlen, Notfallpläne nicht nur isoliert für Einzelereignisse zu betrachten. Stattdessen sollten kaskadierende Effekte auf kritische Infrastrukturen wie Strom- und Wasserversorgung stets mitgedacht werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt einen dreistufigen Ansatz, der die Identifikation lokaler Klimagefahren, die Bewertung der einrichtungsspezifischen Vulnerabilität und die Analyse potenzieller Auswirkungen umfasst. Hierfür werden spezifische Checklisten für vier Kernbereiche der Einrichtung bereitgestellt.

Laut Dokument sind das Gesundheitspersonal, die Wasser- und Sanitärversorgung (WASH), die Energieversorgung sowie die allgemeine Gebäudeinfrastruktur und Lieferketten die kritischen Säulen. Ein Ausfall in einem dieser Bereiche kann die Patientenversorgung massiv beeinträchtigen.

Die Leitlinie beschreibt, dass Hitzewellen zu einem erhöhten Energiebedarf für Kühlung, potenziellen Stromausfällen und einer Überlastung des Personals durch hitzebedingte Erkrankungen führen können. Es wird auf die Notwendigkeit von Notstromaggregaten und kühlen Rückzugsorten für das Personal hingewiesen.

Es wird empfohlen, kritische Ausrüstung und Notstromaggregate in höher gelegene Stockwerke zu verlagern und Rückschlagventile in Wasserleitungen zu installieren. Zudem wird auf die Wichtigkeit sicherer Lagerorte für medizinische Abfälle und Chemikalien hingewiesen.

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Quelle: Checklists to Assess vulnerabilities in Health Care Facilities in the Context of Climate Change (WHO, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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