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Vitamin D Dosierung bei Kindern: Leitlinie (DGKJ)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Kinderformularium / DGKJ Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Rachitis-Prophylaxe mit 400-500 IE täglich wird für alle Säuglinge ab der 1. Lebenswoche bis zum 2. erlebten Frühsommer empfohlen.
  • Ein Vitamin-D-Mangel (<25 nmol/l) erfordert eine therapeutische Substitution von 1000 IE/Tag (Säuglinge) bzw. 2000-4000 IE/Tag (1-18 Jahre).
  • Der Zielbereich für den 25-OH-Vitamin-D-Spiegel liegt bei >50 nmol/l (>20 ng/ml), optimal sind 75-125 nmol/l.
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Hintergrund

Vitamin D ist essenziell für die kindliche Entwicklung. Die aktuellen Empfehlungen (u.a. DGKJ, ESPGHAN, ESPE) definieren klare Vorgaben für die Rachitis-Prophylaxe und die Therapie eines Vitamin-D-Mangels bei Kindern und Jugendlichen.

Rachitis-Prophylaxe

Die Prophylaxe wird für alle Säuglinge empfohlen, unabhängig von der Ernährungsform. Auch bei Gabe von Formulanahrung wird die Substitution trotz Anreicherung der Nahrung empfohlen.

  • Dosis: 400-500 IE (10-12,5 µg) täglich
  • Dauer: Ab der 1. Lebenswoche bis zum 2. erlebten Frühsommer
  • Besonderheit: Für gestillte Kinder ist die Substitution obligat, da Muttermilch kaum Vitamin D enthält.

Typische Präparate umfassen:

  • Vigantoletten 500 IE (1 Tablette täglich)
  • D-Fluoretten 500 IE (Kombination mit Fluorid)
  • Vigantol Öl (20.000 IE/ml, wobei 1 Tropfen ca. 667 IE entspricht)

Therapie des Vitamin-D-Mangels

Die therapeutische Dosierung richtet sich nach dem Alter und dem Schweregrad des Mangels, gemessen am 25-OH-Vitamin-D-Spiegel.

AlterMangel (<25 nmol/l)Insuffizienz (25-50 nmol/l)
0-12 Monate1000 IE/Tag für 8-12 Wochen400-1000 IE/Tag
1-18 Jahre2000-4000 IE/Tag für 6-12 Wochen600-1000 IE/Tag

Nach erfolgreicher Auffüllung erfolgt eine Erhaltungstherapie mit 600-1000 IE/Tag (altersabhängig). Bei Vorliegen von Risikofaktoren kann eine höhere Dosis erforderlich sein.

Risikogruppen für Vitamin-D-Mangel

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung:

  • Gestillte Säuglinge ohne Substitution
  • Dunkle Hautpigmentierung
  • Verschleierung oder geringe Sonnenexposition
  • Malabsorption (z. B. Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Mukoviszidose)
  • Einnahme von Antiepileptika (aufgrund von CYP-Induktion)
  • Adipositas (Sequestrierung des Vitamins im Fettgewebe)

Monitoring und Überdosierung

Zur Überwachung wird der 25-OH-Vitamin-D-Spiegel bestimmt:

  • Zielwert: >50 nmol/l (>20 ng/ml)
  • Optimaler Bereich: 75-125 nmol/l

Eine Überdosierung ist unbedingt zu vermeiden. Toxische Dosen liegen bei >50.000 IE/Tag über mehrere Wochen. Mögliche Symptome einer Intoxikation sind Hyperkalzämie, Nephrokalzinose, Übelkeit und Erbrechen.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der Verordnung von Vigantol Öl auf die genaue Dosierung: Ein Tropfen enthält bereits ca. 667 IE Vitamin D, was leicht über der Standard-Prophylaxedosis von 400-500 IE liegt.

Häufig gestellte Fragen

Die Prophylaxe sollte ab der 1. Lebenswoche bis zum 2. erlebten Frühsommer durchgeführt werden.
Ja, die Prophylaxe mit 400-500 IE täglich wird trotz Anreicherung der Formulanahrung empfohlen.
Ein manifester Mangel liegt bei einem 25-OH-Vitamin-D-Spiegel von <25 nmol/l vor. Werte zwischen 25 und 50 nmol/l gelten als Insuffizienz.
Typische Symptome einer Überdosierung sind Hyperkalzämie, Nephrokalzinose, Übelkeit und Erbrechen.

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