Vitamin D Dosierung bei Kindern: Leitlinie (DGKJ)
📋Auf einen Blick
- •Die Rachitis-Prophylaxe mit 400-500 IE täglich wird für alle Säuglinge ab der 1. Lebenswoche bis zum 2. erlebten Frühsommer empfohlen.
- •Ein Vitamin-D-Mangel (<25 nmol/l) erfordert eine therapeutische Substitution von 1000 IE/Tag (Säuglinge) bzw. 2000-4000 IE/Tag (1-18 Jahre).
- •Der Zielbereich für den 25-OH-Vitamin-D-Spiegel liegt bei >50 nmol/l (>20 ng/ml), optimal sind 75-125 nmol/l.
Hintergrund
Vitamin D ist essenziell für die kindliche Entwicklung. Die aktuellen Empfehlungen (u.a. DGKJ, ESPGHAN, ESPE) definieren klare Vorgaben für die Rachitis-Prophylaxe und die Therapie eines Vitamin-D-Mangels bei Kindern und Jugendlichen.
Rachitis-Prophylaxe
Die Prophylaxe wird für alle Säuglinge empfohlen, unabhängig von der Ernährungsform. Auch bei Gabe von Formulanahrung wird die Substitution trotz Anreicherung der Nahrung empfohlen.
- Dosis: 400-500 IE (10-12,5 µg) täglich
- Dauer: Ab der 1. Lebenswoche bis zum 2. erlebten Frühsommer
- Besonderheit: Für gestillte Kinder ist die Substitution obligat, da Muttermilch kaum Vitamin D enthält.
Typische Präparate umfassen:
- Vigantoletten 500 IE (1 Tablette täglich)
- D-Fluoretten 500 IE (Kombination mit Fluorid)
- Vigantol Öl (20.000 IE/ml, wobei 1 Tropfen ca. 667 IE entspricht)
Therapie des Vitamin-D-Mangels
Die therapeutische Dosierung richtet sich nach dem Alter und dem Schweregrad des Mangels, gemessen am 25-OH-Vitamin-D-Spiegel.
| Alter | Mangel (<25 nmol/l) | Insuffizienz (25-50 nmol/l) |
|---|---|---|
| 0-12 Monate | 1000 IE/Tag für 8-12 Wochen | 400-1000 IE/Tag |
| 1-18 Jahre | 2000-4000 IE/Tag für 6-12 Wochen | 600-1000 IE/Tag |
Nach erfolgreicher Auffüllung erfolgt eine Erhaltungstherapie mit 600-1000 IE/Tag (altersabhängig). Bei Vorliegen von Risikofaktoren kann eine höhere Dosis erforderlich sein.
Risikogruppen für Vitamin-D-Mangel
Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung:
- Gestillte Säuglinge ohne Substitution
- Dunkle Hautpigmentierung
- Verschleierung oder geringe Sonnenexposition
- Malabsorption (z. B. Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Mukoviszidose)
- Einnahme von Antiepileptika (aufgrund von CYP-Induktion)
- Adipositas (Sequestrierung des Vitamins im Fettgewebe)
Monitoring und Überdosierung
Zur Überwachung wird der 25-OH-Vitamin-D-Spiegel bestimmt:
- Zielwert: >50 nmol/l (>20 ng/ml)
- Optimaler Bereich: 75-125 nmol/l
Eine Überdosierung ist unbedingt zu vermeiden. Toxische Dosen liegen bei >50.000 IE/Tag über mehrere Wochen. Mögliche Symptome einer Intoxikation sind Hyperkalzämie, Nephrokalzinose, Übelkeit und Erbrechen.
💡Praxis-Tipp
Achten Sie bei der Verordnung von Vigantol Öl auf die genaue Dosierung: Ein Tropfen enthält bereits ca. 667 IE Vitamin D, was leicht über der Standard-Prophylaxedosis von 400-500 IE liegt.