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Omeprazol bei Kindern: Dosierung laut Kinderformularium

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Omeprazol ist ein Protonenpumpenhemmer (PPI), der die Magensäuresekretion durch Hemmung der H+/K+-ATPase in den Belegzellen der Magenschleimhaut dosisabhängig reduziert. Die Monographie des Kinderformulariums fasst die pädiatrischen Anwendungsmöglichkeiten und Dosierungen zusammen.

Bei der Eradikation von Helicobacter pylori beruht die Wirkung des Wirkstoffs wahrscheinlich auf einem Anstieg des lokalen pH-Wertes. Dies erhöht die Wirksamkeit der begleitend eingesetzten Antibiotika signifikant.

Die Pharmakokinetik von Omeprazol unterscheidet sich bei Kindern deutlich von der bei Erwachsenen. Bei Kleinkindern ist die Halbwertszeit in der Regel kürzer, während sie bei Neugeborenen unter 10 Tagen auf bis zu 10 Stunden verlängert sein kann.

Empfehlungen

Die Monographie formuliert folgende Kernaspekte für den pädiatrischen Einsatz:

Indikationen und Einsatzgebiete

Laut Quelle wird Omeprazol bei Kindern primär für folgende Indikationen eingesetzt:

  • Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) und Refluxösophagitis

  • Ulcus duodeni und Ulcus ventriculi

  • Prophylaxe von Stressulzera und intestinalen Blutungen bei Intensivpatienten

  • Eradikation von Helicobacter pylori im Rahmen einer Kombinationstherapie

Therapieziele und Monitoring

Das Ziel der intravenösen Therapie besteht laut Monographie darin, den pH-Wert des Magens für mindestens 94 % des Tages über 4 zu halten.

Bei Zweifeln an der Wirksamkeit wird eine Bestimmung des Magen-pH-Wertes empfohlen. Dabei sollte auf tageszeitliche Fluktuationen geachtet werden.

Praktische Anwendung

Die Quelle weist darauf hin, dass die magensaftresistente Formulierung bei der oralen Gabe zwingend intakt bleiben muss, da der Wirkstoff säureempfindlich ist.

  • Tabletten können oft in Wasser ohne Kohlensäure dispergiert und mit Fruchtsaft oder Apfelmus vermischt werden.

  • Die Verwendung von Milch wird für die Einnahme explizit nicht empfohlen.

  • Magensaftresistente Pellets dürfen keinesfalls zerkaut werden.

Dosierung

Die folgenden Dosierungsempfehlungen basieren auf den Angaben des Kinderformulariums. Bei Niereninsuffizienz mit einer GFR ≥ 10 ml/min/1.73m² ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Orale Therapie: GERD, Ulkuskrankheit und Stressulkusprophylaxe

AlterDosierungMaximaldosisBemerkung
Neugeborene1 mg/kg/Tag in 1 Dosis3 mg/kg/TagOff-label. Bei unzureichender Wirkung auf 2 Dosen verteilen.
1 Monat bis 1 Jahr1 mg/kg/Tag in 1 Dosis3 mg/kg/TagTeilweise Off-label. Schrittweise Erhöhung möglich.
1 Jahr bis 18 Jahre1,5 - 3 mg/kg/Tag in 1-2 Dosen80 mg/TagTeilweise Off-label.

Intravenöse Therapie: GERD, Ulkuskrankheit und Stressulkusprophylaxe

AlterDosierungMaximaldosisBemerkung
Neugeborene1 - 2 mg/kg/Tag in 1-2 Dosen40 mg/TagOff-label.
1 Monat bis 18 Jahre1 - 2 mg/kg/Tag in 1-2 Dosen40 mg/TagOff-label.

Orale Therapie: Helicobacter-Pylori-Eradikation

AlterDosierungMaximaldosisBemerkung
1 Monat bis 18 Jahre1,5 - 2,5 mg/kg/Tag in 2 Dosen80 mg/TagBehandlungsdauer 14 Tage. Unter 4 Jahren Off-label.

Kontraindikationen

Die gleichzeitige Gabe von Omeprazol und Nelfinavir ist laut Monographie kontraindiziert.

Zudem wird vor der Kombination mit Atazanavir, Rilpivirin und magensaftresistent überzogenen Methylphenidat-Präparaten gewarnt, da es zu klinisch relevanten Wechselwirkungen kommt.

Bei Vorliegen von Alarmsymptomen wie unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, wiederholtem Erbrechen, Dysphagie oder Meläna wird der Ausschluss einer Malignität gefordert, da Omeprazol die Symptome verschleiern und eine Diagnose verzögern kann.

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💡Praxis-Tipp

Die Monographie weist darauf hin, dass sich der Mageninhalt bei der Verwendung von Omeprazol lila verfärben kann. Diese Verfärbung ist an sich nicht schädlich, deutet jedoch auf einen Abbau des säureempfindlichen Wirkstoffs im Magen und eine potenziell verminderte therapeutische Wirkung hin. Es wird daher betont, bei der Applikation streng auf die Intaktheit der magensaftresistenten Formulierung zu achten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Kinderformularium wird für Säuglinge ab 1 Monat eine orale Dosis von 1 mg/kg/Tag als Einzeldosis empfohlen. Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis auf zwei Gaben verteilt und schrittweise auf maximal 3 mg/kg/Tag erhöht werden.

Die Monographie gibt an, dass viele Kapselpräparate geöffnet und die enthaltenen Pellets in leicht sauren Flüssigkeiten wie Apfelmus oder Fruchtsaft suspendiert werden können. Es wird jedoch ausdrücklich davor gewarnt, die Pellets zu zerkauen oder mit Milch zu mischen.

Neben den von Erwachsenen bekannten Nebenwirkungen beschreibt die Quelle bei Kindern respiratorische Nebenwirkungen und Fieber, insbesondere im Alter unter 2 Jahren. Zudem wird auf ein potenziell höheres Infektionsrisiko bei oraler Verabreichung hingewiesen.

Gemäß der Monographie ist bei Kindern über 3 Monaten mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von über 10 ml/min/1.73m² keine Dosisanpassung erforderlich. Bei einer GFR unter 10 ml/min/1.73m² kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden.

Für die Eradikationstherapie bei Kindern empfiehlt das Kinderformularium eine Behandlungsdauer von 14 Tagen. Die Tagesdosis von 1,5 bis 2,5 mg/kg wird dabei auf zwei Einzelgaben aufgeteilt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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