Terbinafin oral bei Kindern: Kinderformularium
Hintergrund
Das Kinderformularium bietet eine Monographie zur oralen Anwendung des Antimykotikums Terbinafin bei Kindern. Terbinafin ist ein Allylamin, das durch die Hemmung der Squalenepoxidase in die Sterolbiosynthese der Pilze eingreift und so zum Zelltod führt.
Laut Monographie wird der Wirkstoff bei Terbinafin-empfindlichen Pilzinfektionen der Haut und Nägel (wie Tinea corporis oder Onychomykose) eingesetzt. Eine orale Therapie wird als notwendig erachtet, wenn Lokalisation, Schwere oder Ausdehnung der Infektion dies erfordern.
Die Anwendung bei Kindern ab 2 Jahren bis unter 18 Jahren erfolgt im Off-Label-Use. Für diese Altersgruppe stellt das Kinderformularium spezifische Dosierungsempfehlungen zur Verfügung.
Empfehlungen
Die Monographie des Kinderformulariums formuliert folgende Hinweise zur Anwendung und Überwachung:
Anwendungshinweise
Die Einnahme der Tabletten erfolgt unzerkaut mit ausreichend Wasser. Laut Monographie kann die Gabe unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen, da die Bioverfügbarkeit durch Nahrung nicht beeinflusst wird.
Überwachung der Leberfunktion
Es wird eine Bestimmung der Leberfunktionswerte vor Beginn der Therapie sowie eine regelmäßige Überwachung im Verlauf empfohlen. Die Monographie betont, dass Terbinafin bei einer Erhöhung der Werte sofort abgesetzt werden muss.
Zudem wird angeraten, auf klinische Symptome einer Leberschädigung zu achten. Dazu zählen unter anderem:
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Unerklärliche, länger anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
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Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme
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Ikterus, dunkler Urin oder blasser Stuhl
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Schmerzen im oberen Gastrointestinaltrakt
Warnhinweise zu Haut und Blutbild
Die Monographie warnt vor sehr seltenen, aber schweren Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom oder DRESS. Bei Auftreten eines progredienten Exanthems muss die Behandlung laut Quelle umgehend beendet werden.
Zudem wird auf das Risiko von Blutbildveränderungen hingewiesen. Es wurden sehr seltene Fälle von Dyskrasien wie Neutropenie, Agranulozytose oder Thrombozytopenie berichtet.
Wechselwirkungen
Terbinafin zeichnet sich durch ein hohes Interaktionspotenzial aus. Es wird über CYP3A4 und CYP2C9 metabolisiert und hemmt selbst CYP2D6.
Die Monographie empfiehlt eine individuelle Überprüfung der Begleitmedikation. Bei unvermeidbaren Kombinationen mit CYP-Induktoren oder -Inhibitoren wird eine Dosisanpassung und ein entsprechendes Monitoring angeraten.
Dosierung
Die Dosierung bei Kindern ab 2 Jahren erfolgt laut Kinderformularium im Off-Label-Use und richtet sich nach dem Körpergewicht. Die Tagesdosis wird als Einzeldosis verabreicht.
| Alter und Gewicht | Tagesdosis | Dosierungsintervall |
|---|---|---|
| ≥ 2 Jahre, 15 bis 20 kg | 62,5 mg | 1 Dosis pro Tag |
| ≥ 2 Jahre, 20 bis 40 kg | 125 mg | 1 Dosis pro Tag |
| ≥ 2 Jahre, ≥ 40 kg | 250 mg | 1 Dosis pro Tag |
Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörungen
Für Kinder ab 3 Monaten gibt die Monographie spezifische Anpassungen bei eingeschränkter glomerulärer Filtrationsrate (GFR) an.
| GFR (ml/min/1.73 m2) | Dosisanpassung | Dosierungsintervall |
|---|---|---|
| 50 - 80 | Keine Anpassung erforderlich | Standard |
| 30 - 50 | 50 % der Einzeldosis | 24 Stunden |
| 10 - 30 | 50 % der Einzeldosis | 24 Stunden |
| < 10 | Keine generelle Empfehlung möglich | - |
Hinweis zur Ambiguität: Im Abschnitt zu Warnhinweisen gibt die Quelle an, dass die Anwendung bei einer Kreatinin-Clearance ≤ 50 ml/min nicht ausreichend untersucht ist und daher nicht empfohlen wird, während im Dosierungsabschnitt konkrete Anpassungen für diese GFR-Werte genannt werden.
Kontraindikationen
Laut Monographie bestehen folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Terbinafin:
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Chronische oder akute Lebererkrankungen
-
Nagelmykosen, bei denen die Nagelveränderung primär Folge einer bakteriellen Infektion ist
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Aspekt der Terbinafin-Therapie ist die potenzielle Hepatotoxizität. Die Monographie betont die Notwendigkeit, die Leberwerte vor Therapiebeginn zu bestimmen und bei jeglichen klinischen Zeichen einer Leberschädigung (wie dunkler Urin, Ikterus oder unerklärliche Übelkeit) die Medikation sofort abzusetzen.
Häufig gestellte Fragen
Die Dosierung erfolgt gewichtsadaptiert im Off-Label-Use. Bei Kindern ab 2 Jahren und einem Gewicht von 20 bis 40 kg wird laut Monographie eine Einzeldosis von 125 mg pro Tag empfohlen.
Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Die Monographie gibt an, dass die Bioverfügbarkeit durch Nahrungsaufnahme nicht beeinflusst wird.
Bei einer Überdosierung wird zunächst die Gabe von Aktivkohle zur Elimination des Wirkstoffs empfohlen. Ein spezifisches Antidot ist laut Quelle nicht bekannt, weshalb eine symptomatische Behandlung erfolgt.
Terbinafin hat ein hohes Interaktionspotenzial, da es über CYP3A4 und CYP2C9 metabolisiert wird und CYP2D6 hemmt. Es wird eine individuelle Überprüfung der Begleitmedikation angeraten.
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Quelle: Kinderformularium: Metamizol - Pädiatrische Dosierung (Kinderformularium, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.