Dimetinden Dosierung Kinder: Leitlinie (Kinderformularium)
📋Auf einen Blick
- •Die Standarddosis für Dimetinden-Tropfen beträgt 0,1 mg/kg/Tag, verteilt auf 3 Einzelgaben.
- •Tropfen sind ab 1 Monat zugelassen, das topische Gel bereits ab Geburt.
- •Als Antihistaminikum der 1. Generation wirkt Dimetinden stark sedierend und eignet sich gut für akute Situationen.
- •Bei Säuglingen unter 1 Jahr ist Dimetinden das Mittel der Wahl, da Cetirizin erst ab 1 Jahr zugelassen ist.
Hintergrund
Dimetinden (bekannt als Fenistil) ist ein Antihistaminikum der 1. Generation. Es zeichnet sich durch einen schnellen Wirkungseintritt aus, wirkt jedoch stark sedierend. Für eine Dauertherapie sollten Antihistaminika der 2. Generation (wie Cetirizin oder Loratadin) bevorzugt werden.
Zulassung und Indikationen
Die Zulassung richtet sich nach der Darreichungsform:
- Tropfen: Zugelassen ab 1 Monat
- Gel (topisch): Zugelassen ab Geburt
Klinische Indikationen:
- Akute allergische Reaktionen
- Juckreiz (z.B. bei Urtikaria, Insektenstichen, Windpocken)
- Prämedikation vor Kontrastmittelgabe
Dosierung
Orale Gabe (Tropfen)
Die Standarddosis beträgt 0,1 mg/kg/Tag, verteilt auf 3 Einzelgaben. (Hinweis: 1 Tropfen = 0,05 mg = 1 mg/ml)
| Alter | Gewicht | Einzeldosis | Tagesdosis |
|---|---|---|---|
| 1-12 Monate | 5-10 kg | 3-10 Tropfen | 10-30 Tropfen |
| 1-3 Jahre | 10-15 kg | 10-15 Tropfen | 30-45 Tropfen |
| 3-12 Jahre | 15-40 kg | 15-20 Tropfen | 45-60 Tropfen |
| >12 Jahre | >40 kg | 20-40 Tropfen | 60-120 Tropfen |
Intravenöse Gabe
- 0,025-0,05 mg/kg langsam i.v.
- Bei Anaphylaxie: Einsatz als Adjuvans nach der Adrenalin-Gabe
Topische Anwendung (Gel)
- Indiziert bei Insektenstichen, Sonnenbrand und leichten Verbrennungen
- 2-4x täglich auftragen
Nebenwirkungen und Warnhinweise
- Sedierung: Stärker ausgeprägt als bei Antihistaminika der 2. Generation
- Mundtrockenheit
- Paradoxe Erregung: Kann insbesondere bei Kleinkindern auftreten
- Cave: Keine Kombination mit Alkohol oder anderen sedierenden Medikamenten
Dimetinden vs. Cetirizin
In folgenden Situationen ist Dimetinden gegenüber Cetirizin zu bevorzugen:
- Säuglinge <1 Jahr: Cetirizin ist erst ab 1 Jahr zugelassen
- Akute allergische Reaktion: Dimetinden hat einen schnelleren Wirkeintritt
- Nächtlicher Juckreiz: Wenn der sedierende Effekt therapeutisch erwünscht ist
💡Praxis-Tipp
Nutzen Sie den sedierenden Effekt von Dimetinden gezielt bei starkem nächtlichen Juckreiz (z.B. bei Windpocken), weichen Sie für die Dauertherapie tagsüber aber auf ein Antihistaminikum der 2. Generation (wie Cetirizin) aus.