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Dimetinden Dosierung Kinder: Leitlinie (Kinderformularium)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Kinderformularium / DGKJ Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Standarddosis für Dimetinden-Tropfen beträgt 0,1 mg/kg/Tag, verteilt auf 3 Einzelgaben.
  • Tropfen sind ab 1 Monat zugelassen, das topische Gel bereits ab Geburt.
  • Als Antihistaminikum der 1. Generation wirkt Dimetinden stark sedierend und eignet sich gut für akute Situationen.
  • Bei Säuglingen unter 1 Jahr ist Dimetinden das Mittel der Wahl, da Cetirizin erst ab 1 Jahr zugelassen ist.
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Hintergrund

Dimetinden (bekannt als Fenistil) ist ein Antihistaminikum der 1. Generation. Es zeichnet sich durch einen schnellen Wirkungseintritt aus, wirkt jedoch stark sedierend. Für eine Dauertherapie sollten Antihistaminika der 2. Generation (wie Cetirizin oder Loratadin) bevorzugt werden.

Zulassung und Indikationen

Die Zulassung richtet sich nach der Darreichungsform:

  • Tropfen: Zugelassen ab 1 Monat
  • Gel (topisch): Zugelassen ab Geburt

Klinische Indikationen:

  • Akute allergische Reaktionen
  • Juckreiz (z.B. bei Urtikaria, Insektenstichen, Windpocken)
  • Prämedikation vor Kontrastmittelgabe

Dosierung

Orale Gabe (Tropfen)

Die Standarddosis beträgt 0,1 mg/kg/Tag, verteilt auf 3 Einzelgaben. (Hinweis: 1 Tropfen = 0,05 mg = 1 mg/ml)

AlterGewichtEinzeldosisTagesdosis
1-12 Monate5-10 kg3-10 Tropfen10-30 Tropfen
1-3 Jahre10-15 kg10-15 Tropfen30-45 Tropfen
3-12 Jahre15-40 kg15-20 Tropfen45-60 Tropfen
>12 Jahre>40 kg20-40 Tropfen60-120 Tropfen

Intravenöse Gabe

  • 0,025-0,05 mg/kg langsam i.v.
  • Bei Anaphylaxie: Einsatz als Adjuvans nach der Adrenalin-Gabe

Topische Anwendung (Gel)

  • Indiziert bei Insektenstichen, Sonnenbrand und leichten Verbrennungen
  • 2-4x täglich auftragen

Nebenwirkungen und Warnhinweise

  • Sedierung: Stärker ausgeprägt als bei Antihistaminika der 2. Generation
  • Mundtrockenheit
  • Paradoxe Erregung: Kann insbesondere bei Kleinkindern auftreten
  • Cave: Keine Kombination mit Alkohol oder anderen sedierenden Medikamenten

Dimetinden vs. Cetirizin

In folgenden Situationen ist Dimetinden gegenüber Cetirizin zu bevorzugen:

  • Säuglinge <1 Jahr: Cetirizin ist erst ab 1 Jahr zugelassen
  • Akute allergische Reaktion: Dimetinden hat einen schnelleren Wirkeintritt
  • Nächtlicher Juckreiz: Wenn der sedierende Effekt therapeutisch erwünscht ist

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie den sedierenden Effekt von Dimetinden gezielt bei starkem nächtlichen Juckreiz (z.B. bei Windpocken), weichen Sie für die Dauertherapie tagsüber aber auf ein Antihistaminikum der 2. Generation (wie Cetirizin) aus.

Häufig gestellte Fragen

Dimetinden-Tropfen sind bei Säuglingen ab 1 Monat zugelassen. Das Gel darf bereits ab Geburt angewendet werden.
Die Standarddosis beträgt 0,1 mg/kg/Tag, aufgeteilt auf 3 Einzelgaben. Ein Tropfen entspricht dabei 0,05 mg.
Bei Säuglingen unter 1 Jahr, bei akuten allergischen Reaktionen (aufgrund des schnelleren Wirkeintritts) und wenn eine Sedierung (z.B. bei nächtlichem Juckreiz) erwünscht ist.
Intravenös werden 0,025-0,05 mg/kg langsam gespritzt. Bei einer Anaphylaxie erfolgt die Gabe als Adjuvans immer erst nach der Adrenalin-Gabe.

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