Kardiovaskuläre Prävention: Risikoscores und Therapie
Hintergrund
Die SIGN-Leitlinie 149 befasst sich mit der Abschätzung und Prävention des kardiovaskulären Risikos. Kardiovaskuläre Erkrankungen haben eine multifaktorielle Ätiologie mit potenziell modifizierbaren Risikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie und Fettstoffwechselstörungen.
Die Leitlinie betont einen kombinierten Ansatz aus bevölkerungsweiten Strategien und gezielten Interventionen für Hochrisikopersonen. Die Berechnung des absoluten kardiovaskulären Risikos bildet dabei den Ausgangspunkt für präventive Behandlungsentscheidungen.
Da die meisten kardiovaskulären Todesfälle in der großen Gruppe der Personen mit moderatem Risiko auftreten, ist eine präzise Risikostratifizierung essenziell. Die Leitlinie zielt darauf ab, Über- und Unterversorgung durch evidenzbasierte Schwellenwerte zu vermeiden.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Grund für den Therapieabbruch ist eine vermutete Statin-Intoleranz aufgrund von Muskelschmerzen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass 70 bis 90 % dieser Personen bei einer erneuten Exposition (Rechallenge) ein Statin tolerieren. Es wird empfohlen, bei persistierender Intoleranz zunächst auf ein alternatives Statin zu wechseln, bevor die Therapie vollständig beendet wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird Aspirin zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen nicht empfohlen. Die Risiken für gastrointestinale und intrakranielle Blutungen überwiegen hierbei den potenziellen Nutzen.
Die Leitlinie empfiehlt Atorvastatin in einer Dosierung von 80 mg täglich für Personen mit etablierter kardiovaskulärer Erkrankung. Bei Unverträglichkeiten oder Interaktionsrisiken kann die Dosis angepasst werden.
Es wird ein Zielblutdruck von <135/85 mmHg bei Personen mit Diabetes, chronischer Nierenerkrankung oder Endorganschäden empfohlen. Für unkomplizierte Hypertonie liegt das Ziel bei <140/90 mmHg.
Die Leitlinie rät von der Einnahme von Omega-3-Nahrungsergänzungsmitteln zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos ab. Stattdessen wird der regelmäßige Verzehr von Fisch im Rahmen der Ernährung empfohlen.
Es wird eine formale Risikobewertung alle fünf Jahre für Erwachsene über 40 Jahre empfohlen. Ein 10-Jahres-Risiko von ≥20 % gilt dabei als Indikation für präventive medikamentöse Maßnahmen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: SIGN 149: Risk Estimation and the Prevention of Cardiovascular Disease (SIGN, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Australian Guideline for Assessing and Managing Cardiovascular Disease Risk 2023
CCS 2022 Dyslipidemia Guidelines Pocket Guide
Cochrane Review: HMG CoA reductase inhibitors (statins) for people with chronic kidney disease not requiring dialysis
SIGN 148: Acute Coronary Syndrome
SIGN 151: Management of stable angina
USPSTF Recommendation: Statin Use for Primary Prevention of CVD
Diabetes Canada Chapter 23: Cardiovascular Protection in People with Diabetes
Guideline for the pharmacological treatment of hypertension in adults: web annex A: summary of evidence
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen