Kardiale MRT (CMR): Protokolle und Ischämiediagnostik
Hintergrund
Die kardiale Magnetresonanztomographie (CMR) ist ein zentrales bildgebendes Verfahren in der Kardiologie. Der Pocket Guide der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bietet eine praxisnahe Übersicht zur Durchführung und Befundung von CMR-Untersuchungen.
Das Dokument strukturiert die Untersuchung in spezifische Module wie Anatomie, Ventrikelfunktion, Perfusion und Late Gadolinium Enhancement (LGE). Diese standardisierten Protokolle ermöglichen eine präzise Diagnostik verschiedenster kardialer Pathologien.
Neben den technischen Aspekten und der Artefaktvermeidung werden detaillierte Kriterien für spezifische Krankheitsbilder wie Kardiomyopathien, Ischämien und Herztumoren definiert. Zudem liefert die Leitlinie wichtige Referenzwerte für die klinische Routine.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei einer kardialen Amyloidose die Unterdrückung des normalen Myokardsignals in den LGE-Sequenzen (Late Gadolinium Enhancement) oft problematisch ist. Wenn das "Nullen" des Myokards trotz optimaler Technik schwer durchführbar ist und eine abnormale Gadolinium-Kinetik mit schnellem Washout vorliegt, sollte differenzialdiagnostisch zwingend an eine Speichererkrankung gedacht werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie gilt ein Verhältnis von nicht-kompaktiertem zu kompaktiertem Myokard von mindestens 2,3:1 am Ende der Diastole als diagnostisches Kriterium. Zudem muss die Masse des nicht-kompaktierten Myokards mehr als 20 Prozent der globalen linksventrikulären Masse betragen.
Die Leitlinie empfiehlt hierfür die T2-gewichtete Bildgebung vor der Kontrastmittelgabe. Der Nachweis eines myokardialen Ödems in der T2-Sequenz spricht für ein akutes Infarktgeschehen.
Es wird empfohlen, die Untersuchung bei neu auftretenden Wandbewegungsstörungen oder gravierenden Medikamenten-Nebenwirkungen sofort zu stoppen. Auch das Erreichen der altersentsprechenden Zielherzfrequenz ist ein reguläres Abbruchkriterium.
Gemäß dem Dokument sind kardiale Metastasen etwa 1000-mal häufiger als primäre Herztumoren. Zu den häufigsten Primärtumoren zählen das Melanom sowie Schilddrüsen-, Mamma-, Nierenzell- und Bronchialkarzinome.
Die T2*-Quantifizierung wird als Standardtechnik für das Monitoring einer kardialen Hämochromatose beschrieben. Ein T2*-Wert des septalen Myokards von unter 20 ms gilt dabei als diagnostisch wegweisend.
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Quelle: Pocket Guide der AG21: Kardiale Magnetresonanztomographie (DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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