Jod-131-Uptake-Test: Indikation und Kontraindikation
Hintergrund
Der Jod-131-Uptake-Test ist ein nicht-invasives nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren. Laut der StatPearls-Leitlinie dient er der Beurteilung der Schilddrüsenfunktion, der Detektion von Metastasen sowie der Evaluation von Restgewebe nach einer Thyreoidektomie.
Jod-131 hat eine Halbwertszeit von etwa 8,2 Tagen und zerfällt unter Beta-Strahlung. Es wird primär in der Diagnostik und Therapie des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms eingesetzt, was das Konzept der Theranostik veranschaulicht.
Im Gegensatz dazu wird Jod-123 aufgrund seiner kürzeren Halbwertszeit und besseren Bildqualität bevorzugt für die Bildgebung bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen verwendet.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für den Einsatz und die Durchführung:
Indikationen
Ein Jod-131-Scan wird für verschiedene diagnostische und therapeutische Zwecke empfohlen:
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Nachweis von Schilddrüsenkarzinom-Rezidiven oder Fernmetastasen
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Re-Staging von Schilddrüsenkarzinomen, typischerweise 6 bis 12 Monate nach Thyreoidektomie und Radiojodablation
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Darstellung von ektopem Schilddrüsengewebe oder Restgewebe
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Dosimetrie zur Berechnung der sicheren I-131-Therapiedosis für kritische Organe
Patientenvorbereitung
Für eine optimale Bildgebung wird ein TSH-Wert von mindestens 30 mIU/L empfohlen. Dies kann laut Leitlinie auf zwei Wegen erreicht werden:
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Hormonentzug: Absetzen von Levothyroxin für 4 bis 6 Wochen oder Trijodthyronin für 2 Wochen.
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Rekombinantes TSH: Verabreichung von Thyrotropin alfa ohne Absetzen der Hormonsubstitution zur Vermeidung von Hypothyreose-Symptomen.
Zusätzlich wird eine jodarme Diät für 7 bis 14 Tage vor der Untersuchung empfohlen. Antithyreoidale Medikamente sollten in der Regel für 5 bis 7 Tage pausiert werden.
Durchführung der Bildgebung
Die Leitlinie beschreibt folgenden Ablauf für den Scan:
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Nüchternheit für mindestens 4 Stunden vor und bis zu 1 Stunde nach der Einnahme der radioaktiven Dosis.
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Aufnahme einer ausreichenden Menge Wasser direkt vor der Bildgebung, um physiologische Aktivität in Pharynx und Ösophagus zu eliminieren.
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Durchführung des Scans 24 bis 72 Stunden nach Einnahme (bei prä-ablativen Scans) oder 3 bis 7 Tage nach einer Therapie.
Sicherheit und Nachsorge
Nach einer I-131-Ablation oder adjuvanten Therapie wird eine patientenspezifische Selbstisolation gemäß nuklearmedizinischen Vorgaben empfohlen. Bei Flugreisen wird das Mitführen eines ärztlichen Attests angeraten, da Strahlungsdetektoren für etwa 2 bis 3 Monate anschlagen können.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierung für die Vorbereitung mit rekombinantem TSH (rhTSH):
| Medikament | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|
| Thyrotropin alfa | 2x 0,9 mg s.c. im Abstand von 24 Stunden | TSH-Stimulation vor I-131-Scan ohne Schilddrüsenhormonentzug |
Kontraindikationen
Laut Leitlinie gelten Schwangerschaft und Stillzeit als absolute Kontraindikationen, da der Fötus ab der 10. Schwangerschaftswoche radioaktives Jod aufnehmen kann. Das Stillen sollte mindestens 6 Wochen vor dem Test pausiert und nach einer I-131-Gabe komplett abgesetzt werden.
Eine mittelschwere bis schwere endokrine Orbitopathie stellt eine relative Kontraindikation dar, da sie sich durch die Behandlung verschlechtern kann.
Zudem warnt die Leitlinie vor dem "Stunning"-Effekt: Eine diagnostische Dosis I-131 kann die Aufnahme einer nachfolgenden therapeutischen Dosis im Schilddrüsengewebe verringern.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass zahlreiche Medikamente und Kontrastmittel die Jodaufnahme der Schilddrüse blockieren und zu falsch-negativen Ergebnissen führen können. Insbesondere amiodaronhaltige Präparate oder ölbasierte jodhaltige Kontrastmittel erfordern laut Leitlinie eine Karenzzeit von 3 bis 6 Monaten vor einem Jod-131-Scan. Zudem wird vor dem sogenannten "Stunning"-Effekt gewarnt, bei dem eine diagnostische I-131-Dosis die Wirksamkeit einer anschließenden therapeutischen Dosis herabsetzen kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, mindestens 4 Stunden vor und bis zu 1 Stunde nach der Einnahme der radioaktiven Dosis auf Nahrung zu verzichten. Dies stellt eine optimale Aufnahme des Radiotracers sicher.
Es wird empfohlen, nach einer Behandlung mit radioaktivem Jod für einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten nicht schwanger zu werden. Dies dient dem Schutz des ungeborenen Kindes vor potenziellen Strahlenschäden.
Laut Leitlinie sollte Levothyroxin (T4) für 4 bis 6 Wochen und Trijodthyronin (T3) für 2 Wochen pausiert werden, um einen ausreichenden TSH-Anstieg zu erreichen. Alternativ kann rekombinantes TSH verabreicht werden, um die Hormone nicht absetzen zu müssen.
Die Leitlinie rät dazu, unmittelbar vor den Aufnahmen eine größere Menge Wasser zu trinken. Dadurch wird physiologische Radioaktivität aus dem Rachen und der Speiseröhre weggespült, was die Bildqualität verbessert.
Jod-131 wird primär für die Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenkarzinomen eingesetzt, da es Betastrahlung emittiert und eine längere Halbwertszeit hat. Jod-123 wird laut Leitlinie aufgrund der besseren Bildqualität und geringeren Strahlenbelastung für gutartige Schilddrüsenerkrankungen bevorzugt.
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Quelle: StatPearls: Iodine-131 Uptake Study (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
StatPearls: Sodium Iodide I 131
StatPearls: Radioactive Iodine Therapy for Thyroid Malignancies
StatPearls: Thyroid Uptake and Scan
StatPearls: I-123 Uptake
StatPearls: Nuclear Medicine PET/CT Thyroid Cancer Assessment, Protocols, and Interpretation
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