B-Streptokokken-Screening in der Schwangerschaft: IQWiG
Hintergrund
Streptokokken der serologischen Gruppe B (Streptococcus agalactiae) gehören zur normalen Bakterienflora und besiedeln bei vielen gesunden Frauen den Vaginal- oder Darmtrakt. Während der Geburt können diese Bakterien auf das Neugeborene übertragen werden und in seltenen Fällen schwere neonatale Infektionen wie eine Sepsis oder Meningitis auslösen.
Zur Prävention solcher Infektionen wird in der Geburtshilfe häufig ein Screening der Schwangeren durchgeführt, um bei einem positiven Nachweis eine intrapartale Antibiotikaprophylaxe einzuleiten. Dabei wird diskutiert, ob ein universelles Screening aller Schwangeren oder eine rein risikobasierte Strategie vorteilhafter ist.
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2019 untersucht das Screening auf B-Streptokokken im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen gemäß den Mutterschafts-Richtlinien. Diese Zusammenfassung basiert auf den Kernaussagen der Projektpublikation.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Screening-Strategie:
Universelles vs. risikobasiertes Screening
Laut Bericht bleibt der Vorteil eines universellen Screenings für Schwangere weiterhin unklar. Es wird festgestellt, dass für den direkten Vergleich mit der bisherigen risikobasierten Strategie aussagekräftige Studien fehlen.
Evidenzlage
Aufgrund der unzureichenden Datenlage kann keine abschließende Überlegenheit des generellen B-Streptokokken-Tests abgeleitet werden. Ein Vorgehen, das sich rein an klinischen Risikofaktoren orientiert, konnte in der Auswertung nicht eindeutig als unterlegen eingestuft werden.
💡Praxis-Tipp
Ein universelles B-Streptokokken-Screening bei allen Schwangeren bietet laut aktueller Evidenzlage keinen belegten Vorteil gegenüber einer rein risikobasierten Teststrategie. Es wird darauf hingewiesen, dass die Indikationsstellung zum Screening im klinischen Alltag weiterhin unter kritischer Abwägung der individuellen Risikofaktoren erfolgen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Vorteil eines universellen Screenings unklar ist. Es fehlen aussagekräftige Studien, die eine Überlegenheit gegenüber einer rein risikobasierten Strategie belegen.
Die Alternative ist eine risikobasierte Strategie. Hierbei orientiert sich das Vorgehen an klinischen Risikofaktoren der Schwangeren, anstatt alle Frauen pauschal abzustreichen.
Eine Besiedlung mit B-Streptokokken kann unter der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Dies kann zu schweren neonatalen Infektionen wie Sepsis, Pneumonie oder Meningitis führen.
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Quelle: IQWiG S17-02: Screening auf Streptokokken der serologischen Gruppe B im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen gemäß Mutterschafts-Richtlinien (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.