IQWiG2019

Bestimmung der GKV-Zielpopulation bei Typ-2-Diabetes: IQWiG

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht GA16-03 befasst sich mit der Bestimmung der GKV-Zielpopulation für die Indikation Diabetes mellitus Typ 2 mittels Routinedaten. Hintergrund sind stark variierende Angaben zur Zielpopulationsgröße in Dossiers zur frühen Nutzenbewertung beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Ziel des Arbeitspapiers ist die Entwicklung einheitlicher Kriterien zur Identifikation medikamentös behandelter Typ-2-Diabetiker. Zudem sollen diese Personen standardisiert verschiedenen Medikationsgruppen zugeordnet werden, um die methodische Qualität von Versorgungsanalysen zu verbessern.

Als Datengrundlage dienten die DaTraV-Versorgungsdaten des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) aus dem Jahr 2013. Es wurden Referenzwerte zur Prävalenz und zur Verteilung auf Therapiestufen ermittelt.

Empfehlungen

Das Dokument beschreibt ein dreistufiges methodisches Vorgehen zur Identifikation und Klassifikation der Zielpopulation in Routinedaten.

Identifikation von Diabetikern

Um Versicherte mit Diabetes mellitus zu erfassen, definiert der Bericht eine Kombination aus Diagnosen und Verordnungen. Folgende Kriterien führen zum Einschluss:

Diagnose-Quartale (ICD-10 E10-E14)Verordnungs-Tage (ATC A10)Ausschlussdiagnose
Mindestens 2Nicht relevantNicht relevant
Genau 1Mindestens 1Nicht relevant
KeineMindestens 2Darf nicht vorliegen

Klassifikation des Diabetestyps

Die Zuordnung zum Diabetes mellitus Typ 2 erfolgt laut Bericht durch einen kombinierten Algorithmus. Dieser berücksichtigt neben den ICD-10-GM-Diagnosen (E11.- oder E12.-) explizit auch die Verordnungen antidiabetischer Wirkstoffe.

Dadurch sollen Typ-2-Diabetiker zuverlässig von Typ-1-Diabetikern und anderen Formen abgegrenzt werden. Beispielsweise schließt eine E10.- Diagnose in Kombination mit einer reinen Insulinverordnung auf einen Typ-1-Diabetes.

Zuordnung zu Medikationsgruppen

Die Einteilung in Medikationsgruppen basiert auf der letzten codierten Verordnung im Betrachtungsjahr. Der Bericht unterscheidet primär folgende Gruppen:

  • Therapie ohne Insulin (Monotherapie, Zweifach-, Dreifach- oder Mehrfachkombinationen)

  • Therapie mit Insulin (Kombination aus Insulin und oralen Antidiabetika oder alleinige Insulingabe)

Es werden verschiedene Validierungsstufen angewendet, wie etwa ein Zeitfenster von 180 Tagen vor der letzten Verordnung. Dies dient dazu, die tatsächliche Begleitmedikation präzise abzubilden.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass die alleinige Betrachtung von ICD-10-Diagnosen in Routinedaten häufig nicht ausreicht, um den Diabetestyp eindeutig zu bestimmen. Es wird dargelegt, dass erst die Kombination aus Diagnosecodes und spezifischen ATC-Codes eine präzise Zuordnung der Zielpopulation ermöglicht.

Häufig gestellte Fragen

Laut der Auswertung der DIMDI-Daten für das Jahr 2013 wurden rund 6,2 Millionen gesetzlich Versicherte als Personen mit Diabetes mellitus Typ 2 identifiziert. Dies entspricht etwa 93 Prozent aller erfassten Diabetiker in der Untersuchung.

Der IQWiG-Bericht nutzt ein Stufenmodell aus gesicherten ICD-10-Diagnosen und ATC-Codes. Ein Einschluss erfolgt meist bei mindestens zwei Quartalen mit einer Diabetes-Diagnose oder bei einer Diagnose in Kombination mit einer Antidiabetika-Verordnung.

Das Dokument nennt als Ursachen unter anderem unterschiedliche Definitionen der Anwendungsgebiete und abweichende Operationalisierungen zur Identifikation der Betroffenen. Auch die Wahl der Hochrechnungsfaktoren und der betrachteten Zeiträume führt zu Varianzen.

Der Bericht teilt die medikamentöse Therapie primär in Behandlungen mit und ohne Insulin ein. Darunter fallen Monotherapien sowie Zweifach-, Dreifach- und Mehrfachkombinationen mit verschiedenen Wirkstoffklassen.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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