Suchfilter für nicht-randomisierte Studien: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Der Bericht des IQWiG befasst sich mit der Identifizierung von nicht-randomisierten Studien (NRS) in bibliografischen Datenbanken wie MEDLINE. Diese Studien werden in systematischen Übersichtsarbeiten benötigt, wenn die Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) nicht ausreicht.
Bislang war unklar, ob sich die Literatursuche nach NRS durch methodische Suchfilter effektiv auf bestimmte Studientypen eingrenzen lässt. Die Herausforderung besteht darin, dass NRS eine Vielzahl unterschiedlicher Studiendesigns umfassen, die in der Literatur oft nicht einheitlich benannt werden.
Ziel der vorliegenden Analyse war es, existierende NRS-Filter in MEDLINE zu identifizieren und zu validieren. Zudem wurde untersucht, ob etablierte RCT-Filter in der Lage sind, nicht-randomisierte kontrollierte Studien (NRCTs) zuverlässig zu erfassen.
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der retrospektiven Analyse folgende zentrale Erkenntnisse und methodische Empfehlungen:
Bewertung bestehender Suchfilter
Laut Bericht erreicht keiner der 14 untersuchten NRS-Filter eine ausreichende Sensitivität (≥ 92 %) für alle anvisierten Studientypen. Die Gesamtleistung der aktuellen Filter wird als unzureichend für den effektiven Einsatz in der täglichen Praxis eingestuft.
Auch etablierte RCT-Filter (wie die von Cochrane oder der McMaster University) weisen gemäß der Analyse eine unzureichende Sensitivität auf, um NRCTs zuverlässig zu identifizieren.
Klassifikation der Studientypen
Der Bericht listet verschiedene Typen von nicht-randomisierten Studien auf, die bei der Literatursuche unterschieden werden müssen. Folgende Einteilung wird unter anderem herangezogen:
| Studientyp-Kategorie | Beispiele laut Bericht |
|---|---|
| Kontrollierte Studien | Nicht-randomisierte kontrollierte Studie (NRCT), Kontrollierte Vorher-Nachher-Studie |
| Kohortenstudien | Prospektive Kohortenstudie, Retrospektive Kohortenstudie |
| Weitere vergleichende Studien | Fall-Kontroll-Studie, Querschnittsstudie |
| Nicht-vergleichende Studien | Fallbericht, Fallserie |
Implikationen für die Forschungspraxis
Aufgrund der unzureichenden Filterleistung wird die Entwicklung neuer Suchstrategien empfohlen. Der Bericht schlägt vor, neue NRS-Filter in Kombination mit anderen Suchtechniken, wie der "Similar Articles"-Funktion in PubMed, zu nutzen.
Für die zukünftige Filterentwicklung wird empfohlen, folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Nur eindeutig als Primärpublikation gekennzeichnete Zitate sollten in die Filterentwicklung einfließen.
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Es sollte evaluiert werden, ob breiter gefasste Studienkategorien (z. B. kontrollierte vs. nicht-kontrollierte Studien) bessere Leistungskennzahlen erzielen.
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Für Studientypen mit weniger als 200 Treffern sollte ein zusätzliches unabhängiges Testset generiert werden.
Anforderungen an Publikationen
Es wird eine klare und verpflichtende Kennzeichnung des Studientyps durch die Autoren von Primärpublikationen gefordert. Herausgeber wissenschaftlicher Fachzeitschriften sollten diese Angabe bei der Einreichung des Manuskripts verlangen.
Laut Bericht sollte diese Information ein obligatorischer Bestandteil des strukturierten Abstracts sein. Dabei sollte die Bezeichnung nicht frei gewählt, sondern aus einem international konsentierten Klassifikationsschema entnommen werden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Erstellung systematischer Übersichtsarbeiten sollte man sich laut Bericht nicht blind auf bestehende methodische Suchfilter für nicht-randomisierte Studien verlassen. Da diese Filter eine unzureichende Sensitivität aufweisen, besteht ein hohes Risiko, relevante Literatur zu übersehen. Es wird stattdessen empfohlen, die Suche primär auf das untersuchte Thema auszurichten und zusätzliche Suchtechniken anzuwenden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht erreicht keiner der aktuell verfügbaren NRS-Filter eine ausreichende Sensitivität von über 92 Prozent für alle Ziel-Studientypen. Die Leistung wird für den routinemäßigen Einsatz als unzureichend bewertet.
Die Analyse zeigt, dass etablierte Suchfilter für randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) nicht geeignet sind, um NRCTs zuverlässig zu identifizieren. Auch hier wird die Sensitivität als unzureichend eingestuft.
Da methodische Filter unzureichend sind, wird empfohlen, neue Suchstrategien zu entwickeln. Der Bericht rät dazu, Suchfilter mit anderen Techniken wie der "Similar Articles"-Funktion in PubMed zu kombinieren.
Ein Hauptproblem ist laut Bericht die inkonsistente Definition und Benennung der verschiedenen Studientypen in der Literatur. Oft fehlt eine präzise Angabe zum Studiendesign im Titel oder Abstract der Publikationen.
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Quelle: IQWiG GA16-01: Identifizierung und Bewertung von Studienfiltern für die Suche nach nicht randomisierten Studien (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.