IQWiG2021Pneumologie

Amikacinsulfat bei MAC-Lungeninfektion: IQWiG-Bewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von liposomalem Amikacinsulfat. Es handelt sich um ein Orphan Drug zur Behandlung seltener Lungeninfektionen.

Die Infektion wird durch den Mykobakterium-avium-Komplex (MAC), eine Gruppe nicht tuberkulöser Mykobakterien (NTM), verursacht. Da das Arzneimittel den Orphan-Drug-Status besitzt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Der IQWiG-Bericht fokussiert sich daher auf die Überprüfung der Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie die zu erwartenden Therapiekosten. Die Bewertung dient dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als Grundlage für die Beschlussfassung.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG fasst folgende Kernaspekte der Therapie zusammen:

Zugelassenes Anwendungsgebiet

Laut IQWiG-Bericht ist liposomales Amikacinsulfat für eine spezifische Patientengruppe zugelassen. Die Anwendung erfolgt bei Erwachsenen mit einer MAC-bedingten Lungeninfektion, die begrenzte Behandlungsoptionen aufweisen und nicht an zystischer Fibrose erkrankt sind.

Es wird darauf hingewiesen, dass das Medikament stets in Kombination mit weiteren gegen MAC wirksamen Antibiotika angewendet werden sollte. Eine Monotherapie ist nicht vorgesehen.

Therapiedauer und Überwachung

Die Bewertung beschreibt klare zeitliche Vorgaben für die Behandlung:

  • Die minimale Therapiedauer beträgt 6 Monate.

  • Wenn nach 6 Monaten keine Konversion der Sputumkultur erreicht wird, sollte die Therapie beendet werden.

  • Bei erfolgreicher Sputumkonversion kann die Behandlung für weitere 12 Monate fortgesetzt werden.

  • Die maximale Gesamttherapiedauer ist auf 18 Monate (548 Tage) begrenzt.

Zudem wird eine regelmäßige Überwachung von Gehör, Gleichgewichtssinn und Nierenfunktion während der Therapie empfohlen.

Epidemiologie und Therapiekosten

Die Zielpopulation in der GKV wird auf 352 bis 756 Patientinnen und Patienten geschätzt. Das IQWiG stuft diese Zahlen jedoch aufgrund methodischer Einschränkungen bei der Datenerhebung als unsicher ein.

Die reinen Arzneimittelkosten für liposomales Amikacinsulfat belaufen sich im ersten Behandlungsjahr auf rund 155.000 Euro. Für die maximale Therapiedauer von 18 Monaten fallen Kosten von etwa 238.000 Euro an.

Zusätzlich entstehen Kosten für die Begleitmedikation sowie das spezifisch benötigte Lamira-Inhalationssystem.

Dosierung

Die Dosierung von liposomalem Amikacinsulfat erfolgt gemäß der Fachinformation, auf die sich der IQWiG-Bericht bezieht.

MedikamentDosisAnwendungsartIndikation
Amikacinsulfat (liposomal)590 mg (1 Durchstechflasche) täglichOrale InhalationMAC-Lungeninfektion bei Erwachsenen ohne zystische Fibrose

Kontraindikationen

Der Bericht nennt basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen für liposomales Amikacinsulfat:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Aminoglykosid-Antibiotika oder sonstige Bestandteile

  • Überempfindlichkeit gegen Soja

  • Vorliegen einer schweren Nierenfunktionsstörung

  • Gleichzeitige Anwendung mit einem anderen Aminoglykosid (unabhängig von der Applikationsform)

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass die Therapie mit liposomalem Amikacinsulfat nach maximal sechs Monaten abgebrochen werden sollte, falls bis dahin keine Konversion der Sputumkultur erzielt wurde. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das Medikament ausschließlich mit dem spezifischen Lamira-Inhalationssystem verabreicht werden darf und nicht als Monotherapie geeignet ist.

Häufig gestellte Fragen

Das Medikament ist für Erwachsene mit einer MAC-bedingten Lungeninfektion zugelassen, die begrenzte Behandlungsoptionen haben. Eine zystische Fibrose muss bei diesen Personen ausgeschlossen sein.

Die maximale Behandlungsdauer beträgt 18 Monate. Laut IQWiG-Bericht sollte die Therapie jedoch beendet werden, wenn nach sechs Monaten keine Sputumkonversion erreicht wurde.

Es wird empfohlen, bei allen behandelten Personen regelmäßig den Hör- und Gleichgewichtssinn zu kontrollieren. Ebenso ist eine kontinuierliche Überwachung der Nierenfunktion erforderlich.

Die reinen Arzneimittelkosten für ein Jahr (365 Tage) belaufen sich auf etwa 155.000 Euro pro Person. Hinzu kommen Kosten für das Inhalationssystem und die zwingend erforderliche antibiotische Begleittherapie.

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Quelle: IQWiG G20-29: Amikacinsulfat (Mykobakterium-avium-Komplex [MAC] Lungeninfektionen) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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