IQWiG2017Onkologie

Brentuximab Vedotin bei Hodgkin-Lymphom: IQWiG-Bewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2017 befasst sich mit der frühen Nutzenbewertung von Brentuximab Vedotin (Adcetris). Das Medikament wird zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms eingesetzt.

Da es sich um ein sogenanntes Orphan Drug (Arzneimittel für seltene Leiden) handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen gemäß § 35a SGB V bereits durch die Zulassung als belegt. Das Ausmaß des Zusatznutzens wird durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) im Anschluss bewertet.

Der IQWiG-Bericht fokussiert sich daher auftragsgemäß ausschließlich auf die Ermittlung der Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie auf die zu erwartenden Therapiekosten.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die zugelassene Indikation und die relevanten Risikofaktoren für die Therapieentscheidung zusammen.

Zugelassenes Anwendungsgebiet

Brentuximab Vedotin wird laut Bericht zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit CD30+ Hodgkin-Lymphom eingesetzt. Voraussetzung ist ein erhöhtes Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT).

Es wird darauf hingewiesen, dass die Behandlung begonnen werden sollte, sobald nach klinischer Einschätzung die Erholung von der ASCT eingetreten ist.

Risikofaktoren für ein Rezidiv

Gemäß der zitierten Fachinformation ist ein Nutzen in Bezug auf das progressionsfreie Überleben oder das Gesamtüberleben vor allem bei Vorliegen von mindestens zwei der folgenden Risikofaktoren festzustellen:

  • Auftreten des Rezidivs innerhalb von 12 Monaten nach oder refraktär gegenüber der vorhergehenden Therapie

  • Partielles Ansprechen oder Krankheitsstabilisierung als bestes Ansprechen auf die letzte Salvagetherapie

  • Extranodaler Befall bei Rezidivierung vor der ASCT

  • B-Symptomatik bei Rezidivierung vor der ASCT

  • Zwei oder mehr vorausgehende Salvagetherapien

Patientenzahlen und Kosten

Das IQWiG schätzt die Zielpopulation in der gesetzlichen Krankenversicherung auf etwa 48 Patienten pro Jahr. Die Jahrestherapiekosten pro Patient werden auf rund 189.000 Euro beziffert.

Dosierung

Der Bericht verweist auf die Dosierungsangaben der Fachinformation. Der genaue Verbrauch richtet sich nach dem Körpergewicht der behandelten Person.

MedikamentApplikationsintervallMaximale Behandlungsdauer
Brentuximab VedotinTag 1 eines 21-tägigen Zyklus16 Zyklen
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💡Praxis-Tipp

Laut Bericht ist vor dem Beginn der Behandlung mit Brentuximab Vedotin sowie regelmäßig im weiteren Verlauf eine Überprüfung der Leberfunktion erforderlich. Es wird betont, dass diese notwendigen Kontrolluntersuchungen bei der Therapieplanung berücksichtigt werden müssen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist das Medikament für Erwachsene mit CD30+ Hodgkin-Lymphom zugelassen, die nach einer autologen Stammzelltransplantation ein erhöhtes Rezidiv- oder Progressionsrisiko aufweisen.

Der Bericht verweist auf die Fachinformation, wonach die Behandlung begonnen werden sollte, sobald sich die behandelte Person nach klinischer Einschätzung von der autologen Stammzelltransplantation erholt hat.

Gemäß den Angaben im Bericht erfolgt die Anwendung in 21-tägigen Zyklen. Die maximale Behandlungsdauer wird mit 16 Zyklen angegeben.

Das IQWiG beziffert die Jahrestherapiekosten für die gesetzliche Krankenversicherung auf etwa 189.000 Euro pro Patient. Diese setzen sich primär aus den reinen Arzneimittelkosten zusammen.

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Quelle: IQWiG G16-09: Brentuximab Vedotin (Hodgkin-Lymphom mit erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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