IQWiG2015

Ataluren bei Duchenne-Muskeldystrophie: IQWiG-Bewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2015)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht G14-13 aus dem Jahr 2015 bewertet das Medikament Ataluren. Es handelt sich um ein Orphan Drug zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) infolge einer Nonsensemutation (nmDMD) im Dystrophin-Gen.

Die Zielgruppe umfasst gehfähige Patienten ab einem Alter von 5 Jahren. Da Ataluren als Arzneimittel für seltene Leiden zugelassen ist, gilt der medizinische Zusatznutzen laut Gesetz (§ 35a Abs. 1 Satz 10 SGB V) bereits durch die Zulassung als belegt.

Das IQWiG wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ausschließlich mit der Prüfung der Patientenzahlen und der Therapiekosten für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) beauftragt. Ein Nachweis über den medizinischen Nutzen gegenüber einer Vergleichstherapie war für dieses Verfahren nicht erforderlich.

Empfehlungen

Der Bericht fasst die Bewertung der Patientenzahlen und Kosten wie folgt zusammen:

Zielpopulation und Patientenzahlen

Laut IQWiG ist die vom pharmazeutischen Unternehmer geschätzte Zahl von 82 GKV-Patienten in der Zielpopulation in ihrer Größenordnung plausibel. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass diese Annahmen mit Unsicherheiten behaftet sind.

Der Anteil der gehfähigen Patienten ab 5 Jahren mit einer nmDMD wird laut Bericht vermutlich unterschätzt. Die Prävalenzrate der Erkrankung wird als konstant angenommen.

Therapiekosten

Das IQWiG berechnet höhere Jahrestherapiekosten als der Hersteller. Dies resultiert aus der Annahme eines höheren durchschnittlichen Körpergewichts der Patienten.

Folgende Aspekte werden bei der Kostenberechnung hervorgehoben:

  • Ein durchschnittliches Körpergewicht von 33,12 kg wird zugrunde gelegt (unter Berücksichtigung der abnehmenden Gehfähigkeit im Alter von 5 bis 16 Jahren).

  • Die Kosten für die erforderliche Gendiagnostik werden nicht in die Therapiekosten eingerechnet.

  • Die Gendiagnostik wird als bestehender therapeutischer Standard betrachtet.

Versorgungsanteil

Aufgrund der Schwere der Erkrankung und fehlender Therapiealternativen wird davon ausgegangen, dass nahezu alle Patienten der Zielpopulation mit Ataluren behandelt werden.

Dosierung

Die Dosierung von Ataluren erfolgt körpergewichtsadaptiert. Die Tagesdosis wird auf drei Einnahmen verteilt.

MedikamentTagesgesamtdosisMorgensMittagsAbends
Ataluren40 mg/kg Körpergewicht10 mg/kg10 mg/kg20 mg/kg

Das Medikament ist in den Wirkstärken 125 mg, 250 mg und 1000 mg (je 30 Beutel) erhältlich. Die genaue Dosierung kann anhand eines Dosierungsschemas in Abhängigkeit vom Körpergewicht abgelesen werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht erfordert die Indikationsstellung für Ataluren zwingend den Nachweis einer Nonsensemutation (nmDMD) mittels Gentest. Es wird betont, dass die Bestimmung des Mutationsstatus zum therapeutischen Standard gehört und Voraussetzung für die zielgerichtete Therapie ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG ist Ataluren für gehfähige Patienten ab 5 Jahren zugelassen. Voraussetzung ist das Vorliegen einer Duchenne-Muskeldystrophie infolge einer Nonsensemutation (nmDMD).

Der Bericht berechnet Jahrestherapiekosten von rund 479.899 Euro pro Patient für die gesetzliche Krankenversicherung. Diese Berechnung basiert auf einem durchschnittlichen Körpergewicht von 33,12 kg.

Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen laut Gesetz bereits durch die Zulassung als belegt. Das IQWiG prüft in diesem Verfahren lediglich die Patientenzahlen und Therapiekosten.

Die Fachinformation gibt eine Tagesdosis von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht an. Diese wird auf drei Dosen verteilt: morgens und mittags je 10 mg/kg, abends 20 mg/kg.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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