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Transkutane Vagusnervstimulation bei Epilepsie: IQWiG

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet das Potenzial der transkutanen Vagusnervstimulation (t-VNS). Diese Methode wird bei pharmakoresistenter Epilepsie untersucht.

Die t-VNS dient als nichtinvasive Alternative zur chirurgisch implantierten Vagusnervstimulation. Sie wird als Add-on-Therapie zur bestehenden medikamentösen Behandlung eingesetzt. Dabei wird der aurikuläre Ast des Vagusnervs über eine Ohrelektrode elektrisch stimuliert.

Die Zielgruppe umfasst Personen ab 6 Jahren mit durchschnittlich mindestens einem Anfall pro Monat. Voraussetzung für die Anwendung ist, dass ein epilepsiechirurgischer Eingriff nicht infrage kommt oder von den Betroffenen abgelehnt wird.

Empfehlungen

Der Bericht des IQWiG unterteilt die Bewertung der Methode in zwei unterschiedliche Fragestellungen, abhängig von der jeweiligen Patientengruppe.

Bewertung des therapeutischen Potenzials

Die Einschätzung eines patientenrelevanten Nutzens hängt davon ab, ob für die Betroffenen eine chirurgische Implantation infrage kommt:

PatientengruppeVergleichsinterventionBewertung des Potenzials
Invasive VNS kommt grundsätzlich infrageInvasive VNSKein Potenzial ableitbar (fehlende Daten)
Invasive VNS wird abgelehnt oder ist kontraindiziertAlleinige PharmakotherapiePotenzial für patientenrelevanten Nutzen vorhanden

Vergleich mit invasiver Vagusnervstimulation

Für Personen, bei denen eine invasive Vagusnervstimulation (VNS) möglich ist, liegen laut Bericht keine ausreichenden Daten vor. Es fehlt ein direkter oder indirekter Vergleich der antikonvulsiven Effekte.

Daher lässt sich für diese Gruppe kein Potenzial einer erforderlichen Behandlungsalternative ableiten.

Vergleich mit alleiniger Pharmakotherapie

Für Personen, die eine invasive VNS ablehnen oder bei denen Kontraindikationen bestehen, wird die t-VNS mit der alleinigen Pharmakotherapie verglichen. Basierend auf drei randomisiert-kontrollierten Studien wird hier ein Potenzial für einen patientenrelevanten Nutzen abgeleitet.

Dieses Potenzial stützt sich primär auf positive Effekte bei der Reduktion der Anfallshäufigkeit. Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sind laut Bericht keine statistisch signifikanten Vorteile erkennbar.

Unerwünschte Ereignisse

Die Studienlage deutet nicht auf einen höheren Schaden durch die t-VNS hin. Zu den in den Studien berichteten unerwünschten Ereignissen zählen unter anderem:

  • Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen

  • Nasopharyngitis und Schwindel

  • Übelkeit, Müdigkeit und Hautreizungen

Kontraindikationen

Laut Bericht wird die Anwendung der transkutanen Vagusnervstimulation für folgende Personengruppen als nicht geeignet eingestuft:

  • Kinder unter 6 Jahren

  • Stark retardierte Personen

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass ein potenzieller Nutzen der transkutanen Vagusnervstimulation bisher nur im Vergleich zur alleinigen medikamentösen Therapie erkennbar ist. Für den direkten Vergleich zur etablierten invasiven Vagusnervstimulation fehlen derzeit belastbare Daten, weshalb die Methode diese nicht evidenzbasiert ersetzen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG kommt die Methode für Personen mit pharmakoresistenter Epilepsie in Betracht, die für einen epilepsiechirurgischen Eingriff nicht geeignet sind. Zudem müssen durchschnittlich mindestens ein Anfall pro Monat auftreten und die Betroffenen mindestens 6 Jahre alt sein.

Die Stimulation erfolgt nichtinvasiv über eine Ohrelektrode, die den aurikulären Ast des Vagusnervs reizt. Die Anwendung wird als Add-on-Therapie zur bestehenden Medikation selbstständig im Alltag durchgeführt.

Der Bericht stellt fest, dass es aktuell keine vergleichenden Daten zwischen der transkutanen und der invasiven Vagusnervstimulation gibt. Eine Aussage zur Gleichwertigkeit der antikonvulsiven Wirkung ist daher nicht möglich.

In den bewerteten Studien wurden vor allem lokale und allgemeine Beschwerden wie Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Nasopharyngitis und Schwindel berichtet. Insgesamt deuten die Daten jedoch nicht auf ein erhöhtes Schadenspotenzial hin.

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Quelle: IQWiG E16-03 : Transkutane Vagusnervstimulation bei pharmakoresistenter Epilepsie (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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