IQWiG2019Hämatologie

Ravulizumab bei PNH: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Ravulizumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Behandlung der paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) bei Erwachsenen.

Die Bewertung unterscheidet zwei therapeutische Situationen. Zum einen wird die Behandlung bei hoher Krankheitsaktivität mit klinischen Hämolyse-Symptomen betrachtet. Zum anderen geht es um den Erhalt eines klinisch stabilen Zustands nach einer mindestens sechsmonatigen Vortherapie mit Eculizumab.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) für beide Fragestellungen Eculizumab festgelegt. Es wird vorausgesetzt, dass in beiden Behandlungsarmen unterstützende Maßnahmen bedarfsgerecht eingesetzt werden.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf den eingeschlossenen Studien folgende Bewertungsergebnisse:

Hohe Krankheitsaktivität (Fragestellung 1)

Für therapienaive Erwachsene mit PNH und hoher Krankheitsaktivität wurde die Studie 301 herangezogen. In dieser randomisierten kontrollierten Studie wurde Ravulizumab direkt mit Eculizumab verglichen.

Laut Bewertung zeigen sich für diese Patientengruppe weder Effekte zum Vorteil noch zum Nachteil von Ravulizumab. Es gibt keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie. Ein Zusatznutzen ist damit nicht belegt.

Die Ergebnisse basieren auf folgenden Endpunkten:

  • Gesamtmortalität (keine Todesfälle in beiden Armen)

  • Schwere vaskuläre Ereignisse (MAVE) ohne signifikanten Unterschied

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität ohne signifikante Unterschiede

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)

Klinisch stabile Patienten (Fragestellung 2)

Für Erwachsene, die nach mindestens sechs Monaten Eculizumab-Behandlung klinisch stabil sind, basiert die Bewertung auf der Studie 302. Auch hier erfolgte ein direkter Vergleich zwischen Ravulizumab und Eculizumab.

Der Bericht stellt fest, dass sich auch in dieser Population weder Vor- noch Nachteile für Ravulizumab zeigen. Es ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Ein Zusatznutzen ist folglich nicht belegt.

In der Studie 302 traten in beiden Studienarmen weder Todesfälle noch schwere vaskuläre Ereignisse (MAVE) auf. Auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und den SUEs zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Dosierung

Die Dosierung von Ravulizumab erfolgt körpergewichtsabhängig als intravenöse Infusion. Die Vergleichstherapie Eculizumab wird in festen Dosen verabreicht.

WirkstoffInduktionsdosisErhaltungsdosis
Ravulizumab (40 bis < 60 kg)2400 mg an Tag 13000 mg an Tag 15, danach alle 8 Wochen
Ravulizumab (60 bis < 100 kg)2700 mg an Tag 13300 mg an Tag 15, danach alle 8 Wochen
Ravulizumab (ab 100 kg)3000 mg an Tag 13600 mg an Tag 15, danach alle 8 Wochen
Eculizumab (Vergleichstherapie)600 mg an Tag 1, 8, 15 und 22900 mg an Tag 29, danach alle 2 Wochen

Kontraindikationen

Vor Beginn der Therapie mit Ravulizumab oder Eculizumab wird ein bestehender Impfschutz gegen Meningokokken vorausgesetzt. Die Impfung sollte innerhalb von drei Jahren vor Studienbeginn oder unmittelbar zu Behandlungsbeginn gemäß lokaler Leitlinien erfolgen.

Patienten, die die Behandlung weniger als zwei Wochen nach der Meningokokken-Impfung beginnen, erhalten laut Studienprotokoll bis zwei Wochen nach der Impfung prophylaktisch entsprechende Antibiotika.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung zeigt Ravulizumab bei PNH-Patienten keinen belegten Zusatznutzen gegenüber Eculizumab, da sich in den Zulassungsstudien weder Vor- noch Nachteile bezüglich Mortalität, Morbidität oder Lebensqualität ergaben. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass das Dosierungsintervall in der Erhaltungsphase bei Ravulizumab mit acht Wochen deutlich länger ist als bei Eculizumab mit zwei Wochen. Vor Therapiebeginn wird zwingend eine Meningokokken-Impfung oder eine entsprechende Antibiotikaprophylaxe vorausgesetzt.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen von Ravulizumab im Vergleich zu Eculizumab nicht belegt ist. In den bewerteten Studien zeigten sich weder signifikante Vor- noch Nachteile für die Patienten.

Die Dosierung von Ravulizumab erfolgt körpergewichtsabhängig. Bei einem Gewicht von 60 bis unter 100 kg wird eine Induktionsdosis von 2700 mg verabreicht, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 3300 mg alle acht Wochen.

Laut den Studienprotokollen wird ein bestehender Impfschutz gegen Meningokokken vorausgesetzt. Erfolgt die Impfung erst bei Behandlungsbeginn, wird eine begleitende Antibiotikaprophylaxe für zwei Wochen beschrieben.

Die Studien untersuchten unter anderem die Transfusionsvermeidung und die Normalisierung der Laktatdehydrogenase (LDH) als Zeichen der Hämolyse. Zudem wurden patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, schwere vaskuläre Ereignisse und Lebensqualität erfasst.

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Quelle: IQWiG A19-59: Ravulizumab - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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