Atypisches HUS: IQWiG-Bewertung zu Ravulizumab
Hintergrund
Die IQWiG-Dossierbewertung untersucht den Wirkstoff Ravulizumab zur Behandlung des atypischen hämolytisch-urämischen Syndroms (aHUS). Die Zielgruppe umfasst Patienten ab einem Körpergewicht von 10 kg.
Dies gilt für Personen, die zuvor nicht mit Komplementinhibitoren behandelt wurden oder die bereits mindestens drei Monate Eculizumab erhielten und darauf ansprachen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Eculizumab festgelegt. Es wird vorausgesetzt, dass in beiden Behandlungsarmen unterstützende Maßnahmen durchgeführt werden.
💡Praxis-Tipp
Vor Beginn der Therapie mit Ravulizumab muss zwingend auf einen ausreichenden Impfschutz gegen Meningokokken geachtet werden. Erfolgt die Impfung weniger als zwei Wochen vor der ersten Infusion, wird laut Fachinformation eine adäquate Antibiotikaprophylaxe für zwei Wochen nach der Impfung gefordert. Es wird empfohlen, Patienten engmaschig auf mögliche Infektionszeichen zu überwachen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Dossierbewertung ist ein Zusatznutzen von Ravulizumab gegenüber Eculizumab nicht belegt. Dies wird mit dem Fehlen geeigneter vergleichender Studiendaten begründet.
Die Dosierung erfolgt körpergewichtsabhängig als intravenöse Infusion. Nach einer Initialdosis wird die Erhaltungsdosis bei Patienten ab 20 kg in der Regel alle 8 Wochen verabreicht.
Die reinen Arzneimittelkosten belaufen sich laut Bericht auf etwa 71.800 bis 390.000 Euro pro Jahr. Die genauen Kosten variieren stark in Abhängigkeit vom Körpergewicht des Patienten.
Es wird eine vorherige Impfung gegen Meningokokken gefordert. Bei Kindern sind in den Studien zusätzlich Impfungen gegen Haemophilus influenzae Typ b und Pneumokokken vorgesehen gewesen.
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Quelle: IQWiG A20-68: Ravulizumab (atypisches hämolytisch-urämisches Syndrom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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