IQWiG2018

Lumacaftor/Ivacaftor bei zystischer Fibrose: IQWiG-Bericht

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Zystische Fibrose (Mukoviszidose) ist eine genetische Stoffwechselerkrankung, die unter anderem zu einer fortschreitenden Einschränkung der Lungenfunktion führt. Für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren mit einer homozygoten F508del-Mutation im CFTR-Gen steht die Kombinationstherapie Lumacaftor/Ivacaftor zur Verfügung.

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung A18-08. Er evaluiert nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers zur randomisierten kontrollierten Studie VX14-809-109.

Im Fokus der Bewertung stehen die Umsetzung der zweckmäßigen Vergleichstherapie im Studienverlauf sowie die Auswertung der Lungenfunktionsparameter LCI2,5 und FEV1.

Empfehlungen

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Das IQWiG bewertet, ob die bestmögliche symptomatische Therapie in der Zulassungsstudie ausreichend umgesetzt wurde. Diese umfasst laut Vorgabe des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA):

  • Antibiotika bei pulmonalen Infektionen

  • Mukolytika und Pankreasenzyme

  • Physiotherapie und diätetische Maßnahmen

Nach Auswertung der nachgereichten Daten wird die Basistherapie in der Studie als hinreichende Umsetzung der bestmöglichen symptomatischen Therapie angesehen.

Bewertung der Lungenfunktionsparameter

In der Studie zeigten sich statistisch signifikante Unterschiede zugunsten von Lumacaftor/Ivacaftor bei den Endpunkten Lung Clearance Index (LCI2,5) und dem forcierten exspiratorischen Volumen in einer Sekunde (FEV1 %).

EndpunktAbsolute Änderung (Lumacaftor/Ivacaftor)Absolute Änderung (Placebo)p-Wert
LCI2,5-1,000,08< 0,001
FEV1 %0,50-1,910,018

Das IQWiG stuft diese Parameter jedoch als Surrogatendpunkte ein. Da die Validität für patientenrelevante Endpunkte (wie Symptomatik oder Morbidität) nicht ausreichend belegt wurde, fließen diese Ergebnisse nicht in die Nutzenbewertung ein.

Fazit zum Zusatznutzen

Die nachgereichten Daten ändern die ursprüngliche Aussage der Dossierbewertung nicht.

Für die Patientengruppe der 6- bis 11-Jährigen mit homozygoter F508del-Mutation lautet das Fazit des IQWiG: Ein Zusatznutzen von Lumacaftor/Ivacaftor ist nicht belegt.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation von Studien zur zystischen Fibrose wird darauf hingewiesen, dass Lungenfunktionsparameter wie FEV1 und LCI2,5 vom IQWiG primär als Surrogatendpunkte betrachtet werden. Ein statistisch signifikanter Anstieg dieser Werte ist laut Bericht nicht automatisch mit einem belegten patientenrelevanten Zusatznutzen gleichzusetzen.

Häufig gestellte Fragen

Die Bewertung bezieht sich auf Kinder mit zystischer Fibrose im Alter zwischen 6 und 11 Jahren. Voraussetzung ist, dass die Patienten homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind.

Laut dem Bericht ist ein Zusatznutzen der Kombinationstherapie für die genannte Altersgruppe nicht belegt. Die vom Hersteller nachgereichten Daten änderten diese Einschätzung nicht.

Das IQWiG stuft den FEV1-Wert als Surrogatendpunkt ein. Es wird argumentiert, dass die Validität dieses Parameters zur Abbildung eines patientenrelevanten Therapieeffekts (wie Morbidität) nicht ausreichend nachgewiesen wurde.

Der G-BA definiert dies als bestmögliche symptomatische Therapie. Dazu zählen insbesondere Antibiotika bei Infektionen, Mukolytika, Pankreasenzyme, Physiotherapie und diätetische Maßnahmen.

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Quelle: IQWiG A18-39: Lumacaftor/lvacaftor (zystische Fibrose) - Addendum zum Auftrag A18-08 (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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