Chronische Hepatitis C (Sofosbuvir/Velpatasvir): IQWiG

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das IQWiG mit der Nutzenbewertung der Wirkstoffkombination Sofosbuvir/Velpatasvir (SOF/VEL). Ziel des Berichts aus dem Jahr 2017 ist die Bewertung des Zusatznutzens bei erwachsenen Patienten mit chronischer Hepatitis C (CHC).

Die Bewertung erfolgt im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie. Dabei werden verschiedene Patientengruppen basierend auf dem Genotyp des Virus (1 bis 6) und dem Vorliegen einer Zirrhose unterschieden.

Als Datengrundlage dienten unter anderem die randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien ASTRAL-2 und ASTRAL-3. Untersucht wurden patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen von Sofosbuvir/Velpatasvir (SOF/VEL):

Genotyp 2 (ohne oder mit kompensierter Zirrhose)

Für diese Patientengruppe wurde SOF/VEL mit der Kombination aus Sofosbuvir und Ribavirin (SOF + RBV) verglichen. Laut Bericht zeigt sich für den Endpunkt des dauerhaften virologischen Ansprechens (SVR12) ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von SOF/VEL.

Es wird jedoch auf eine Effektmodifikation durch das Geschlecht hingewiesen:

  • Für Frauen ist ein Zusatznutzen für den Endpunkt SVR12 nicht belegt.

  • Für Männer ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.

Bezüglich der Gesamtmortalität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-36) zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Ein Zusatznutzen ist für diese Endpunkte laut Bericht nicht belegt.

Nebenwirkungen bei Genotyp 2

Hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SUE) und Therapieabbrüchen wegen unerwünschter Ereignisse ist laut Bericht kein höherer oder geringerer Schaden belegt.

Für spezifische Nebenwirkungen ergeben sich jedoch Anhaltspunkte für einen geringeren Schaden unter SOF/VEL im Vergleich zu SOF + RBV:

  • Geringere Rate an Ermüdung

  • Geringere Rate an psychiatrischen Erkrankungen

  • Geringere Rate an Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (Ausmaß wird als geringfügig eingestuft)

Genotyp 3 (ohne oder mit kompensierter Zirrhose)

In der Studie ASTRAL-3 wurde SOF/VEL ebenfalls mit SOF + RBV verglichen. Der Bericht merkt an, dass für Patienten mit kompensierter Zirrhose die laut Zulassung mögliche zusätzliche Gabe von Ribavirin zu SOF/VEL in der Studie nicht untersucht wurde.

Dosierung

Der Bericht analysiert die Therapieschemata basierend auf den eingeschlossenen Studien. Folgende Behandlungsarme wurden in den direkten Vergleichen untersucht:

Genotyp / PatientengruppeInterventionVergleichstherapie (Studie)
Genotyp 2 (ohne/kompensierte Zirrhose)SOF/VEL (12 Wochen)SOF + RBV (12 Wochen)
Genotyp 3 (ohne/kompensierte Zirrhose)SOF/VEL (12 Wochen)SOF + RBV (24 Wochen)

Kontraindikationen

Laut Bericht wurden Patienten mit einer Koinfektion durch das Humane Immundefizienzvirus (HIV) oder das Hepatitis-B-Virus (HBV) aus den Hauptstudien (ASTRAL-2 und ASTRAL-3) ausgeschlossen. Der pharmazeutische Unternehmer legte für diese Gruppen keine relevanten Daten vor.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass beim Genotyp 2 hinsichtlich des dauerhaften virologischen Ansprechens (SVR12) geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen. Es wird dargelegt, dass sich aus den Studiendaten nur für Männer ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen von Sofosbuvir/Velpatasvir gegenüber Sofosbuvir plus Ribavirin ableiten lässt, während dieser für Frauen nicht belegt ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht zeigt sich beim Genotyp 2 ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen hinsichtlich des virologischen Ansprechens (SVR12) nur bei Männern. Für Frauen ist ein Zusatznutzen in dieser Indikation nicht belegt.

Der Bericht stellt fest, dass unter Sofosbuvir/Velpatasvir seltener Ermüdung und psychiatrische Erkrankungen auftreten. Dies wird als Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden im Vergleich zur Kombination mit Ribavirin gewertet.

Gemäß dem Bericht wurden Patienten mit einer HIV- oder HBV-Koinfektion aus den Hauptstudien ausgeschlossen. Es wurden keine relevanten Daten für diese spezifische Patientengruppe vorgelegt.

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Quelle: IQWiG A16-48: Sofosbuvir/Velpatasvir (chronische Hepatitis C) - Nutzenbewertung gemäß §35a SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

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