IQWiG2014Kardiologie

Apixaban bei TVT und LE: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A14-28 bewertet den Zusatznutzen von Apixaban in einem neuen Anwendungsgebiet. Es geht um die Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) und Lungenembolien (LE) sowie die Prophylaxe von rezidivierenden TVT und LE bei Erwachsenen.

Die Bewertung schließt Patienten mit hämodynamisch instabiler LE gemäß der Zulassung aus. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde für die Initialbehandlung ein niedermolekulares Heparin (NMH) in Kombination mit einem Vitamin-K-Antagonisten (VKA) festgelegt.

Für die Langzeitprophylaxe nach Abschluss einer sechsmonatigen Behandlung dient ein VKA als Vergleichstherapie. Die Datengrundlage der Bewertung bildet primär die AMPLIFY-Studie, in der Apixaban mit Enoxaparin und Warfarin verglichen wurde.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Initialbehandlung und parallel einzuleitende Prophylaxe

Für die Initialbehandlung von TVT und LE zeigt die Bewertung eine Abhängigkeit des Nutzens vom Body-Mass-Index (BMI). Laut Bericht ergeben sich folgende Bewertungen:

  • Bei Patienten mit einem BMI > 28 kg/m2 gibt es einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Apixaban.

  • Bei dieser Gruppe zeigen sich positive Effekte bei der Vermeidung nicht tödlicher TVT sowie ein geringeres Blutungsrisiko.

  • Bei Patienten mit einem BMI ≤ 28 kg/m2 ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

  • In der Gruppe mit niedrigerem BMI gibt es Hinweise auf einen geringeren Nutzen bezüglich symptomatischer nicht tödlicher Lungenembolien.

Langzeitprophylaxe

Für die Langzeitprophylaxe von rezidivierenden TVT und LE nach Abschluss einer sechsmonatigen Behandlung wurden keine Daten vorgelegt.

Daher ist laut Bewertung ein Zusatznutzen für diese Fragestellung nicht belegt.

Nebenwirkungen und Blutungsrisiko

Die Auswertung der AMPLIFY-Studie zeigt Vorteile für Apixaban im Bereich der Blutungskomplikationen. Es wird ein geringerer Schaden im Vergleich zur Standardtherapie festgestellt:

  • Es gibt einen Hinweis auf weniger größere Blutungen.

  • Es liegt ein Beleg für weniger klinisch relevante, nicht größere Blutungen vor.

  • Bei Patienten, deren Indexereignis ausschließlich eine TVT war, gibt es jedoch einen Anhaltspunkt für häufigere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE).

Dosierung

Die Bewertung nennt folgende Dosierungsschemata für Apixaban und die zweckmäßige Vergleichstherapie:

IndikationMedikamentDosierung
Initialbehandlung (TVT/LE) & ProphylaxeApixaban10 mg 2-mal täglich (7 Tage), dann 5 mg 2-mal täglich
Initialbehandlung (TVT/LE) & ProphylaxeNMH (Enoxaparin) + VKA (Warfarin)Enoxaparin: 1 mg/kg alle 12 h (bis INR ≥ 2) + Warfarin (Ziel-INR 2,0-3,0)
Langzeitprophylaxe (nach 6 Monaten)Apixaban2,5 mg 2-mal täglich
Langzeitprophylaxe (nach 6 Monaten)VKApatientenindividuell optimiert

Es wird darauf hingewiesen, dass die Wirkstoffe in den zugelassenen Dosierungen und patientenindividuell optimiert eingesetzt werden sollen.

Kontraindikationen

In der zugrundeliegenden AMPLIFY-Studie waren bestimmte Begleitmedikationen aufgrund eines erhöhten Blutungsrisikos oder von Wechselwirkungen ausgeschlossen.

Laut Bericht zählten zu den verbotenen Behandlungen:

  • Potente Inhibitoren von CYP3A4 (z. B. Azol-Antimykotika, Makrolid-Antibiotika, Protease-Inhibitoren).

  • Aspirin in einer Dosierung von > 165 mg/Tag.

  • Duale Thrombozytenaggregationshemmung (z. B. Aspirin plus Clopidogrel).

  • Andere antithrombotische Mittel (z. B. UFH, NMH, direkte Thrombin-Inhibitoren).

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung hängt der Zusatznutzen von Apixaban bei der Initialbehandlung von venösen Thromboembolien maßgeblich vom Body-Mass-Index ab. Es wird hervorgehoben, dass sich ein beträchtlicher Zusatznutzen nur für Patienten mit einem BMI von über 28 kg/m2 belegen lässt. Bei schlankeren Patienten (BMI ≤ 28 kg/m2) zeigt sich hingegen kein belegter Zusatznutzen, da hier ein Hinweis auf einen geringeren Nutzen bezüglich Lungenembolien beobachtet wurde.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht hängt der Zusatznutzen vom BMI ab. Für Patienten mit einem BMI über 28 kg/m2 ist ein beträchtlicher Zusatznutzen belegt, während für Patienten mit einem BMI bis 28 kg/m2 kein Zusatznutzen belegt ist.

Die Bewertung gibt an, dass Apixaban in den ersten 7 Tagen in einer Dosierung von 10 mg zweimal täglich verabreicht wird. Danach erfolgt eine Reduktion auf 5 mg zweimal täglich.

Nein, für die Langzeitprophylaxe von rezidivierenden TVT und LE nach Abschluss einer sechsmonatigen Therapie wurden keine Daten vorgelegt. Daher ist ein Zusatznutzen laut Bericht für diese Indikation nicht belegt.

Die Auswertung der Studiendaten zeigt Vorteile für Apixaban bezüglich Blutungskomplikationen. Es gibt Belege und Hinweise für ein geringeres Risiko von größeren und klinisch relevanten nicht größeren Blutungen im Vergleich zu Enoxaparin und Warfarin.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A14-28: Apixaban (Zulassungsweiterung) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien