IQWiG2014Rheumatologie

Ruxolitinib bei Myelofibrose: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2014 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2014)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A14-17 bewertet den Zusatznutzen von Ruxolitinib bei erwachsenen Patienten mit krankheitsbedingter Splenomegalie oder Symptomen bei primärer Myelofibrose (PMF), Post-Polycythaemia-vera-Myelofibrose (PPV-MF) oder Post-Essentieller-Thrombozythämie-Myelofibrose (PET-MF).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best Supportive Care (BSC) festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf der randomisierten, doppelblinden COMFORT-I-Studie.

In dieser Studie wurde Ruxolitinib in Kombination mit BSC gegen Placebo plus BSC verglichen. Die eingeschlossenen Patienten wiesen ein Intermediär-2- oder Hochrisikoprofil auf und kamen für eine allogene Stammzelltransplantation nicht infrage.

Empfehlungen

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Laut Bewertung ergibt sich für Ruxolitinib in Kombination mit BSC ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der alleinigen Best Supportive Care. Dieser Zusatznutzen gilt für die definierte Zielpopulation mit Myelofibrose.

Morbidität und Symptomatik

Die Bewertung zeigt deutliche Vorteile bezüglich der krankheitsbedingten Symptomatik:

  • Es liegt ein Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen vor, gemessen am MFSAF v2.0-Score (Verbesserung des Total Symptom Scores um ≥ 50 %)

  • Die belastende Symptomatik der Grunderkrankung wird durch die Therapie signifikant verbessert

  • Für den Endpunkt der leukämischen Transformation zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied

Mortalität und Lebensqualität

Bezüglich des Gesamtüberlebens leitet der Bericht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen ab.

Zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EORTC QLQ-C30) lagen im Dossier keine verwertbaren Daten vor. Der hohe Anteil an fehlenden Werten verhinderte hier eine aussagekräftige Auswertung.

Nebenwirkungen

Die Auswertungen zu den unerwünschten Ereignissen (UE) wurden insgesamt als nicht interpretierbar eingestuft, da Symptome der Grunderkrankung umfangreich miterfasst wurden.

Dennoch lassen sich aus dem Bericht folgende Aspekte ableiten:

  • Ein größerer Schaden durch Ruxolitinib kann nicht völlig ausgeschlossen werden

  • Es gibt jedoch keine Anzeichen für einen Schaden in einer Größenordnung, die eine Herabstufung des Zusatznutzens rechtfertigen würde

  • Bei Erkrankungen des Nervensystems zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zuungunsten von Ruxolitinib, die Effektstärke war jedoch gering

Dosierung

Die Dosierung von Ruxolitinib erfolgt laut Studiendesign in Abhängigkeit von der Thrombozytenzahl. Dosisanpassungen im Verlauf sind nach Beurteilung von Wirksamkeit und Verträglichkeit vorgesehen.

ThrombozytenzahlEmpfohlene StartdosisMaximale Dosis
> 200.000/μl20 mg (2-mal täglich)25 mg (2-mal täglich)
> 100.000 bis ≤ 200.000/μl15 mg (2-mal täglich)25 mg (2-mal täglich)

Sobald die Thrombozytenzahl den Wert von 50.000/μl oder die absolute Neutrophilenzahl den Wert von 500/μl unterschreitet, muss die Ruxolitinib-Gabe unterbrochen werden.

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll war die zeitgleiche Behandlung mit folgenden Arzneimitteln nicht erlaubt:

  • Potente CYP3A4-Induktoren (z. B. Johanniskraut)

  • Hydroxycarbamid, Interferon, Thalidomid, Busulfan, Lenalidomid oder Anagrelid

  • Hämatopoetische Wachstumsfaktoren (z. B. Erythropoetin), da diese zu einer Zunahme der Splenomegalie führen können

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die Therapie mit Ruxolitinib zu einer deutlichen Verbesserung der belastenden Myelofibrose-Symptomatik führt, was den beträchtlichen Zusatznutzen begründet. Es wird jedoch hervorgehoben, dass die Blutbilder engmaschig überwacht werden müssen, da bei einem Abfall der Thrombozyten unter 50.000/μl oder der Neutrophilen unter 500/μl eine sofortige Therapieunterbrechung erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen für Ruxolitinib in Kombination mit Best Supportive Care (BSC). Dies begründet sich vor allem durch eine signifikante Verbesserung der krankheitsbedingten Symptomatik.

Die Startdosis richtet sich nach der Thrombozytenzahl und beträgt laut Bewertung 15 mg oder 20 mg zweimal täglich. Die Maximaldosis ist auf 25 mg zweimal täglich begrenzt.

Laut den zugrundeliegenden Studiendaten muss die Gabe unterbrochen werden, wenn die Thrombozytenzahl unter 50.000/μl fällt. Gleiches gilt bei einem Abfall der absoluten Neutrophilenzahl auf unter 500/μl.

In der bewerteten Zulassungsstudie waren hämatopoetische Wachstumsfaktoren wie Erythropoetin ausgeschlossen. Der Bericht merkt an, dass diese zu einer Zunahme der Splenomegalie führen können.

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patienten mit primärer oder sekundärer Myelofibrose, die ein Intermediär-2- oder Hochrisikoprofil aufweisen. Zudem durften die Patienten nicht für eine allogene Stammzelltransplantation infrage kommen.

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Quelle: IQWiG A14-17: Ruxolitinib - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2014). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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