IQWiG2009

Glinide bei Typ-2-Diabetes: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2009 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2009)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2009 bewertet den Nutzen von Gliniden bei Diabetes mellitus Typ 2. Im Fokus stehen die Wirkstoffe Repaglinid und Nateglinid.

Ziel der Untersuchung war die vergleichende Nutzenbewertung einer langfristigen Behandlung. Dabei wurden Vergleiche gegenüber Placebo, anderen Antidiabetika sowie der beiden Glinide untereinander analysiert.

Die Datengrundlage bilden randomisierte kontrollierte Studien mit einer Laufzeit von 24 Wochen bis 14 Monaten. Langzeitstudien zur Untersuchung von mikro- oder makrovaskulären Folgeerkrankungen lagen zum Zeitpunkt der Erstellung nicht vor.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Therapie mit Gliniden:

Fehlender Beleg für Zusatznutzen

Laut Bericht gibt es weder für Repaglinid noch für Nateglinid einen Beleg für einen langfristigen Nutzen. Es konnte ebenfalls kein Zusatznutzen gegenüber anderen etablierten Therapieoptionen wie Metformin oder Sulfonylharnstoffen nachgewiesen werden.

Zu patientenrelevanten Endpunkten wie Mortalität, Folgekomplikationen oder gesundheitsbezogener Lebensqualität liegen keine ausreichenden Daten vor.

Hypoglykämien und unerwünschte Ereignisse

Hinsichtlich der Sicherheit zeigt die Auswertung folgende Ergebnisse:

  • Es gibt keinen Beleg für Unterschiede im Auftreten von schweren oder schwerwiegenden Hypoglykämien im Vergleich zu den Behandlungsalternativen.

  • Bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Gliniden und den Vergleichstherapien.

  • Insgesamt lässt sich kein Hinweis auf einen höheren oder niedrigeren Schaden der Glinide ableiten.

Auswirkungen auf das Körpergewicht

Der Bericht dokumentiert folgende Effekte auf das Körpergewicht in den Vergleichsstudien:

TherapievergleichAuswirkung auf das KörpergewichtSignifikanz und Relevanz
Glinide vs. PlaceboStärkere Gewichtszunahme unter Gliniden (ca. 1 kg bei Nateglinid)Statistisch signifikant für Nateglinid, klinische Relevanz unklar
Repaglinid vs. MetforminGewichtsabnahme von im Mittel 2 kg unter MetforminHinweis auf stärkere Gewichtsabnahme unter Metformin
Glinide vs. SulfonylharnstoffeKein Unterschied zwischen den GruppenNicht statistisch signifikant
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass für Glinide ausschließlich Kurzzeitstudien vorliegen und Langzeitdaten zu mikro- und makrovaskulären Endpunkten fehlen. Bei der Therapieentscheidung wird darauf hingewiesen, dass Metformin im direkten Vergleich zu Repaglinid mit einer günstigeren Gewichtsentwicklung assoziiert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es keinen Beleg für einen Nutzen oder Zusatznutzen von Repaglinid oder Nateglinid. Dies gilt auch für den Vergleich mit etablierten Standardtherapien wie Metformin oder Sulfonylharnstoffen.

Im Vergleich zu Placebo ist eine stärkere Gewichtszunahme unter Gliniden dokumentiert. Im direkten Vergleich mit Metformin zeigt sich unter Metformin eine stärkere Gewichtsabnahme von im Mittel 2 kg.

Der Bericht findet keinen Beleg für einen Unterschied im Auftreten von schweren Hypoglykämien zwischen Gliniden und Sulfonylharnstoffen. Die Datenlage hierzu wird jedoch als unzureichend eingestuft, da in den Studien kaum Ereignisse auftraten.

Nein, laut Bericht fehlen Studien, die auf die Untersuchung des langfristigen Nutzens oder der Mortalität ausgerichtet sind. Die eingeschlossenen Studien hatten lediglich eine Laufzeit von bis zu 14 Monaten.

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Quelle: IQWiG A05-05C: Glinide zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 (IQWiG, 2009). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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