NICE

Intermediäre Versorgung: Assessment & Entlassmanagement

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG74 befasst sich mit der sogenannten Intermediate Care, einschließlich Reablement. Diese Versorgungsformen zielen darauf ab, die Unabhängigkeit von Menschen zu fördern und unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Laut Leitlinie stehen die Gesundheitssysteme unter zunehmendem Druck durch eine alternde Bevölkerung mit komplexen Bedürfnissen. Multidisziplinäre Dienste, die sich auf Rehabilitation konzentrieren, können eine frühzeitige Entlassung erleichtern oder als Alternative zur stationären Pflege dienen.

Es wird betont, dass eine integrierte Herangehensweise entscheidend ist. Dies umfasst eine enge Zusammenarbeit zwischen Gesundheits- und Sozialwesen, um einen nahtlosen Übergang zwischen verschiedenen Versorgungsmodellen zu gewährleisten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Struktur und Assessment

Die Leitlinie empfiehlt, Intermediate Care als integriertes System mit einem einzigen Zugangspunkt (Single Point of Access) zu organisieren. Es wird ein gemeinsames Assessment-Verfahren für alle beteiligten Dienste angeraten.

Ein Assessment für Intermediate Care wird empfohlen, wenn Personen von einer spezifischen Rehabilitation profitieren könnten, um ihre Unabhängigkeit zu erhalten. Dies gilt insbesondere bei drohender Krankenhauseinweisung oder nach einem Klinikaufenthalt.

Es wird ausdrücklich geraten, Personen nicht aufgrund spezifischer Erkrankungen wie Demenz oder besonderer Lebensumstände von der Versorgung auszuschließen.

Versorgungsmodelle und Zuweisung

Die Leitlinie unterscheidet vier zentrale Modelle der Intermediate Care. Es wird empfohlen, diese lokal verfügbar zu machen und flexibel einzusetzen:

VersorgungsmodellDauerZielsetzungTypisches Setting
Bed-based Intermediate CareBis zu 6 WochenVermeidung von Klinikaufnahmen, Unterstützung der EntlassungStationäre Einrichtung
Crisis ResponseBis zu 48 StundenVermeidung von akuten KrankenhauseinweisungenEigenes Zuhause oder Pflegeheim
Home-based Intermediate CareBis zu 6 WochenSchnellere Genesung, Maximierung der UnabhängigkeitEigenes Zuhause oder Pflegeheim
ReablementBis zu 6 WochenWiedererlangung von Fähigkeiten und SelbstvertrauenEigenes Zuhause oder Pflegeheim

Es wird empfohlen, Reablement als erste Option für Personen in Betracht zu ziehen, die häusliche Pflege benötigen.

Planung und Zielsetzung

Gemäß der Leitlinie ist ein personenzentrierter Ansatz essenziell. Die Ziele der Intermediate Care sollten gemeinsam mit der betroffenen Person erarbeitet werden.

Dabei wird empfohlen, folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Spezifische und messbare Ergebnisse

  • Die individuellen Wünsche und die Motivation der Person

  • Die Förderung von bewusster Risikobereitschaft zur Steigerung der Selbstständigkeit (Positive Risk Taking)

  • Soziale und freizeitbezogene Aktivitäten als legitime Ziele

Durchführung und Transition

Für eine erfolgreiche Umsetzung wird das Führen eines Intermediate-Care-Tagebuchs empfohlen. Dieses sollte bei der Person verbleiben und bei jedem Besuch von den Fachkräften aktualisiert werden.

Bei der Beendigung der Maßnahme ist laut Leitlinie ein klarer Transitionsplan erforderlich. Dieser sollte dokumentiert werden und Informationen darüber enthalten, wie bei Bedarf eine erneute Zuweisung erfolgen kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Dringlichkeit bei der Initiierung von Versorgungsmaßnahmen, um eine weitere Verschlechterung zu vermeiden. Es wird empfohlen, eine stationäre Intermediate Care (Bed-based) innerhalb von zwei Tagen nach Überweisung zu beginnen. Bei einer Krisenintervention (Crisis Response) wird ein Start innerhalb von zwei Stunden angeraten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine Beurteilung für Intermediate Care erfolgen, wenn eine Person durch Rehabilitation ihre Unabhängigkeit verbessern kann. Es wird betont, dass niemand aufgrund von Diagnosen wie Demenz oder bestimmten Wohnverhältnissen ausgeschlossen werden darf.

Die Leitlinie gibt an, dass Interventionen im Rahmen des Reablement für die meisten Personen bis zu sechs Wochen dauern. Die genaue Dauer sollte jedoch regelmäßig überprüft und an den individuellen Fortschritt angepasst werden.

Gemäß der Leitlinie bedeutet dies, die positiven Effekte der Risikobereitschaft gegen die negativen Auswirkungen einer vollständigen Risikovermeidung abzuwägen. Es wird empfohlen, Personen dabei zu unterstützen, kalkulierte Risiken einzugehen, um ihre Selbstständigkeit zu fördern.

Es wird ein strukturierter Übergangsplan empfohlen, der mit der betroffenen Person abgestimmt ist. Die Leitlinie rät zudem, Informationen darüber bereitzustellen, wie bei einer erneuten Verschlechterung wieder Kontakt zum Dienst aufgenommen werden kann.

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Quelle: NG74: Intermediate care including reablement (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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