Notfallkontrazeption & CYP3A4-Induktoren: BfArM-Info
Hintergrund
Der Informationsbrief des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 2016 thematisiert eine wichtige Arzneimittelinteraktion bei der hormonalen Notfallkontrazeption. Es wird darauf hingewiesen, dass die Wirkung levonorgestrelhaltiger Präparate (wie Postinor® oder PiDaNa®) unter bestimmten Voraussetzungen vermindert sein kann.
Ursächlich hierfür ist eine Enzyminduktion durch Arzneimittel, die die Aktivität des Leberenzyms CYP3A4 steigern. Dies führt zu verringerten Levonorgestrel-Plasmaspiegeln, wodurch die übliche Einmaldosis von 1,5 mg möglicherweise nicht mehr zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt.
Zu den relevanten CYP3A4-Induktoren zählen laut BfArM beispielsweise Johanniskrautpräparate, Rifampicin, bestimmte HIV-Medikamente sowie Antiepileptika. Das Risiko einer Wirkabschwächung besteht für Frauen, die diese Medikamente aktuell einnehmen oder innerhalb der letzten vier Wochen eingenommen haben.
Empfehlungen
Das BfArM formuliert folgende Kernempfehlungen für Anwenderinnen von CYP3A4-induzierenden Arzneimitteln:
Dosisanpassung bei Levonorgestrel
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Bei gleichzeitiger oder kürzlicher Anwendung (innerhalb der letzten vier Wochen) von CYP3A4-Induktoren wird die Einnahme der doppelten Levonorgestreldosis empfohlen.
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Dies entspricht einer einmaligen Dosis von 3 mg anstelle der üblichen 1,5 mg.
Nicht-hormonale Alternativen
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Als weitere Möglichkeit zur Notfallkontrazeption wird die Anwendung nicht-hormonaler Verhütungsmethoden genannt.
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Das BfArM führt hierbei explizit die Einlage einer Kupferspirale als sichere Alternative an.
Dosierung
| Patientengruppe | Wirkstoff | Empfohlene Dosis |
|---|---|---|
| Standardanwendung | Levonorgestrel | 1,5 mg (Einmaldosis) |
| Anwendung von CYP3A4-Induktoren (aktuell oder in den letzten 4 Wochen) | Levonorgestrel | 3,0 mg (Einmaldosis) |
Kontraindikationen
Das BfArM warnt ausdrücklich vor der Anwendung von Ulipristalacetat bei Frauen, die CYP3A4-induzierende Arzneimittel einnehmen. Dieser ebenfalls zur Notfallkontrazeption zugelassene Wirkstoff stellt keine Alternative dar, da seine Wirksamkeit durch die Enzyminduktion noch wesentlich stärker abgeschwächt wird als die von Levonorgestrel.
💡Praxis-Tipp
Bei der Abgabe von Notfallkontrazeptiva sollte stets aktiv nach der Einnahme von CYP3A4-Induktoren (inklusive rezeptfreier Johanniskrautpräparate) innerhalb der letzten vier Wochen gefragt werden. Es wird dringend davon abgeraten, bei Vorliegen einer solchen Interaktion auf Ulipristalacetat auszuweichen, da dessen Wirkung durch die Enzyminduktion massiv beeinträchtigt wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut BfArM zählen zu den CYP3A4-Induktoren unter anderem Johanniskrautpräparate, Rifampicin, bestimmte HIV-Medikamente und Antiepileptika. Diese können den Plasmaspiegel von Levonorgestrel senken und die Wirksamkeit reduzieren.
Wenn innerhalb der letzten vier Wochen CYP3A4-Induktoren wie Johanniskraut eingenommen wurden, wird die doppelte Dosis Levonorgestrel empfohlen. Dies entspricht einer einmaligen Einnahme von 3 mg.
Das BfArM rät von der Anwendung von Ulipristalacetat in diesen Fällen ab. Die Wirksamkeit dieses Wirkstoffs wird durch CYP3A4-Induktoren noch stärker abgeschwächt als die von Levonorgestrel.
Als sichere nicht-hormonale Alternative bei Interaktionen nennt das BfArM die Einlage einer Kupferspirale. Diese Methode wird nicht durch enzyminduzierende Medikamente beeinflusst.
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Quelle: Informationsbrief zu hormonalen Notfallkontrazeptiva (u.a. Postinor®): Neue Empfehlung für Anwenderinnen von CYP3A4-induzierenden Arzneimitteln (BfArM, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.