Influenza (Grippe): Diagnostik, Therapie und Impfung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Erreger der saisonalen Influenza sind Orthomyxoviren, wobei für den Menschen vor allem die Typen A und B relevant sind. In Deutschland treten Grippewellen typischerweise im Winterhalbjahr nach dem Jahreswechsel auf und erstrecken sich meist über drei bis vier Monate.

Die Übertragung erfolgt überwiegend durch respiratorische Tröpfchen und Aerosole im Nahfeld, die beim Husten oder Niesen ausgestoßen werden. Auch eine indirekte Übertragung über kontaminierte Hände oder Oberflächen auf die Schleimhäute ist möglich. Die Inkubationszeit ist mit ein bis drei Tagen sehr kurz.

Klinisch zeigt sich oft ein plötzlicher Erkrankungsbeginn mit Fieber, Husten, Hals-, Muskel- und Kopfschmerzen. Der Ratgeber weist jedoch darauf hin, dass nur etwa ein Drittel der Infizierten fieberhaft erkrankt, während ein weiteres Drittel milde und das letzte Drittel völlig asymptomatische Verläufe zeigt.

Klinischer Kontext

Die saisonale Influenza ist eine akute virale Atemwegsinfektion, die weltweit in jährlichen Epidemien während der Wintermonate auftritt. Die Prävalenz ist hoch, wobei besonders Kinder, Ältere und chronisch Kranke von schweren Verläufen betroffen sind.

Pathophysiologisch wird die Erkrankung durch RNA-Viren der Familie Orthomyxoviridae (hauptsächlich Typ A und B) ausgelöst. Diese infizieren das respiratorische Epithel und entkommen durch ständige Antigendrift teilweise der bestehenden Immunität.

Klinisch ist die Influenza durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn mit hohem Fieber, Myalgien und trockenem Husten gekennzeichnet. Sie birgt eine hohe klinische Relevanz durch die Gefahr schwerer Komplikationen wie sekundärer bakterieller Pneumonien.

Die Diagnostik stützt sich in der Praxis häufig auf das typische klinische Bild während der Influenzasaison. Zur genauen Erregeridentifikation können Antigen-Schnelltests oder als Goldstandard PCR-Untersuchungen eingesetzt werden.

Wissenswertes

Die Inkubationszeit der saisonalen Influenza ist in der Regel sehr kurz und beträgt meist ein bis zwei Tage. In einigen Fällen kann sie sich auf bis zu vier Tage erstrecken.

Klinisch lassen sich Infektionen mit Influenza A und B kaum voneinander unterscheiden, da beide einen plötzlichen Beginn mit Fieber, Husten und Gliederschmerzen verursachen. Influenza A ist jedoch häufiger für große Epidemien und tendenziell schwerere Verläufe bei Erwachsenen verantwortlich.

Zu den häufigsten Komplikationen zählen sekundäre bakterielle Pneumonien, Otitis media bei Kindern sowie die Exazerbation chronischer Grunderkrankungen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Schwangere und immunsupprimierte Patienten.

Der PCR-Test aus einem tiefen Nasen-Rachen-Abstrich gilt aufgrund seiner hohen Sensitivität und Spezifität als Goldstandard in der Influenzadiagnostik. Antigen-Schnelltests liefern zwar raschere Ergebnisse, weisen jedoch eine deutlich geringere Sensitivität auf und können falsch-negative Resultate liefern.

Die Infektiosität beginnt oft schon kurz vor dem Auftreten der ersten Symptome und erreicht in den ersten Krankheitstagen ihren Höhepunkt. Bei Erwachsenen hält die Ansteckungsfähigkeit meist etwa fünf bis sieben Tage an, bei Kindern oder Immunsupprimierten kann sie deutlich länger bestehen.

Antivirale Medikamente wie Neuraminidasehemmer entfalten ihre beste Wirkung, wenn sie innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn verabreicht werden. Bei schweren Verläufen oder Hochrisikopatienten kann ein späterer Einsatz dennoch klinisch sinnvoll sein, um die Viruslast zu senken.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Ratgeber betont, dass ein negativer Influenzaschnelltest eine Infektion nicht sicher ausschließt, da die Sensitivität dieser Tests oft nur mäßig ist. Bei klinischem Verdacht und Vorliegen von Risikofaktoren wird empfohlen, den Beginn einer antiviralen Therapie nicht bis zum Eintreffen eines bestätigenden PCR-Ergebnisses zu verzögern.

Häufig gestellte Fragen

Die Dauer der Ansteckungsfähigkeit beträgt im Mittel etwa 4 bis 5 Tage ab Auftreten der ersten Symptome. Bei Kindern oder hospitalisierten Personen mit schweren Verläufen kann die Virusausscheidung laut RKI auch 7 Tage oder länger andauern.

Eine spezifische Therapie mit Neuraminidasehemmern sollte idealerweise so früh wie möglich, das heißt innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn, eingeleitet werden. Bei schweren Verläufen kann ein späterer Beginn laut Leitlinie dennoch die Prognose positiv beeinflussen.

Ja, gemäß Infektionsschutzgesetz ist der direkte Nachweis von Influenzaviren namentlich an das Gesundheitsamt zu melden. Dies schließt ausdrücklich auch positive Ergebnisse von in ärztlichen Praxen durchgeführten Schnelltests ein.

Eine postexpositionelle Prophylaxe mit antiviralen Medikamenten wird bei Ausbrüchen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen für Personal und Bewohner empfohlen. Auch im häuslichen Umfeld kann sie zum Schutz von immungeschwächten Kontaktpersonen erwogen werden.

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Quelle: RKI-Ratgeber: Influenza (saisonale Influenzaviren) (RKI/STIKO). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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