Impfungen für Erwachsene: STIKO-Stellungnahme
Hintergrund
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat eine Stellungnahme zur Bewertung von Erwachsenenimpfungen durch die Stiftung Warentest veröffentlicht. Der Fokus liegt auf der Abwehr von Kritik an den Standardimpfungen für ältere Menschen.
Während bei Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Masern, Mumps und Röteln Konsens besteht, weichen die Einschätzungen bei Influenza und Pneumokokken ab. Die Stiftung Warentest bewertete diese für Personen ab 60 Jahren als wenig sinnvoll.
Die STIKO stuft diese pauschale Ablehnung als fahrlässig ein. Es wird betont, dass Impflücken im Erwachsenenalter weiterhin ein relevantes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellen und die etablierten Empfehlungen schwere Krankheitsverläufe verhindern.
Empfehlungen
Die Stellungnahme der STIKO bekräftigt die bestehenden Impfempfehlungen für Personen ab 60 Jahren.
Influenza-Impfung ab 60 Jahren
Laut STIKO wird die jährliche Influenza-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren weiterhin nachdrücklich empfohlen. Die Leitlinie argumentiert:
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Ein altersbedingt schwächeres Immunsystem erhöht das Risiko für schwere oder tödliche Krankheitsverläufe.
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Auch bei einer reduzierten Schutzwirkung von 30 bis 50 Prozent ist die Impfung besser als kein Schutz.
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Die verwendeten Totimpfstoffe (TIV) weisen ein hohes Maß an Sicherheit und Verträglichkeit auf.
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Attenuierte Lebendimpfstoffe (LAIV) bieten bei Erwachsenen keinen besseren Schutz als konventionelle Totimpfstoffe.
Pneumokokken-Impfung ab 60 Jahren
Die STIKO hält an der Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung für ältere Menschen und Risikogruppen fest. Es wird darauf hingewiesen, dass trotz einer unbefriedigenden Studienlage von einem zumindest teilweisen Schutz auszugehen ist.
| Impfstoff-Typ | Eigenschaften laut STIKO-Stellungnahme |
|---|---|
| 23-valenter Polysaccharidimpfstoff | Deckt mehr Serotypen ab, zeigt jedoch eine potenziell geringere Immunantwort. |
| 13-valenter Konjugatimpfstoff | Zeigt eine stärkere Immunantwort, deckt aber weniger Serotypen ab. |
Die Leitlinie verweist darauf, dass eine Überprüfung der Pneumokokken-Impfempfehlung erst nach Vorliegen neuer Studienergebnisse erfolgen soll. Bis dahin wird zur Fortführung der aktuellen Impfpraxis geraten.
💡Praxis-Tipp
Es wird von der STIKO davor gewarnt, älteren Patienten oder chronisch Kranken aufgrund einer vermeintlich geringeren Impfstoffwirksamkeit von der Influenza- oder Pneumokokken-Impfung abzuraten. Laut Stellungnahme überwiegt der Nutzen durch die Verhinderung schwerer und tödlicher Verläufe die Nachteile einer altersbedingt reduzierten Immunantwort deutlich.
Häufig gestellte Fragen
Laut STIKO führt das schwächere Immunsystem im Alter zu einem höheren Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Auch eine reduzierte Schutzwirkung von 30 bis 50 Prozent bietet einen relevanten Vorteil gegenüber einem fehlenden Schutz.
Die Stellungnahme verweist auf die bewährten Totimpfstoffe (TIV). Lebendimpfstoffe (LAIV) bieten laut STIKO bei Erwachsenen keinen besseren Schutz als konventionelle Totimpfstoffe.
Ja, die STIKO empfiehlt die Pneumokokken-Impfung für Personen ab 60 Jahren weiterhin. Trotz teilweise widersprüchlicher Studienlage wird von einem schützenden Effekt vor schweren Erkrankungen ausgegangen.
Die STIKO bezeichnet die pauschale Ablehnung der Influenza- und Pneumokokken-Impfung für Senioren als fahrlässig. Es wird betont, dass diese Impfungen nachweislich schwere Verläufe und Todesfälle verhindern können.
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Quelle: RKI: stiko stellungnahme stiftung warentest erwachsene (RKI/STIKO, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.