NICEA2018Gynäkologie

Hypermenorrhoe: Diagnostik, Hysteroskopie und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die schwere Menstruationsblutung (Menorrhagie) hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Lebensqualität von Frauen. Die NICE-Leitlinie betont, dass therapeutische Interventionen primär auf die Verbesserung der Lebensqualität und nicht nur auf die Reduktion des Blutverlustes abzielen sollten.

Die Ursachen für eine verstärkte Blutung sind vielfältig und reichen von hormonellen Dysbalancen bis hin zu strukturellen Veränderungen wie Myomen, Polypen oder einer Adenomyose. Die Wahl der Diagnostik und Therapie richtet sich stark nach der zugrunde liegenden Pathologie.

Ein zentraler Aspekt der Beratung ist die Berücksichtigung der individuellen Präferenzen der Frau. Dabei spielen insbesondere der Kinderwunsch sowie der Wunsch nach Erhalt des Uterus eine entscheidende Rolle bei der Therapieentscheidung.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für den klinischen Alltag:

Anamnese und Labor

Es wird empfohlen, bei allen Frauen mit schwerer Menstruationsblutung ein Blutbild parallel zum Therapiebeginn zu bestimmen. Auf eine routinemäßige Testung von Ferritin, weiblichen Hormonen oder Schilddrüsenwerten sollte laut Leitlinie verzichtet werden, sofern keine spezifischen Begleitsymptome vorliegen.

Eine Untersuchung auf Gerinnungsstörungen wird nur empfohlen, wenn die schwere Blutung seit der Menarche besteht und eine entsprechende Eigen- oder Familienanamnese vorliegt.

Apparative Diagnostik

Die Wahl der primären Bildgebung richtet sich nach den anamnestischen und klinischen Befunden. Die Leitlinie rät von einer Kochsalz-Infusions-Sonographie, einem MRT oder einer alleinigen Kürettage als Erstliniendiagnostik ab.

Klinischer Verdacht oder BefundEmpfohlene Diagnostik
Submuköse Myome, Polypen, EndometriumpathologieAmbulante Hysteroskopie
Tastbarer Uterus, unklarer Tastbefund (z.B. bei Adipositas)Becken-Ultraschall
Adenomyose (starke Dysmenorrhoe, vergrößerter Uterus)Transvaginaler Ultraschall

Therapie bei unauffälligem Befund oder kleinen Myomen

Bei Frauen ohne identifizierte Pathologie, mit Myomen unter 3 cm Durchmesser oder bei einer Adenomyose wird ein Levonorgestrel-freisetzendes Intrauterinsystem (LNG-IUS) als Erstlinientherapie empfohlen.

Falls ein LNG-IUS abgelehnt wird oder ungeeignet ist, empfiehlt die Leitlinie folgende medikamentöse Alternativen:

  • Nicht-hormonell: Tranexamsäure oder NSAR

  • Hormonell: Kombinierte hormonelle Kontrazeption oder zyklische orale Gestagene

Therapie bei Myomen ab 3 cm Durchmesser

Bei Myomen mit einem Durchmesser von 3 cm oder mehr wird eine Überweisung in die fachärztliche Versorgung zur weiteren Diagnostik und Therapieplanung empfohlen. Zur Überbrückung können Tranexamsäure und NSAR eingesetzt werden.

Als definitive Therapieoptionen nennt die Leitlinie unter anderem die Uterusarterienembolisation, eine Myomektomie oder eine Hysterektomie. Die Entscheidung sollte die Größe, Lage und Anzahl der Myome sowie die Schwere der Symptome berücksichtigen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor dem Risiko schwerer Leberschäden bis hin zum Leberversagen durch die Einnahme von Ulipristalacetat. Es wird empfohlen, die Leberfunktion vor Behandlungsbeginn, monatlich während der ersten zwei Zyklen und vor jedem neuen Behandlungszyklus zu kontrollieren. Bei Anzeichen eines Leberversagens muss die Therapie sofort abgebrochen werden.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie kann bei einer unkomplizierten Anamnese ohne Begleitsymptome eine medikamentöse Therapie auch ohne vorherige körperliche Untersuchung eingeleitet werden. Dies gilt jedoch nicht, wenn ein LNG-IUS als Therapie gewählt wird, da hierfür zwingend eine vorherige gynäkologische Untersuchung empfohlen wird.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt lediglich die Bestimmung eines Blutbildes. Auf die routinemäßige Messung von Ferritin oder Hormonen sollte verzichtet werden.

Eine ambulante Hysteroskopie wird empfohlen, wenn anamnestisch der Verdacht auf submuköse Myome, Polypen oder eine Endometriumpathologie besteht.

Es wird primär die Einlage eines Levonorgestrel-freisetzenden Intrauterinsystems (LNG-IUS) empfohlen. Alternativ können Tranexamsäure, NSAR oder hormonelle Kontrazeptiva eingesetzt werden.

Der Einsatz wird nur für prämenopausale Frauen empfohlen, bei denen eine Operation oder Embolisation nicht geeignet ist oder versagt hat. Dabei müssen strenge Leberfunktionskontrollen erfolgen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: NICE Guideline on Heavy Menstrual Bleeding (NICE, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.