Hüftfraktur: Diagnostik, Therapie und OP-Zeitpunkt
Hintergrund
Die NICE-Leitlinie CG124 befasst sich mit dem Management von Hüftfrakturen bei Erwachsenen ab 18 Jahren. Ziel ist es, die Versorgung von der Krankenhausaufnahme bis zur Rückkehr in die häusliche Umgebung zu verbessern.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Bedeutung einer frühzeitigen Operation und der koordinierten Versorgung durch ein multidisziplinäres Hüftfraktur-Programm. Dies soll eine schnellere Genesung und die Wiederherstellung der Mobilität fördern.
Hüftfrakturen stellen aufgrund der alternden Bevölkerung ein großes öffentliches Gesundheitsproblem dar. Die Leitlinie betont, dass ein umfassender orthogeriatrischer Ansatz erforderlich ist, da Stürze und Frakturen oft auf zugrunde liegende gesundheitliche Probleme hinweisen.
Empfehlungen
Die NICE-Leitlinie CG124 formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Hüftfrakturen:
Diagnostik und OP-Zeitpunkt
Bei Verdacht auf eine okkulte Hüftfraktur und unauffälligem Röntgenbild wird ein MRT empfohlen. Falls ein MRT innerhalb von 24 Stunden nicht verfügbar oder kontraindiziert ist, sollte ein CT in Betracht gezogen werden.
Die Operation sollte am Tag der Aufnahme oder am Folgetag durchgeführt werden. Korrigierbare Komorbiditäten (z. B. Anämie, Volumendepletion, unkontrollierter Diabetes) sind umgehend zu behandeln, um die Operation nicht zu verzögern.
Analgesie und Anästhesie
Die Leitlinie empfiehlt eine sofortige Schmerztherapie bei Aufnahme, auch bei Patienten mit kognitiver Einschränkung. Die Schmerzerfassung sollte regelmäßig erfolgen, unter anderem stündlich bis zur Stabilisierung auf der Station.
Prä- und postoperativ wird Paracetamol alle 6 Stunden empfohlen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen. Bei unzureichender Wirkung sollten zusätzlich Opioide verabreicht werden.
Patienten sollte nach Aufklärung über Risiken und Nutzen die Wahl zwischen Spinal- und Vollnarkose angeboten werden. Intraoperative Nervenblöcke sollten bei allen chirurgischen Eingriffen erwogen werden.
Chirurgisches Vorgehen
Ziel der Operation ist es, dem Patienten in der unmittelbaren postoperativen Phase eine uneingeschränkte Vollbelastung zu ermöglichen.
Die Leitlinie empfiehlt die Wahl des chirurgischen Verfahrens in Abhängigkeit vom Frakturtyp:
| Frakturtyp | Empfohlenes Verfahren / Implantat |
|---|---|
| Dislozierte intrakapsuläre Fraktur | Arthroplastik (Totalendoprothese oder Hemiarthroplastik) mit zementierten Implantaten |
| Trochantäre Fraktur (inkl. Trochanter minor, außer revers-oblique) | Extramedulläres Implantat (z. B. Gleitnagelschraube) bevorzugt |
| Subtrochantäre Fraktur | Intramedullärer Nagel |
Eine Totalendoprothese sollte anstelle einer Hemiarthroplastik bei Patienten erwogen werden, die zuvor im Freien mit maximal einem Stock gehen konnten. Zudem sollten keine Kontraindikationen vorliegen und eine unabhängige Lebensführung für mehr als 2 Jahre zu erwarten sein.
Multidisziplinäres Management und Rehabilitation
Ab der Aufnahme wird ein formelles, orthogeriatrisches Hüftfraktur-Programm empfohlen. Dieses umfasst eine rasche Optimierung der OP-Fähigkeit und die frühzeitige Festlegung individueller Rehabilitationsziele.
Eine physiotherapeutische Beurteilung und Mobilisation sollte am Tag nach der Operation angeboten werden, sofern keine medizinischen Kontraindikationen bestehen. Danach wird eine mindestens tägliche Mobilisation empfohlen.
Das Behandlungsteam sollte das Risiko für ein Delir minimieren, indem bei Aufnahme aktiv nach kognitiven Einschränkungen gesucht wird.
Kontraindikationen
Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) werden zur Analgesie bei Hüftfrakturen ausdrücklich nicht empfohlen.
Verzögert freisetzende Opioide (prolonged-release) werden für die akute postoperative Schmerztherapie nicht empfohlen; stattdessen sollen schnell freisetzende Präparate genutzt werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, Nervenblöcke als Ersatz für eine frühzeitige Operation einzusetzen. Zudem wird explizit betont, dass Patienten aus Pflegeheimen nicht von Rehabilitationsprogrammen oder einer frühzeitigen unterstützten Entlassung ausgeschlossen werden dürfen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt, die Operation am Tag der Aufnahme oder am darauffolgenden Tag durchzuführen. Korrigierbare Komorbiditäten sollten sofort behandelt werden, um den Eingriff nicht zu verzögern.
Es wird eine Basisanalgesie mit Paracetamol alle 6 Stunden empfohlen. Bei unzureichender Wirkung sollten zusätzlich schnell freisetzende Opioide verabreicht werden, während NSAR laut Leitlinie nicht empfohlen werden.
Ein MRT wird empfohlen, wenn trotz unauffälliger Röntgenbilder weiterhin der klinische Verdacht auf eine Hüftfraktur besteht. Ist ein MRT nicht zeitnah verfügbar, sollte ein CT erwogen werden.
Eine Totalendoprothese sollte bei Patienten mit dislozierter intrakapsulärer Fraktur erwogen werden, die zuvor mobil waren (maximal ein Gehstock). Voraussetzung ist, dass sie voraussichtlich noch über 2 Jahre unabhängig leben können.
Sofern keine medizinischen oder chirurgischen Kontraindikationen bestehen, wird eine physiotherapeutische Beurteilung und erste Mobilisation bereits am Tag nach der Operation empfohlen.
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Quelle: Hip fracture: management (NICE, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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