Hormontherapie (HRT): Indikation zur Primärprävention
Hintergrund
Die USPSTF-Leitlinie (2017) evaluiert den Nutzen und die Risiken einer systemischen Hormontherapie zur Primärprävention chronischer Erkrankungen bei postmenopausalen Frauen. Das mediane Alter bei Eintritt der Menopause liegt bei 51,3 Jahren, woraufhin Frauen durchschnittlich noch 30 Jahre leben.
Mit zunehmendem Alter steigt die Inzidenz chronischer Erkrankungen wie koronarer Herzkrankheit, Demenz, Schlaganfall, Frakturen und Brustkrebs. Es ist laut Leitlinie jedoch unklar, welcher Anteil dieses Risikos allein auf die Menopause zurückzuführen ist.
Seit der Veröffentlichung der Women's Health Initiative (WHI), die ernsthafte gesundheitliche Nebenwirkungen der Hormontherapie aufzeigte, ist deren Anwendung rückläufig. Die vorliegende Leitlinie bezieht sich ausschließlich auf die Prävention und nicht auf die Behandlung von akuten Menopausenbeschwerden.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Primärprävention chronischer Erkrankungen:
Nutzen-Risiko-Bewertung
Laut Leitlinie ist die Anwendung einer Hormontherapie zur Prävention chronischer Erkrankungen zwar mit einigen Vorteilen verbunden, jedoch stehen diesen gut dokumentierte Schäden gegenüber. Das Ausmaß sowohl der Vorteile als auch der Risiken wird als gering bis moderat eingestuft.
Es wird mit moderater Sicherheit geschlussfolgert, dass weder eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie noch eine reine Östrogentherapie einen Nettonutzen für die Primärprävention bietet.
Spezifische Empfehlungen
Die Leitlinie spricht sich explizit gegen den präventiven Einsatz aus:
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Es wird von einer kombinierten Östrogen-Gestagen-Therapie zur Primärprävention chronischer Erkrankungen bei postmenopausalen Frauen abgeraten (Empfehlungsgrad D).
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Ebenso wird von einer reinen Östrogentherapie zur Primärprävention bei postmenopausalen Frauen nach einer Hysterektomie abgeraten (Empfehlungsgrad D).
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass sich die negative Empfehlung ausschließlich auf die Primärprävention chronischer Erkrankungen bezieht. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Empfehlung nicht auf die Hormontherapie zur Behandlung akuter menopausaler Symptome übertragbar ist.
Häufig gestellte Fragen
Nein, die USPSTF-Leitlinie rät von einer systemischen Hormontherapie zur Primärprävention chronischer Erkrankungen bei postmenopausalen Frauen ab. Dies gilt sowohl für kombinierte Präparate als auch für reine Östrogene.
Ja, laut Leitlinie wird auch bei Frauen nach einer Hysterektomie von einer reinen Östrogentherapie zur Primärprävention abgeraten. Es konnte kein Nettonutzen festgestellt werden.
Die Leitlinie evaluiert ausschließlich den Einsatz zur Primärprävention chronischer Erkrankungen. Die Behandlung von akuten Menopausensymptomen wird in diesem Dokument nicht adressiert und ist von der negativen Empfehlung ausgenommen.
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Quelle: Hormone Therapy for the Primary Prevention of Chronic Conditions in Postmenopausal Women: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement. (USPSTF, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
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NG23: Menopause: diagnosis and management
Medication Use to Reduce Risk of Breast Cancer: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement.
Cochrane Review: Long-term hormone therapy for perimenopausal and postmenopausal women
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