Hodgkin-Lymphom: Pembrolizumab Indikation und Therapie
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des IQWiG bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab bei rezidivierendem oder refraktärem klassischen Hodgkin-Lymphom (cHL). Die Bewertung umfasst Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche ab drei Jahren.
Voraussetzung für die Anwendung ist das Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT). Alternativ muss die Vorbehandlung aus mindestens zwei Therapien bestehen, sofern eine auto-SZT nicht infrage kommt.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach Maßgabe des Arztes festgelegt. Für die Bewertung der Erwachsenen wurde die Studie KEYNOTE-204 herangezogen, in der Pembrolizumab mit Brentuximab Vedotin verglichen wurde.
Empfehlungen
Erwachsene Patientinnen und Patienten
Das IQWiG sieht für Erwachsene einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Pembrolizumab. Dies gilt ausschließlich für die Patientengruppe, für die Brentuximab Vedotin als zweckmäßige Vergleichstherapie infrage kommt.
Für Patientinnen und Patienten, für die Brentuximab Vedotin keine geeignete Therapieoption darstellt, ist ein Zusatznutzen laut Bericht nicht belegt.
Die positiven Effekte von Pembrolizumab im Vergleich zu Brentuximab Vedotin umfassen:
-
Linderung nicht schwerwiegender Symptome wie Erschöpfung, Schmerzen und Appetitverlust
-
Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (globaler Gesundheitsstatus, körperliche, emotionale und soziale Funktion)
-
Einen geringeren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3)
Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren
Für die pädiatrische Population ab drei Jahren ist ein Zusatznutzen von Pembrolizumab laut IQWiG nicht belegt.
Der Bericht begründet dies mit dem Fehlen geeigneter vergleichender Studiendaten. Ein vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegter Evidenztransfer von Erwachsenen auf Kinder wurde vom IQWiG als nicht sachgerecht eingestuft.
Die herangezogene einarmige Studie KEYNOTE-051 lässt keinen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie zu. Zudem unterschieden sich die Vorbehandlungen der pädiatrischen und erwachsenen Studienpopulationen maßgeblich.
Dosierung
| Medikament | Dosierung | Indikation |
|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg alle 3 Wochen ODER 400 mg alle 6 Wochen (i.v. über 30 Min.) | Erwachsene mit rezidivierendem/refraktärem cHL |
| Pembrolizumab | 2 mg/kg Körpergewicht (max. 200 mg) alle 3 Wochen (i.v. über 30 Min.) | Kinder und Jugendliche ab 3 Jahren mit rezidivierendem/refraktärem cHL |
Die Behandlung sollte laut Fachinformation bis zum Fortschreiten der Krebserkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität fortgesetzt werden.
Kontraindikationen
Der Bericht weist auf folgende Warnhinweise und Einschränkungen hin:
-
Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn sollte vermieden werden, da dies die Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen kann.
-
Nach Beginn der Therapie können Kortikosteroide jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen eingesetzt werden.
-
Es wird eine engmaschige Überwachung auf Anzeichen immunvermittelter Nebenwirkungen gefordert.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Praxis-Hinweis aus dem Bericht betrifft das sogenannte atypische Ansprechen. Es wird beschrieben, dass es in den ersten Monaten zu einem vorübergehenden Tumorwachstum oder neuen Läsionen kommen kann, bevor eine Tumorregression einsetzt. Bei klinisch stabilen Patientinnen und Patienten wird daher empfohlen, die Therapie bis zur Bestätigung des Krankheitsprogresses fortzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG gibt es bei Erwachsenen einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, sofern Brentuximab Vedotin als Vergleichstherapie geeignet ist. Für Kinder und Jugendliche ist ein Zusatznutzen mangels vergleichender Daten nicht belegt.
Die empfohlene Dosis für Kinder ab drei Jahren beträgt 2 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Die Maximaldosis ist auf 200 mg begrenzt und wird alle drei Wochen als intravenöse Infusion verabreicht.
Der Bericht zeigt, dass Pembrolizumab im Vergleich zu Brentuximab Vedotin einen geringeren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen aufweist. Dies betrifft Ereignisse ab dem CTCAE-Grad 3.
Der Bericht rät von einer systemischen Kortikosteroidgabe vor Therapiebeginn ab, um die Wirksamkeit nicht zu gefährden. Nach Therapiestart ist der Einsatz von Kortison zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen jedoch zulässig.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A21-35: Pembrolizumab (Hodgkin-Lymphom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A17-23: Pembrolizumab (klassisches Hodgkin-Lymphom) Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A21-104: Pembrolizumab (Hodgkin-Lymphom) - Addendum zum Auftrag A21-35
IQWiG A22-72: Pembrolizumab (Melanom, adjuvant) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A16-55: Pembrolizumab (nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A19-29: Pembrolizumab (Melanom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen