Herztransplantation bei Kindern & EMAH: Indikation
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie bietet einen Rahmen für das Vorgehen vor und nach einer Herztransplantation (HTx) im Kindes- und Jugendalter sowie bei Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern (EMAH). Jährlich werden in Deutschland durchschnittlich 30 Kinder und Jugendliche herztransplantiert.
Im ersten Lebensjahr sind angeborene Herzfehler der weltweit häufigste Transplantationsgrund. Bei Jugendlichen und Adoleszenten überwiegen hingegen dilatative Kardiomyopathien.
Die Entscheidung über die Aufnahme in die Warteliste trifft die interdisziplinäre Transplantationskonferenz. Eine Indikation besteht bei terminaler Herz- oder Kreislaufinsuffizienz mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität, wenn alternative Therapien ausgeschöpft sind.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor schwerwiegenden Arzneimittelinteraktionen bei der Gabe von Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Cyclosporin) und mTor-Inhibitoren. Es wird betont, dass Makrolidantibiotika, Antimykotika (Konazole), Calciumantagonisten und Grapefruit zu einem gefährlichen Spiegelanstieg der Immunsuppressiva führen können, weshalb vor jeder zusätzlichen Medikamentengabe das Transplantationszentrum kontaktiert werden sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird eine sportliche Betätigung dringend empfohlen, insbesondere Ausdauertraining und leichtes Krafttraining. Vor intensiver sportlicher Belastung sollte jedoch die Sporttauglichkeit mittels Belastungsuntersuchungen attestiert werden.
Die Leitlinie hält fest, dass die Fertilität in der Regel nicht gestört ist und eine erfolgreiche Schwangerschaft möglich ist. Es wird jedoch eine engmaschige Überwachung in einem Transplantationszentrum sowie eine rechtzeitige Anpassung potenziell teratogener Medikamente empfohlen.
Frühzeichen einer Abstoßung können Schwächegefühl, Herzrhythmusstörungen, Fieber, Erbrechen oder Bauchschmerzen sein. Im EKG zeigt sich laut Leitlinie oft ein Abfall der Voltage um etwa 20 Prozent oder das Auftreten neuer Rhythmusstörungen.
Es wird empfohlen, Impfungen mit Totimpfstoffen (inklusive der jährlichen Grippeimpfung) gemäß den STIKO-Empfehlungen fortzuführen. Impfungen mit Lebendvakzinen (wie Masern oder Varizellen) dürfen unter Immunsuppression nicht mehr durchgeführt werden.
Durch die lebenslange Immunsuppression steigt das Risiko für maligne Erkrankungen. Die Leitlinie weist besonders auf das erhöhte Hautkrebsrisiko sowie auf lymphoproliferative Erkrankungen (PTLD) hin, die oft mit einer EBV-Infektion assoziiert sind.
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Quelle: Herztransplantation im Kindes-, Jugend-, und jungen Erwachsenenalter (EMAH) (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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