Nachsorge nach Lungentransplantation: Immunsuppression
Hintergrund
Die DGP S3-Leitlinie formuliert evidenzbasierte Empfehlungen zur strukturierten Nachsorge von Erwachsenen nach einer Lungentransplantation. Ziel ist die Standardisierung der Langzeitbetreuung zur Optimierung von Überleben, Funktionsstatus und Lebensqualität.
Das mittelfristige Überleben nach Lungentransplantation ist im Vergleich zu anderen soliden Organen geringer. Eine hochqualitative, lebenslange und individualisierte Nachsorge ist daher maßgeblich für den Langzeiterfolg.
Zentrale Herausforderungen in der Nachsorge sind die Balance der Immunsuppression, die Prävention opportunistischer Infektionen sowie die Früherkennung eines chronischen Transplantatversagens (CLAD). Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer engen Kooperation zwischen Transplantationszentrum und niedergelassenen Ärzten.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass bei einer unklaren Verschlechterung der Nierenfunktion primär an eine Überdosierung der Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Ciclosporin) oder an prärenale Ursachen wie einen Volumenmangel gedacht werden sollte. Es wird empfohlen, in solchen Fällen die Talspiegel engmaschig zu kontrollieren und nephrotoxische Begleitmedikationen konsequent zu pausieren.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt primär den Einsatz von Tacrolimus anstelle von Ciclosporin. Studien zeigen unter Tacrolimus ein signifikant reduziertes Risiko für ein chronisches Transplantatversagen (CLAD) nach drei Jahren.
Laut Leitlinie wird bei Patienten mit erhöhtem Risiko (Spender positiv / Empfänger negativ oder Empfänger positiv) eine verlängerte Prophylaxe über drei Monate hinaus empfohlen. Häufig kommt hierbei Valganciclovir zum Einsatz.
Es wird eine hochdosierte intravenöse Kortikosteroidtherapie empfohlen. Die Leitlinie nennt hierbei eine Dosierung von 15 mg/kg (maximal 1000 mg) Methylprednisolon pro Tag über einen Zeitraum von drei Tagen.
Die Leitlinie rät von einer strikten keimarmen Diät ab, empfiehlt jedoch weiterhin den Verzicht auf rohes Fleisch, rohen Fisch und nicht-pasteurisierte Milchprodukte. Zudem wird auf eine strenge Küchenhygiene hingewiesen.
Zur Überprüfung der Reversibilität eines Lungenfunktionsabfalls wird ein mindestens vierwöchiger Therapieversuch mit Azithromycin empfohlen. Bei dem spezifischen Phänotyp des Bronchiolitis-obliterans-Syndroms kann laut Leitlinie auch Montelukast eingesetzt werden.
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Quelle: DGP S3-Leitlinie Nachsorge nach Lungentransplantation (DGP, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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