WHO2026

Hepatitis B und C: Diagnostik, Therapie und Prävention

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronische Virushepatitis bleibt weltweit eine der führenden infektiologischen Todesursachen. Die WHO-Leitlinie (2026) fasst die aktuellen evidenzbasierten Strategien zur Prävention, Testung und Behandlung von Hepatitis B und C zusammen.

Das übergeordnete Ziel ist die Eliminierung von viraler Hepatitis als globale Bedrohung der öffentlichen Gesundheit bis zum Jahr 2030. Hierfür ist eine massive Ausweitung der Test- und Behandlungsraten erforderlich.

Ein besonderer Fokus liegt auf einem Public-Health-Ansatz, der dezentralisierte Versorgungsstrukturen und die Integration in die primäre Gesundheitsversorgung fördert. Dies soll den Zugang zu lebensrettenden Therapien in ressourcenlimitierten Settings verbessern.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management von Hepatitis B und C:

Prävention und Prophylaxe

Zur Vermeidung einer vertikalen Transmission wird eine universelle Hepatitis-B-Impfung für Neugeborene innerhalb von 24 Stunden empfohlen. Zusätzlich sollte bei allen Schwangeren ein Screening auf das Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg) erfolgen (starke Empfehlung).

Bei HBsAg-positiven Schwangeren mit einer hohen Viruslast (HBV-DNA ≥ 200.000 IU/ml) wird eine antivirale Prophylaxe mit Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) ab dem zweiten Trimenon empfohlen.

Diagnostik und Screening

In Populationen mit einer HBsAg- oder HCV-Antikörper-Prävalenz von ≥ 2 % wird ein routinemäßiges Screening für alle Erwachsenen und Jugendlichen empfohlen. Für die Testung können laborbasierte Immunoassays oder Schnelltests (RDTs) verwendet werden.

Um die Anbindung an die Therapie zu verbessern, wird der Einsatz von Reflex-Testungen empfohlen. Hierbei wird bei einem positiven Antikörper- oder Antigentest unmittelbar aus derselben Probe eine molekulare Bestätigungsdiagnostik (HBV-DNA oder HCV-RNA) durchgeführt.

Therapie der Hepatitis B

Die Indikation zur antiviralen Therapie der chronischen Hepatitis B richtet sich nach dem Fibrosestadium, der Viruslast und den Transaminasen. Als Erstlinientherapie werden Nukleos(t)id-Analoga mit hoher genetischer Barriere empfohlen (starke Empfehlung).

Die Leitlinie definiert folgende Kriterien für den Therapiestart bei Erwachsenen und Jugendlichen:

  • Signifikante Fibrose (APRI-Score > 0,5) oder Zirrhose, unabhängig von Viruslast oder ALT-Spiegel

  • HBV-DNA > 2.000 IU/ml und erhöhte ALT-Werte

  • Vorliegen von Koinfektionen (z. B. HIV, HCV, HDV) oder extrahepatischen Manifestationen

Therapie der Hepatitis C

Für alle Personen ab 3 Jahren mit einer chronischen Hepatitis C wird eine kurative Therapie mit pangenotypischen direkt wirkenden antiviralen Medikamenten (DAA) empfohlen. Die Therapiedauer richtet sich nach dem gewählten Regime und dem Vorliegen einer Zirrhose.

DAA-RegimeTherapiedauer (ohne Zirrhose)Therapiedauer (mit Zirrhose)
Sofosbuvir / Daclatasvir12 Wochen24 Wochen
Sofosbuvir / Velpatasvir12 Wochen12 Wochen
Glecaprevir / Pibrentasvir8 Wochen8 Wochen

Monitoring und Nachsorge

Unter einer Hepatitis-B-Therapie wird eine mindestens jährliche Kontrolle von Leberwerten, Viruslast und Fibrosestadium empfohlen. Bei Personen mit Leberzirrhose ist eine lebenslange antivirale Therapie indiziert.

Zur Früherkennung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) wird bei Zirrhose-Patienten eine halbjährliche Ultraschalluntersuchung in Kombination mit der Bestimmung von Alpha-Fetoprotein (AFP) empfohlen (starke Empfehlung).

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie ist ein häufiger Fehler die Verzögerung der antiviralen Prophylaxe bei schwangeren Frauen durch das Warten auf eine vollständige Evaluation der mütterlichen Therapieindikation. Es wird betont, dass die Beurteilung der langfristigen Behandlungsbedürftigkeit der Mutter den sofortigen Beginn der Tenofovir-Prophylaxe zur Verhinderung einer vertikalen Transmission nicht aufschieben darf.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, die erste Dosis der Hepatitis-B-Impfung so früh wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt, zu verabreichen. Dies ist ein entscheidender Schritt zur Vermeidung einer vertikalen Transmission.

Es wird der Einsatz von Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF) oder Entecavir empfohlen. Diese Nukleos(t)id-Analoga weisen eine hohe genetische Barriere gegenüber Resistenzen auf.

Laut Leitlinie erfolgt die Bestätigung der Heilung durch den Nachweis einer anhaltenden virologischen Response (SVR). Hierfür wird 12 oder 24 Wochen nach Therapieende ein negativer HCV-RNA-Test gefordert.

Ein routinemäßiges Screening auf ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) mittels Ultraschall und Alpha-Fetoprotein wird alle sechs Monate für alle Personen mit Leberzirrhose empfohlen. Auch Personen mit einer familiären Vorbelastung für Leberkrebs sollten regelmäßig untersucht werden.

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Quelle: Consolidated guidance on hepatitis B and C prevention, testing, treatment, service delivery and monitoring: an implementation handbook for a public health approach (WHO, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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