NICE

Hebammenbesetzung im Kreißsaal: Personalberechnung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG4 befasst sich mit den Anforderungen an eine sichere Hebammenbesetzung in geburtshilflichen Einrichtungen. Ziel ist es, eine kontinuierliche und sichere Versorgung von Frauen und Neugeborenen in allen Phasen der Mutterschaft zu gewährleisten.

Der Fokus liegt auf der präkonzeptionellen, pränatalen, intrapartalen und postnatalen Betreuung durch registrierte Hebammen. Die Empfehlungen richten sich primär an das Management und leitende Hebammen, die für die Personalplanung und Ressourcenzuteilung verantwortlich sind.

Es wird betont, dass die individuelle Beurteilung der Pflegebedürfnisse jeder Frau und jedes Babys im Mittelpunkt stehen muss. Dabei spielen sowohl klinische Risikofaktoren als auch lokale Gegebenheiten und die Verfügbarkeit anderer Berufsgruppen eine entscheidende Rolle.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie NG4 formuliert folgende Kernempfehlungen zur Personalplanung und -überwachung:

Organisatorische Voraussetzungen

Laut Leitlinie muss sichergestellt werden, dass Frauen und Babys jederzeit die benötigte Hebammenversorgung erhalten. Das Budget für Entbindungsstationen sollte die erforderliche Hebammenbesetzung für alle Bereiche vollständig abdecken.

Es wird empfohlen, Eskalationspläne zu entwickeln, um auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können. Die Schließung von Abteilungen oder die Absage von Leistungen sollte dabei nur als letztes Mittel in Betracht gezogen werden.

Berechnung des Personalbedarfs

Die Leitlinie empfiehlt einen systematischen Prozess zur Festlegung des Hebammenbedarfs, der mindestens alle sechs Monate durchgeführt wird. Dabei sollten historische Daten, Risikokategorisierungen sowie der geschätzte Zeitaufwand für Routine- und Zusatzaufgaben einfließen.

Folgende Faktoren sind laut Leitlinie bei der Berechnung zwingend zu berücksichtigen:

  • Eine Eins-zu-eins-Betreuung während der etablierten Wehenphase

  • Lokale Ausfallquoten (Urlaub, Krankheit, Fortbildung)

  • Zeit für indirekte Pflegetätigkeiten, Administration und Supervision

Tägliche Bedarfsermittlung

Es wird empfohlen, die Differenz zwischen benötigten und verfügbaren Hebammen vor Beginn jeder Schicht oder Dienstleistung zu bewerten. Bei unerwarteten Schwankungen, Personalausfällen oder erhöhtem Betreuungsbedarf sollte diese Bewertung umgehend wiederholt werden.

Überwachung und Warnsignale

Die Leitlinie definiert sogenannte "Midwifery red flag events" als Warnsignale für eine unzureichende Personalbesetzung. Wenn ein solches Ereignis auftritt, sollte die diensthabende Hebamme benachrichtigt werden, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Red Flag EreignisBeschreibung / Zeitkriterium
Verzögerte SchmerzmittelgabeVerzögerung von mehr als 30 Minuten
Fehlende Eins-zu-eins-BetreuungKeine kontinuierliche Betreuung in der etablierten Wehenphase
Verzögerte TriageVerzögerung von 30 Minuten oder mehr nach Vorstellung
Ausgelassene PflegeZ.B. Verzögerung von 60 Minuten oder mehr beim Waschen oder Nähen
Verzögerte GeburtseinleitungVerzögerung von 2 Stunden oder mehr nach Aufnahme
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Warnhinweis der Leitlinie ist das Auftreten von sogenannten "Red Flag"-Ereignissen, wie etwa das Fehlen einer Eins-zu-eins-Betreuung während der etablierten Wehenphase. Es wird ausdrücklich betont, dass personelle Eskalationsmaßnahmen in einem Bereich niemals dazu führen dürfen, dass in anderen Bereichen der Geburtshilfe neue "Red Flags" entstehen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, die reguläre Hebammenbesetzung für jede geburtshilfliche Einrichtung mindestens alle sechs Monate systematisch zu ermitteln. Zudem sollte das Management diese Berechnungen regelmäßig auf Vorstandsebene überprüfen.

Laut Leitlinie handelt es sich dabei um ein Warnsignal, das auf eine potenziell unsichere Personalbesetzung hinweist. Beispiele sind eine verzögerte Schmerzmittelgabe von über 30 Minuten oder das Fehlen einer kontinuierlichen Eins-zu-eins-Betreuung unter der Geburt.

Es wird empfohlen, Leistungseinschränkungen oder Abteilungsschließungen nur als allerletztes Mittel in Betracht zu ziehen. Zuvor sollten vordefinierte Eskalationspläne greifen, um zusätzliches Personal zu mobilisieren oder Aufgaben sicher umzuverteilen.

Die Leitlinie betont, dass ausreichend Zeit für indirekte Tätigkeiten wie Dokumentation, Supervision, Fortbildungen und die Anleitung von Auszubildenden berücksichtigt werden muss. Auch Ausfallzeiten durch Urlaub oder Krankheit sind in die Berechnung zwingend einzubeziehen.

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Quelle: NG4: Safe midwifery staffing for maternity settings (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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