RKI/STIKOInfektiologie

Hantavirus-Erkrankung: Diagnostik, HFRS und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: RKI/STIKO|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der RKI-Ratgeber fasst die wesentlichen Informationen zur Hantavirus-Erkrankung zusammen. Hantaviren sind behüllte RNA-Viren, die weltweit vorkommen und durch spezifische Nagetiere als Reservoirwirte übertragen werden.

In Deutschland dominieren Infektionen mit dem Puumalavirus (PUUV) im Süden und Westen sowie dem Dobrava-Belgrad-Virus (DOBV, Genotyp Kurkino) im Osten und Norden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt primär durch die Inhalation virushaltiger Aerosole aus Nagetierausscheidungen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet bei den in Europa prävalenten Virustypen laut RKI nicht statt. Die Inkubationszeit beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen, kann in Ausnahmefällen jedoch zwischen fünf und 60 Tagen variieren.

Klinischer Kontext

Epidemiologie: Hantavirus-Erkrankungen treten in Deutschland endemisch auf, wobei die Inzidenz regional stark schwankt und in Ausbruchsjahren deutlich ansteigen kann. Hauptüberträger ist die Rötelmaus, weshalb Endemiegebiete vor allem in waldreichen Regionen Süd- und Westdeutschlands liegen. Pathophysiologie: Die Viren werden meist über die Inhalation von aufgewirbeltem Staub aus Nagetierausscheidungen übertragen und befallen primär das Gefäßendothel. Dies führt zu einer erhöhten Kapillarpermeabilität, die systemische Entzündungsreaktionen und Organschäden nach sich zieht. Klinische Bedeutung: Für Mediziner ist die Erkrankung relevant, da sie oft mit unspezifischen grippeähnlichen Symptomen beginnt und rasch in ein schweres Krankheitsbild übergehen kann. Ein rechtzeitiges Erkennen ist essenziell, um Komplikationen wie ein akutes Nierenversagen frühzeitig supportiv zu behandeln. Diagnostische Grundlagen: Die Diagnose stützt sich klinisch auf die typische Trias aus Fieber, Nierenfunktionsstörungen und Thrombozytopenie. Laborchemisch wird die Infektion in der Regel durch den Nachweis virusspezifischer IgM- und IgG-Antikörper im Serum gesichert.

Wissenswertes

Die Erkrankung beginnt meist abrupt mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie gastrointestinalen Beschwerden. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Blutdruckabfall und einer Nierenbeteiligung kommen, wobei die Rekonvaleszenz oft mehrere Wochen in Anspruch nimmt.

Typische laborchemische Befunde in der Akutphase sind eine ausgeprägte Thrombozytopenie, eine Leukozytose sowie ein Anstieg der Retentionsparameter Kreatinin und Harnstoff. Zudem zeigt sich häufig eine Proteinurie und Hämaturie im Urinstatus.

Der direkte oder indirekte Nachweis von humanpathogenen Hantaviren ist namentlich meldepflichtig, sofern er auf eine akute Infektion hinweist. Auch der klinische Verdacht auf eine akute Infektion muss umgehend an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

Eine spezifische antivirale Therapie existiert für die in Mitteleuropa zirkulierenden Hantaviren derzeit nicht. Die Behandlung erfolgt rein symptomatisch und umfasst den Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts sowie bei schwerem Nierenversagen eine temporäre Dialyse.

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen, kann in Ausnahmefällen aber auch zwischen fünf Tagen und zwei Monaten variieren. In dieser Phase sind die Patienten völlig beschwerdefrei.

Die in Europa heimischen Hantavirus-Spezies werden nach aktuellem Kenntnisstand nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Die Infektion erfolgt fast ausschließlich über den Kontakt mit infektiösen Ausscheidungen von Nagetieren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut RKI schließt ein isoliertes negatives PCR-Ergebnis eine Hantavirus-Infektion nicht aus, da die virämische Phase sehr kurz ist. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der primär serologischen Diagnostik (IgM und IgG). Zudem wird hervorgehoben, dass das klinische Bild oft als unspezifischer grippaler Infekt beginnt, was die frühzeitige Erkennung bei Symptomen wie unklarem Fieber, Flankenschmerzen und Thrombozytopenie erschweren kann.

Häufig gestellte Fragen

Die Übertragung auf den Menschen erfolgt laut RKI primär durch die Inhalation virushaltiger Aerosole. Diese entstehen, wenn Staub aufgewirbelt wird, der mit Speichel, Urin oder Kot infizierter Nagetiere kontaminiert ist.

In Deutschland sind vorwiegend die Rötelmaus und die Brandmaus als Reservoirwirte relevant. Die Rötelmaus überträgt das Puumalavirus, während die Brandmaus das Dobrava-Belgrad-Virus in sich trägt.

Bei den in Europa und Asien vorkommenden Virustypen findet gemäß RKI keine Übertragung von Mensch zu Mensch statt. Daher sind für Kontaktpersonen von Erkrankten keine besonderen Isolationsmaßnahmen erforderlich.

Die Inkubationszeit beträgt üblicherweise zwei bis vier Wochen. In Ausnahmefällen kann sie laut Leitlinie aber auch nur fünf Tage oder bis zu 60 Tage andauern.

Typische Laborbefunde umfassen eine Thrombozytopenie, eine Erhöhung des Serumkreatinins sowie Proteinurie und Hämaturie. Im weiteren Verlauf der Erkrankung wird häufig eine Oligurie mit nachfolgender Polyurie beobachtet.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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