StatPearls2026

Handgelenkluxation: Mayfield-Klassifikation & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Karpale Instabilitäten und Handgelenkluxationen machen etwa 7 bis 10 Prozent aller Verletzungen der Handwurzelknochen aus. Laut der StatPearls-Leitlinie handelt es sich meist um Hochrasanztraumata, wie Stürze aus großer Höhe, Verkehrsunfälle oder schwere Sportverletzungen.

Die Verletzungen konzentrieren sich häufig auf das Os lunatum (Mondbein) und verlaufen je nach Schweregrad sequenziell. Trotz der erheblichen Gewalteinwirkung werden bis zu 25 Prozent dieser Verletzungen klinisch und radiologisch übersehen.

Perilunäre Luxationen und Lunatumluxationen treten doppelt so häufig in Kombination mit Frakturen auf wie als isolierte Bandverletzungen. Eine rasche Erkennung ist entscheidend, um Langzeitkomplikationen wie eine posttraumatische Arthrose zu vermeiden.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert detaillierte Empfehlungen zum Management von Handgelenkluxationen.

Klinische Untersuchung

Es wird eine sofortige neurologische Beurteilung empfohlen, da in bis zu 46 Prozent der Fälle ein akutes Karpaltunnelsyndrom auftritt. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Überprüfung der motorischen und sensiblen Funktion des Nervus medianus.

Ein intakter Nervus interosseus anterior (AIN) und ein erhaltener Ramus palmaris nervi mediani weisen darauf hin, dass die Schädigung lokal auf den Karpaltunnel begrenzt ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Gelenkluxationen liegt bei karpalen Luxationen oft keine grobe äußerliche Fehlstellung vor.

Radiologische Diagnostik

Zur Basisdiagnostik wird eine Röntgenuntersuchung in drei Ebenen (anterior-posterior, lateral und schräg) empfohlen. Auf der AP-Aufnahme sollte auf eine Unterbrechung der drei Gilula-Linien geachtet werden, was auf eine perilunäre Verletzung hindeutet.

Die Leitlinie beschreibt folgende spezifische radiologische Zeichen, auf die geachtet werden sollte:

  • "Terry-Thomas-Zeichen": Ein skapholunärer Spalt von mehr als 3 Millimetern.

  • "Signet-Ring-Zeichen": Ein skapholunärer Winkel von über 60 Grad durch Rotation des Os scaphoideum.

  • "Spilled-Teacup-Zeichen": Eine volare Dislokation des Os lunatum in der lateralen Ansicht.

  • "Piece-of-Pie-Zeichen": Ein dreieckiges Erscheinungsbild des Os lunatum in der AP-Ansicht.

Stadieneinteilung nach Mayfield

Die Leitlinie nutzt die Mayfield-Klassifikation, um die sequenzielle Band- und Knochenverletzung bei Hyperextensionstraumata zu beschreiben:

StadiumBetroffene StrukturResultierende Verletzung
Stadium 1Ligamentum scapholunatumSkapholunäre Instabilität
Stadium 2Kapitolunäres GelenkMögliche Luxation des Os capitatum
Stadium 3Lunotriquetrales GelenkDorsale Luxation des Os lunatum
Stadium 4Dorsales radiokarpales LigamentVolare Luxation des Os lunatum in den Karpaltunnel

Therapie und Reposition

Bei einer Lunatum- oder perilunären Luxation wird eine sofortige Reposition empfohlen, um den Druck auf den Nervus medianus zu entlasten und Knorpelschäden zu vermeiden. Es wird eine umgehende Vorstellung bei einem Hand- oder Unfallchirurgen zur Stabilisierung angeraten.

Die geschlossene Reposition erfolgt laut Leitlinie idealerweise unter Zug (Mädchenfänger) bei 90 Grad Ellenbogenflexion. Anschließend wird die Anlage einer Unterarmschiene (Sugar-Tong-Splint) bis zur definitiven operativen Versorgung empfohlen.

Bei einer isolierten skapholunären Dissoziation wird die initiale Ruhigstellung in einer Daumenschiene oder volaren Unterarmschiene empfohlen. Auch hier ist in der Regel eine operative Intervention, wie eine geschlossene Reposition mit perkutaner Spickung oder eine offene Reposition, erforderlich.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein akutes Karpaltunnelsyndrom im Rahmen eines Handgelenktraumas stellt einen chirurgischen Notfall dar. Da bis zu 25 Prozent der Handgelenkluxationen initial übersehen werden, wird bei unklaren Handgelenkschmerzen nach einem Sturz eine genaue Überprüfung der Gilula-Linien im Röntgenbild dringend empfohlen. Das Fehlen einer groben Fehlstellung schließt eine schwere karpale Instabilität nicht aus.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie erfolgt die geschlossene Reposition unter Längszug mittels Mädchenfänger bei 90 Grad gebeugtem Ellenbogen. Dorsale Luxationen werden durch Handgelenksextension, Zug und anschließende Flexion reponiert.

Es wird eine Röntgenuntersuchung in drei Ebenen empfohlen. Diese umfasst eine anterior-posteriore (AP), eine laterale und eine Schrägaufnahme des Handgelenks.

Das Terry-Thomas-Zeichen beschreibt einen erweiterten Abstand zwischen dem Os scaphoideum und dem Os lunatum von mehr als 3 Millimetern. Es ist ein radiologischer Hinweis auf eine skapholunäre Dissoziation.

Die Leitlinie warnt besonders vor einer Verletzung oder Kompression des Nervus medianus, da das Os lunatum häufig volar in den Karpaltunnel luxiert. Dies kann zu einem akuten Karpaltunnelsyndrom führen.

Nach der operativen Versorgung einer perilunären Luxation wird eine Ruhigstellung im Unterarmgips für mindestens 6 Wochen empfohlen. Bei skapholunären Dissoziationen verbleiben eingebrachte K-Drähte für 8 bis 10 Wochen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: StatPearls: Wrist Dislocation (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.