IQWiG2022

Glycopyrronium: Dosierung bei axillärer Hyperhidrose

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht (A22-82) bewertet den Zusatznutzen von topischem Glycopyrronium zur Behandlung der schweren primären axillären Hyperhidrose bei Erwachsenen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Aluminiumchlorid-haltige Rezeptur (mindestens 15 %) oder die Leitungswasseriontophorese fest.

Der pharmazeutische Unternehmer reichte für das Dossier Studien ein, die Glycopyrronium lediglich mit Placebo verglichen. Ein direkter Vergleich mit der vom G-BA geforderten zweckmäßigen Vergleichstherapie fehlte in der Datengrundlage.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Glycopyrronium gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

Die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegte Evidenz wird aus folgenden Gründen als ungeeignet eingestuft:

  • Es erfolgte kein direkter Vergleich mit Aluminiumchlorid oder Leitungswasseriontophorese.

  • Die randomisierte Behandlungsdauer der eingereichten Studien (2 bis 4 Wochen) war zu kurz.

  • Für die Ableitung eines Zusatznutzens wird in dieser Indikation eine Mindeststudiendauer von 24 Wochen gefordert.

Epidemiologie und Versorgung

Der Bericht beleuchtet zudem die Prävalenz der Erkrankung im deutschen Versorgungsalltag.

Die Schätzungen zur Anzahl der betroffenen Erwachsenen in der gesetzlichen Krankenversicherung weisen aufgrund methodischer Schwächen in den herangezogenen Studien eine hohe Unsicherheit auf.

Es wird davon ausgegangen, dass weiterhin Aluminiumchlorid-Hexahydrat als Erstlinientherapie eingesetzt wird, bevor eine Therapie mit Glycopyrronium erwogen wird.

Dosierung

Der Bericht zitiert die Fachinformation hinsichtlich der Dosierung von Glycopyrronium (Axhidrox 2,2 mg/Hub Creme):

BehandlungsphaseDosierungAnwendungshäufigkeit
Woche 1 bis 42 Pumpstöße (4,4 mg) pro Achselhöhle1-mal täglich (vorzugsweise abends)
Ab Woche 52 Pumpstöße (4,4 mg) pro AchselhöhleReduktion auf 2-mal pro Woche möglich

Eine fortwährende Behandlung ist erforderlich, um die Wirkung aufrechtzuerhalten.

Kontraindikationen

Laut den im Bericht zitierten Angaben zur qualitätsgesicherten Anwendung bestehen folgende Kontraindikationen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Benzylalkohol

  • Erkrankungen, die durch anticholinerge Wirkungen verschlimmert werden (z. B. Glaukom, paralytischer Ileus, Myasthenia gravis, Sjögren-Syndrom, schwere Colitis ulcerosa)

Besondere Vorsicht wird bei schwerer Prostatahyperplasie, Blasenhalsobstruktion oder bestehendem Harnverhalt angeraten.

Zudem wird auf mögliche Wechselwirkungen mit anderen anticholinerg wirkenden Arzneimitteln (z. B. trizyklische Antidepressiva, Topiramat, Opioide) hingewiesen, da sich die anticholinergen Effekte verstärken können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt des IQWiG-Berichts ist, dass der Zusatznutzen von Glycopyrronium mangels geeigneter Vergleichsstudien als nicht belegt eingestuft wird.

Es ist für den klinischen Alltag relevant, die strengen anticholinergen Kontraindikationen wie Glaukom oder Harnverhalt vor einer Verordnung zu prüfen.

Zudem wird im Bericht darauf hingewiesen, dass Aluminiumchlorid-haltige Rezepturen weiterhin als primäre Erstlinientherapie gelten.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Die eingereichten Studien verglichen den Wirkstoff lediglich mit Placebo und wiesen eine zu kurze Studiendauer auf.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) definiert eine Aluminiumchlorid-haltige Rezeptur (mindestens 15 %) oder die Leitungswasseriontophorese als zweckmäßige Vergleichstherapie. Botulinumtoxin A wird erst herangezogen, wenn topische Behandlungen nicht ausreichen.

In den ersten 4 Wochen wird die Creme einmal täglich, vorzugsweise abends, mit zwei Pumpstößen pro Achselhöhle aufgetragen. Ab der 5. Woche kann die Anwendung je nach Therapieerfolg auf zweimal wöchentlich reduziert werden.

Die Anwendung ist kontraindiziert bei Erkrankungen, die sich durch anticholinerge Effekte verschlechtern können. Dazu zählen unter anderem Glaukom, Myasthenia gravis, paralytischer Ileus und das Sjögren-Syndrom.

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Quelle: IQWiG A22-82: Glycopyrronium (axilläre Hyperhidrose) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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