Geschlechtsdysphorie bei Kindern: Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie von Geschlechtsinkongruenz (GI) und Geschlechtsdysphorie (GD) im Kindes- und Jugendalter. Gemäß der ICD-11 wird die GI nicht mehr als psychische Störung, sondern als Zustand mit Bezug zur sexuellen Gesundheit klassifiziert.

In den letzten Jahren ist ein Anstieg der Behandlungszahlen sowie eine veränderte Geschlechterverteilung zugunsten geburtsgeschlechtlich weiblicher Jugendlicher zu verzeichnen. Die Entwicklung einer nonkonformen Geschlechtsidentität wird als multifaktoriell angesehen, wobei biologische und psychosoziale Faktoren zusammenwirken.

Bei präpubertären Kindern ist eine Vorhersage über die Persistenz der GI ins Jugendalter nicht sicher möglich. Daher stehen medizinische Behandlungsentscheidungen im Jugendalter unter einer hohen ethischen Begründungslast und erfordern individuelle Nutzen-Risiko-Abwägungen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird betont, dass eine vorherige Pubertätsblockade keine zwingende Voraussetzung für den Beginn einer geschlechtsangleichenden Hormontherapie im Jugendalter darstellt. Zudem weist die Leitlinie darauf hin, dass bei Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung körpermodifizierende Maßnahmen nicht prinzipiell ausgeschlossen sind, jedoch eine angepasste interdisziplinäre Begleitung erfordern.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie nennt keine starre Altersgrenze, empfiehlt den Beginn einer Pubertätsblockade jedoch frühestens ab dem Pubertätsstadium Tanner 2. Eine Behandlung vor Eintritt der Pubertät wird nicht empfohlen.

Eine verpflichtende Psychotherapie als Vorbedingung für körpermodifizierende Maßnahmen wird als unethisch eingestuft und nicht empfohlen. Eine psychotherapeutische Begleitung sollte jedoch bedarfsorientiert und niedrigschwellig angeboten werden.

Zur Unterdrückung der Menses können gestagenhaltige orale Kontrazeptiva wie Desogestrel im Langzeitzyklus eingesetzt werden. Bei auftretenden Schmierblutungen unter Testosterontherapie kann die Dosis angepasst oder ein GnRH-Analogon ergänzt werden.

Eine geschlechtsangleichende Mastektomie kann bei trans männlichen Jugendlichen nach strenger interdisziplinärer Indikationsstellung erwogen werden. Genitalangleichende Eingriffe werden hingegen erst ab dem 18. Lebensjahr empfohlen.

Laut den in der Leitlinie zitierten Studien ist die Rate der Jugendlichen, die eine begonnene Pubertätsblockade oder Hormontherapie abbrechen (Detransition), sehr gering. Dennoch wird eine offene Aufklärung über diese Möglichkeit vor Behandlungsbeginn gefordert.

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Quelle: Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter – Diagnostik und Behandlung (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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